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Dortmund - Schalke 0:0 : Keine Tore und keine Randale

  • -Aktualisiert am

Bloß nichts anbrennen lassen: Dortmund und Schalke halten dicht Bild: dpa

Auf dem Rasen produzieren Dortmund und Schalke keine großen Knalleffekte. Am Ende rettet Torwart Fährmann den Gästen das 0:0. Zu den befürchteten Ausschreitungen kommt es nicht.

          3 Min.

          Jens Keller war „mit einem guten Gefühl“ nach Dortmund gefahren. Der Cheftrainer des FC Schalke stufte den BVB zwar als Favoriten ein, sah aber auch eine veritable Außenseiterchance für seine Mannschaft, die sich in den vergangenen Wochen als zweitbestes Bundesligateam der Rückrunde profiliert hatte. „Wenn man schon mal die Chance hat, auf Platz zwei zu klettern, sollte man sie auch nutzen“, hatte Keller gesagt.

          Das ist den Schalkern zwar nicht gelungen. Sie bleiben auch nach dem torlosen Unentschieden im 84. Revierderby der Fußball-Bundesliga mit einem Punkt Rückstand auf den Erzrivalen Tabellenzweiter. Aber für Schalke dürfte dieser Teilerfolg von größerem Wert sein als für die Borussen, die in den verbleibenden acht Saisonspielen das schwierigere Programm haben. Schalke verdiente sich den einen Punkt mit einer starken kämpferischen Leistung und hatte in Ralf Fährmann abermals einen starken Torhüter, der einige gute Chancen der Borussia zunichte machte und letztlich den wichtigen Punkt für seine Mannschaft festhielt.

          Anders als bei vielen vorherigen Derbys war es vor dieser 144. Auflage vor dem Spiel nicht zu Krawallen gekommen. Auch im Stadion begnügten die Anhänger beider Lager sich damit, ihre jeweilige Lieblingsmannschaft anzufeuern, ohne dabei auf pyrotechnische Effekte zu setzen. Im Hinspiel hatten sogenannte BVB-Fans mit einem Feuerwerk sogar eine Unterbrechung der Partie provoziert.

          Nicht nur sportlich stand einiges auf dem Spiel. Für den Fall abermaliger Ausschreitungen hatten die beiden Vereine angekündigt, die nächsten Derbys ohne Auswärtsfans auszutragen. Diesmal hatte man es dabei belassen, die Kapazität auf den Rängen im Dortmunder Stadion auf 77.600 Zuschauer zu verringern.

          Auf dem Feld duellieren sich Dortmund und Schalke wie gewohnt
          Auf dem Feld duellieren sich Dortmund und Schalke wie gewohnt : Bild: REUTERS

          Auch auf dem Rasen produzierten die Rivalen zunächst keine großen Knalleffekte. Über weite Strecken neutralisierten sich beide Teams in der ersten Hälfte. Die junge Schalker Mannschaft, in derselben Formation wie jüngst beim Sieg gegen Braunschweig angetreten, gefiel durch taktische Disziplin in den hinteren Reihen, ohne nach vorne aber allzu viele Akzente setzen zu können. Dortmund versuchte Druck aufzubauen, schaffte es aber selten, die gegnerische Abwehr bloßzustellen.

          Die Borussen stifteten ab und zu Unruhe im gegnerischen Strafraum, ließen es jedoch an Durchschlagskraft fehlen, wenn sie zum Abschluss kamen. Sie waren dem Führungstreffer allerdings näher als Schalke, aber selten so nah wie unmittelbar vor der Pause. Die größte Chance in der ersten Hälfte dieses intensiv geführten Nachbarschaftsstreits bot sich in der 45. Minute Marco Reus, der nach überstandener Verletzung in die Startelf zurückgekehrt war und auf dem linken Flügel spielte, während Kevin Großkreutz wieder auf die rechte Seite gewechselt war.

          Schalkes Torwart Ralf Fährmann hielt den Kasten der Schalker sauber
          Schalkes Torwart Ralf Fährmann hielt den Kasten der Schalker sauber : Bild: REUTERS

          Reus hatte im Strafraum freie Schussbahn, scheiterte aber an Torwart Fährmann, der seit Wochen in bestechender Form ist und auch diese Prüfung mit Bravour meisterte. Zu Beginn hatten sich auf beiden Seiten erste Möglichkeiten geboten, doch weder der Gelsenkirchener Torjäger Klaas-Jan Huntelaar auf der einen Seite noch Robert Lewandowski und Sebastian Kehl auf der anderen vermochten sie zu nutzen.

          Nach dem Seitenwechsel erwischten die Dortmunder den besseren Start und nahmen sofort Tempo auf, die erste große Chance aber hatte Schalke. Von Julian Draxler mit einem gefühlvollen Freistoß in Position gebracht und von der Abwehr völlig unbehelligt, brachte ‚Roman Neustädter aus acht Metern Entfernung aber keinen druckvollen oder plazierten Kopfball zustande. Der BVB ließ sich von dieser brenzligen Situation nicht davon abhalten, weiter Druck aufzubauen.

          Was will uns Kevin-Prince Boateng damit sagen?
          Was will uns Kevin-Prince Boateng damit sagen? : Bild: REUTERS

          Um die siebzigste Minute herum wurde es für Schalke ungemütlich. Zunächst parierte Ralf Fährmann zweimal famos gegen Lewandowski, auch ein Kopfball des eifrigen Reus wurde eine sichere Beute des Schalker Torwarts, danach verfehlte Mchitarjan knapp das Ziel. Dortmund zeigte sich in dieser Phase entschlossener. Schalke brachte sich aber mit einem gefährlichen Schuss von Kevin-Prince Boateng, den Torwart Weidenfeller abwehrte, wieder in Erinnerung. Es hatte sich zwar kein hochklassiges Derby entwickelt, aber ein jederzeit spannendes Spiel, in dem beide Parteien kämpferisch und emotional alles aus sich herausholten. So wurde es ein 0:0 der besseren Sorte.

          Dortmund spekulierte bis zum Schluss auf eine Siegchance, musste aber auch darauf achten, dem Gegner nicht zu viel Raum für schnelle Gegenstöße zu geben. Ein paar Minuten vor Ultimo wechselte BVB-Trainer Jürgen Klopp in Julian Schieber einen zweiten Stürmer ein, aber gegen Ende dieses kraftraubenden Spiels fehlte beiden Mannschaften die Präzision, um doch noch den entscheidenden Treffer zu setzen.

          Borussia Dortmund - FC Schalke 04 0:0

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm - Kehl, Sahin - Großkreutz (87. Schieber), Mchitarjan (79. Aubameyang), Reus - Lewandowski
          FC Schalke 04: Fährmann - Hoogland, Ayhan, Matip, Kolasinac - Boateng, Neustädter - Goretzka (85. Obasi), Meyer (77. Annan), Draxler (90.+2 Max) - Huntelaar
          Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
          Zuschauer: 77.600 (ausverkauft)
          Gelbe Karten: Hummels (4), Reus (6) / Boateng (5), Draxler (4)

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