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Bundesliga-Kommentar : Ring frei

  • -Aktualisiert am

Werden sich die Bilder gleichen? Im Mai 2014 geht die Schale wohl wieder nach München Bild: dpa

Machen die Bayern alles richtig, werden sie Meister. Machen die Bayern nur fast alles richtig, könnte Dortmund den Titel holen. Aber deshalb muss die Saison nicht langweilig werden.

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          Haben wir nun spanische Verhältnisse in der Bundesliga oder nicht? Die Frage drängt sich vor dem Beginn der 51. Saison auf. In einer Hinsicht kann man nur mit Ja antworten. Wie der FC Barcelona und Real Madrid in Spanien beherrschen Bayern München und Borussia Dortmund den Transfermarkt in Deutschland. Die beiden Klubs gaben ziemlich genau die Hälfte der Ablösesummen der Liga aus.

          Die Bayern 62 Millionen für Mario Götze (Dortmund) und Thiago Alcantara (Barcelona), der BVB 47 Millionen für Henrich Mchitarjan (Donezk) und Pierre-Emerick Aubameyang (St. Etienne) sowie Abwehrspieler Sokratis von Werder Bremen. Die 16 Konkurrenten investierten in dieser Transferperiode, die am 2. September endet, bisher zusammen 105 Millionen Euro. Ob diese überlegene Wirtschaftskraft auch zur sportlichen Dominanz führt? Normalerweise schon, aber was ist im Fußball schon normal?

          Die Schere klaffte noch nie so weit auseinander wie heutzutage

          Große und Kleine, Reiche und Arme gab es schon vor 50 Jahren, als die Bundesliga-Geschichte begann. Die Schere klaffte noch nie so weit auseinander wie heutzutage, doch im Vergleich zum spanischen Fußball immer noch weniger weit. Dort gibt es keinen Solidarpakt bei der Vermarktung der Liga. Das immer größere Ungleichgewicht in Deutschland ergibt sich durch die Champions League. Die Teilnahme am Finale der Königsklasse 2013 brachte den Bayern und dem BVB jeweils über 70 Millionen Euro ein. Das ist mehr, als die Hälfte der Bundesligavereine für den Lizenzspieleretat zur Verfügung hat.

          Die finanziellen Möglichkeiten des Bundesliga-Durchschnitts reichen dennoch aus, um den beiden Großen mal ein Bein zu stellen. Ja, den beiden Großen. Die Dortmunder kokettieren zwar damit, deutlich kleiner als die Münchner zu sein und eher der Kaste der ambitionierten Bayern-Jäger Leverkusen und Schalke anzugehören, was sie auch mit dem Rückstand von 25 Punkten in der vergangenen Saison begründen.

          Wenn die Klubs nur den Mut haben, den Nachwuchs zu fördern

          Aber die Leistungen in den direkten Vergleichen und gegen die europäischen Spitzenklubs beweisen, dass sich die Dortmunder durchaus auf Augenhöhe mit den Allerbesten bewegen. Und doch sind die beiden Klubs noch in Reichweite der niederen Klassen. Die hervorragende Ausbildung in den Nachwuchsleistungszentren macht es möglich, dass genügend große Talente auf dem Spielermarkt sind, die das Niveau der Mittelschicht auf ein hierfür erforderliches Maß heben können. Wenn die Klubs nur den Mut haben, den Nachwuchs zu fördern und zu entwickeln.

          Machen die Bayern alles richtig, werden sie Meister, machen die Bayern nur fast alles richtig und Dortmund schöpft seine Möglichkeiten ganz aus, wird der BVB den Titel holen. Dieser These ist schwer zu widersprechen. Aber deshalb muss die Saison nicht langweilig werden. Auch die Boxkämpfe der Klitschko-Brüder erfreuen sich großer Beliebtheit. Und im Gegensatz zu den Dominatoren der Faustkämpfer treten die Fußball-Schwergewichte gegeneinander an.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

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