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Bundesliga-Kommentar : Im Namen der Hoffnung

  • -Aktualisiert am

Auf den letzten Drücker von Schalke zu Werder: Mesut Özil Bild: picture-alliance/ dpa

In der Fußball-Bundesliga herrschte in den vergangenen Tagen ein stetes Kommen und Gehen. Dabei tauchen Namen auf, an die sich die Fans erstmal gewöhnen müssen. Doch die Neuen werden wohl nicht die großen Kapitel in der Rückrunde schreiben.

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          Jedem Anfang wohnt ein neuer Abschied inne. Vor allem in der Fußball-Bundesliga, in der dieser Tage ein Kommen und Gehen herrscht, als gäbe es einen Extrapreis für den Meister aller Schnäppchen. Hand aufs Herz: Wer kannte im Dezember schon Ivan Radeljic, Dusan Vasiljevic oder Branko Jelic? Na? Fast niemand natürlich - bis auf die fleißigen Späher von Energie Cottbus, die im Kaufhaus des Ostens fündig wurden.

          Und was ist mit Olivier Veigneau, Claudiu Niculescu, Fernando Horacio Avalos und Bojan Vrucina? Nie gehört? Macht nichts, bei diesen Herren in kurzen Hosen wussten Scouts und Trainer des MSV Duisburg Bescheid, und schwupps, schon waren sie kurz vor der Schließung der Transferliste am Donnerstagabend um 24 Uhr verpflichtet. Wer bei Saisonhalbzeit auf den Abstiegsplätzen der Liga verharrt, der investiert zunächst in die Hoffnung und schaut erst dann auf die Namen.

          Spitzenpreis für ein vermeintliches Fußball-Schmuckstück

          Anders ist das bei den Ligagrößen, die wie der FC Bayern München oder Werder Bremen nur einen Profi, den aber gegen richtig viel Geld, holten: Der Rekordmeister zahlte für den in Deutschland auch noch nicht megabekannten brasilianischen Abwehrjüngling Breno zwölf Millionen Euro - und führt damit auch in der zweiten Transferperiode die Bundesliga-Geldrangliste an.

          Die Norddeutschen stritten sich noch in den letzten Stunden vor dem Ende des Winterschlussverkaufs mit dem Klassenkonkurrenten Schalke 04 ums liebe Geld. Die Westfalen wollten ihren jungen Mittelfeldkünstler Özil, der das königsblaue Angebot zur Vertragsverlängerung partout nicht unterzeichnen mochte, zwar unbedingt loswerden, aber zu Juwelierkonditionen. Und so ging es zwischen den Spitzenvereinen auch um einen Spitzenpreis für ein vermeintliches Fußball-Schmuckstück.

          Auch Vazquez kennt in Deutschland noch kein Mensch

          Doch die rund vierzig Neuprofis oder Rückkehrer in die Liga werden nicht die großen Kapitel in der Rückrunde schreiben. Sie sind für Ottmar Hitzfeld, Huub Stevens und Rafael van der Vaart reserviert, da die Trainerstars des FC Bayern und des Hamburger SV der Liga im Mai ebenso ade sagen werden wie der allseits beliebte holländische Spielmacher und HSV-Topschütze mit der auch finanziell demnächst bestens gestillten Sehnsucht nach Italien oder Spanien.

          Einer, der vom 1. Juli an alle Schlagzeilen bestimmen wird, ist noch weit weg und irgendwie doch schon da: Jürgen Klinsmann. Hitzfelds Nachfolger bei den Bayern sonnt sich zwar noch in Kalifornien, hat aber dort schon seinen ersten Helfer in Martin Vazquez gefunden. Ein Sommertransfer auf die Zukunft, der, und das war am Donnerstag kurz vor Toresschluss symptomatisch, für mehr Aufsehen sorgte als alle Winterschnäppchen zusammen. Was ihn mit den Jelics und Vrucinas dieser kleinen Fußballwelt verbindet? Auch Vazquez kennt in Deutschland noch kein Mensch.

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