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Bundesliga : Keine Lust auf Montagsfußball

  • -Aktualisiert am

Die Fans des VfB Stuttgart protestieren im Spiel gegen den FC Bayern München mit Bannern gegen Montagsspiele. Bild: dpa

Vor dem Spiel von Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig zeichnet sich ein großer Protest der Fans ab. Aber auch Vereine, Verbände und Sponsoren sind unglücklich.

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          Bundesliga am Montag hat auch Vorteile. Eintracht-Vorstand Axel Hellmann nutzte das freie Wochenende, um es sich gemütlich zu machen und seine Kochkünste auszuspielen. Er erwarb ein Bio-Suppenhuhn in der Kleinmarkthalle in Frankfurt und bereitete es nach einem Spezialrezept in aller Ruhe zu. Aber lieber hätte Hellman eine Hühnersuppe aus der Dose gegessen und den Stress am Samstag oder Sonntag ausgehalten, den Bundesligaspiele seiner Frankfurter Eintracht so mit sich bringen. Bei Auseinandersetzungen mit Frankfurter Beteiligung geht es nie entspannt zu.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Das kann man auch für die Begegnung der Eintracht an diesem Montagabend gegen RB Leipzig versprechen. Nicht nur wegen der aggressiven Spielweise der Eintracht und der brisanten Tabellenkonstellation – schließlich treffen zwei Konkurrenten um die Plätze für die Europacup-Wettbewerbe aufeinander. Auch wegen der Terminansetzung. Das erste der fünf ungeliebten Montagsspiele, die in dieser Saison erstmals auf dem Spielplan stehen, wird sicher nicht reibungslos über die Bühne gehen.

          „Wir werden den Verkäufern des Fußballs nicht den Rahmen bieten, den sie sich erhoffen, um ihr ,Premiumprodukt‘ zu vermarkten. Montagsspiele sind eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf“, teilte die organisierte Frankfurter Fanszene vor dem Heimspiel gegen Gladbach in ihrem Spieltags-Flyer mit. In welcher Form die Fan-Proteste sich äußern werden, darüber kann nur spekuliert werden. Aber weder ein Spielabbruch noch ein Zuschauer-Boykott sind im Gespräch. Sicher werden Transparente und Sprechchöre den Widerstand der Fußballfans dokumentieren. Denkbar ist, dass der Spielverlauf durch infernalischen Lärm oder durch andere Aktionen verzögert wird. In Köln hatten die Frankfurter Fans dadurch für Aufmerksamkeit gesorgt, dass sie nacheinander rote, schwarze und weiße Dildos auf den Rasen warfen.

          15.000 Zuschauer weniger als am Wochenende?

          Eintracht-Vorstand Hellmann, gut vernetzt mit der Frankfurter Fanszene, gesteht der Eintracht-Kundschaft das Recht auf eine gewisse Protestkultur zu: „Wir sind ein Volkssport, und wir verdienen, weil wir das Produkt millionenfach ans Volk verkaufen. Wenn dann das Volk sagt, wir wollen dies oder das nicht, dann muss der Fußball das aushalten. Solange die Form gewahrt wird.“ Hellmann ist zuversichtlich, dass dies in Frankfurt geschehen werde. Die organisierte Fanszene habe angekündigt, dass alle Aktionen unvermummt, nicht gewalttätig, nicht feindselig gegen die Vereine und ohne Einsatz von Pyrotechnik ablaufen würden.

          Auch Eintracht-Finanzvorstand Axel Hellmann sieht die Spiele am Montag kritisch.

          Der Eintracht-Vorstand verhehlt nicht, eine gewisse Sympathie mit den aufbegehrenden Fans zu haben. Denn auch für ihn hat der Montagabend keine Zukunft. Weder Sponsoren noch dem gemeinen Fanklub-Mitglied passt dieser Termin in den Lebensplan. Er erwartet, dass einige Logen leer bleiben, weil die potentiellen Hospitality-Gäste der Firmen an einem Wochentag kaum Zeit haben. Viel schwieriger wird es montags noch, den Besuch von Auswärtsspielen zu organisieren, gerade für Fanklubs, die Busreisen anbieten.

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