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Kein Sieger in Mainz : Dämpfer für die Gladbacher Aufholjagd

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Jonathan Burkardt (links) kämpft gegen Matthias Ginter um den Ball. Bild: EPA

Borussia Mönchengladbach muss in der ersten Hälfte bereits zweimal verletzungsbedingt wechseln, geht aber trotzdem in Führung. Den zweiten Durchgang dominiert Mainz 05 und erzielt verdient den Ausgleich.

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          Borussia Mönchengladbach hat bei der Aufholjagd im Kampf um einen Champions-League-Platz einen kleinen Rückschlag hinnehmen müssen. Beim FSV Mainz 05 kam das Team von Trainer Adi Hütter am Freitagabend zum Auftakt des 11. Spieltages nur zu einem 1:1 (1:0). Vor der maximalen Zuschauerzahl von 25.000 hatte Florian Neuhaus (38.) die Gladbacher nach einem Patzer des Mainzer Schlussmannes Robin Zentner mit einem Tor aus Nahdistanz in Führung gebracht. Der verdiente Ausgleich für die Mainzer in dem umkämpften Spiel gelang Silvan Widmer (76. Minute) mit einem sehenswerten Schuss in den Torwinkel. Mainz behauptete Tabellenplatz fünf, Mönchengladbach verbesserte sich vorerst auf den neunten Rang.

          Bundesliga

          „Wir haben in der zweiten Halbzeit aufgehört, Fußball zu spielen. Mainz hat am Ende verdient den Ausgleich gemacht. Wir haben uns für das Auswärtsspiel mehr vorgenommen“, kritisierte Torschütze Neuhaus im Streamingdienst DAZN, freute sich aber über seinen ersten Saisontreffer: „Das war ein super Gefühl für mich.“ Die Mainzer waren erleichtert über den Punktgewinn. „Gefühlt sind das zwei Punkte“, meinte Silvan Widmer, „das Unentschieden heute ist verdient. Wir waren phasenweise die aktivere Mannschaft. Den Punkt nehmen wir mit. Gegen Ende hatten wir mehr Power.“

          Der große Zuschauerandrang hatte zunächst die gewohnten Abläufe der Gäste durcheinander gebracht. Weil die Gladbacher im Stau standen, erreichten sie mit leichter Verspätung das Stadion. Das sei nicht optimal, weil man nicht die Abläufe habe, die man gerne hätte, sagte Geschäftsführer Max Eberl im Streamingdienst DAZN. Dennoch sah er dies nicht als schlechtes Omen. „Auch bei dem Spiel gegen Bayern München sind wir etwas zu spät gekommen und ich glaube, die Wirkung war danach nicht so verkehrt“, sagte er. Mönchengladbach hatte in der 2. Runde des DFB-Pokals mit 5:0 gegen den deutschen Meister gewonnen.

          Entgegen Eberls Hoffnung aber kam das Team von Trainer Adi Hütter anfangs spielerisch nicht zur Entfaltung. Ohne Stammkapitän Lars Stindl, der erstmals seit Mai nicht in der Startelf stand, kamen die Gladbacher nicht recht in Schwung. Dies lag vor allem an den kampf- und laufstarken Mainzern, die die Gäste vehement und früh im Spielaufbau störten.

          Doppeltes Verletzungspech

          Die Gastgeber, bei denen Kapitän Moussa Niakhaté nach einer auskurierten Oberschenkelverletzung von Beginn an auflief, erarbeiteten sich im Gegensatz zu den Gladbacher verheißungsvolle Chancen. Doch sowohl Jonathan Burkardt als auch Karim Onisiwo trafen jedoch das Tor nicht. Zudem verhinderte Denis Zakaria, der trotz Magen-Darm-Problemen unter der Woche in der Anfangself stand, mit großem Einsatz weitere Mainzer Möglichkeiten.

          Nach knapp einer halben Stunde ereilte die Gäste gleich doppelt das Verletzungspech. Erst musste Nico Elvedi nach einem Foul mit einer Sprunggelenksblessur vom Platz und wurde durch Florian Neuhaus ersetzt. Der Innenverteidiger kehrte zur zweiten Halbzeit an Krücken auf die Bank zurück. „Verdacht auf Außenband, dass da irgendwas kaputt ist“, sagte Trainer Adi Hütter im Streamingdienst DAZN.

          Neben Elvedi musste auch dessen Landsmann Breel Embolo schon nach 30 Minuten mit einer Oberschenkelblessur vom Platz, für ihn feierte der lange verletzte Marcus Thuram sein Comeback. Er hoffe, dass nur muskulär etwas sei, sagte Hütter. „Das sind schon zwei Spieler, die einem fehlen“, bekannte der Österreicher.

          Acht Minuten später dann die überraschende Führung für die nun neuformierten Gladbacher dank eines Patzers von Robin Zentner: Der Mainzer Schlussmann ließ einen Schuss von Ramy Bensebaini nach vorn abprallen, der eingewechselte Neuhaus staubte aus Nahdistanz ab.

          Die Mainzer starteten mit viel Schwung in die zweite Hälfte und hatten durch Jae-Sung Lee per Distanzschuss und Onisiwo gute Chancen zum Ausgleich. Auf der Gegenseite versuchten die Gäste, durch Ballstaffetten das Spiel zu beruhigen, allerdings mit überschaubarem Erfolg. Die zwingenderen Möglichkeiten hatte weiter Mainz, doch sowohl Alexander Hack als auch Burkhardt und Lee vergaben – auch weil Gladbachs Torhüter Yann Sommer ein ums andere Mal glänzend parierte. Machtlos war der Schweizer dann beim sehenswerten Schlenzer seines Landsmannes Widmer, der zum verdienten 1:1 in den Torwinkel schoss.

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