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Bundesliga-Kommentar : Stuttgart ist fällig für die Erneuerung

  • -Aktualisiert am

Auf dem Weg in die zweite Bundesliga: Der VfB Stuttgart steigt ab. Bild: AP

Der Stuttgarter Bundesliga-Abstieg war logisch und kann sogar die Wende zum Guten sein – wenn die richtigen Konsequenzen aus dem vorhersehbaren Malheur beim VfB gezogen werden.

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          Es ist die Chronik eines angekündigten Abschieds: Zwölfter 2013, Fünfzehnter 2014, Vierzehnter 2015 und schließlich Siebzehnter 2016. Der VfB Stuttgart ist an der Endstation seines vierjährigen Kampfes um den Verbleib in der Bundesliga angekommen. Der erste Abstieg seit 1975 ist für den fünfmaligen deutschen Meister die logische Konsequenz einer Zeit, in der die Schwaben zu viele falsche Entscheidungen trafen und allzu sprunghaft auf ihren Abwärtstrend reagierten.

          Das nun folgende Jahr in der Zweitklassigkeit bietet neben der verpflichtenden Zielsetzung Wiederaufstieg auch die Gelegenheit, zu sich zu kommen und darüber nachzudenken, wer man ist und wohin man will. Vielleicht auch die Chance, nach vielen folgenlosen großen Worten auch mal wieder Taten für sich sprechen zu lassen.

          Wer seit 2010 acht Trainer verschlissen und dazu an der Vereinsspitze wie im sportlichen Management weder Fortüne noch Profil gezeigt hat, ist fällig für eine Runderneuerung. Der VfB Stuttgart, wirtschaftlich solide aufgestellt, von starken Partnern aus einer wirtschaftlich gesunden Region unterstützt, kann wie vor 41 Jahren, als der Jungpräsident Gerhard Mayer-Vorfelder und der Trainer Jürgen Sundermann, als „Wundermann“ gerühmt, den Betriebsunfall mit einem glorreichen Wiederaufstieg 1977 reparierten, auch diesmal die Wende zum Guten schaffen – sofern er die richtigen Konsequenzen aus seinem vorhersehbaren Malheur zieht.

          Aus und vorbei: Stuttgart muss aus der Fußball-Bundesliga absteigen. Bilderstrecke
          Aus und vorbei: Stuttgart muss aus der Fußball-Bundesliga absteigen. :

          Für Präsident Bernd Wahler, Sportvorstand Robin Dutt, zwei notorische Pechvögel, und Trainer Jürgen Kramny dürfte im VfB der Zukunft kaum noch Platz sein. Ebenso wenig für die alte e.V.-Struktur, die Wahler seit langem durch eine Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft verändern will. Es geht um den überfälligen Anschluss eines in die Jahre gekommenen Riesen an die Fußball-Moderne. Sie mit neuen Männern, neuen Ideen und neuem Schwung herbeizuführen, wird höchste Zeit. Andernfalls droht dem VfB das Los anderer alter Meister der Bundesliga, die wie der 1. FC Kaiserslautern oder der TSV München 1860 längst zum Inventar zweiter Klasse gehören.

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