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Mainzer Stürmer Burkardt : Nicht mehr Harakiri

  • -Aktualisiert am

Jonathan Burkardt (links) bei seinem Tor zum 3:0. Bild: dpa

Jonathan Burkardt liefert vor den Augen des Bundestrainers eine starke Leistung ab. Diese beurteilt er im Anschluss an seine fünfzigste Bundesligapartie dennoch selbstkritisch.

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          Jonathan Burkardt lieferte keine Stichworte, aus denen sich Ambitionen auf eine baldige Karriere in der Nationalmannschaft ableiten ließen. „Nein“, sagte der Stürmer des FSV Mainz 05 am Freitagabend, er habe nicht gewusst, dass Bundestrainer Hansi Flick beim Bundesligaspiel gegen den FC Augsburg auf der Tribüne gesessen habe. „Das habe ich erst nach dem Spiel erfahren.“ Dass Flick gleich zwei Tore des U-21-Europameisters zu sehen bekam, „ist eine schöne Nebensache“. Aber wichtiger sei, „dass wir heute gewonnen und eine gute Teamleistung gezeigt haben“.

          Bundesliga

          Vor etwas mehr als drei Jahren hatte der damals noch in der A-Jugend spielberechtigte Burkardt unter Trainer Sandro Schwarz in der Bundesliga debütiert – ebenfalls gegen den FC Augsburg, die Mainzer gewannen 2:1. „Auch das war für mich ein wunderschönes Spiel“, sagte er nun nach seinem 50. Erstliga-Einsatz. Der Unterschied zu heute sei allerdings groß. „Früher bin ich viel öfter ins Dribbling gegangen und habe Harakiri gespielt, heute bin ich gereifter“, sagte der Stürmer, der erstmals doppelt traf.

          Dazu hat er sich physisch deutlich weiterentwickelt, ist athletischer und durchsetzungsfähiger geworden. Die Partie am Freitag bot dafür immer wieder Anschauungsmaterial, als Burkardt in den Zweikämpfen seinen Körper zwischen Ball und Gegner stellte, ihn geschickt behauptete, für die Kollegen ablegte. So etwa bei seiner Vorlage zum 2:0. An der Strafraumgrenze angespielt, drehte sich Burkardt mit dem Rücken zum Tor nach links, geriet zwar in Rücklage, brachte aber dennoch einen Pass auf Verteidiger Stefan Bell zustande, der nach der vorangegangenen Ecke noch ausharrte.

          Arbeit an der Effektivität

          Die Frage, ob dies vielleicht seine beste Aktion in dieser Partie gewesen sei, besser noch als der Kopfball zum 3:0 und der Linksschuss zum 4:1, beantwortete Burkardt, indem er nicht das eigene Zutun hervorhob, sondern das seines Mitspielers: „Die Vorlage war gut, aber den muss man auch erst mal reinmachen“, sagte er. „Wie Bello den Ball in der Manier eines Topstürmers dem Keeper durch die Beine schiebt, das war schon Extraklasse.“

          Sich selbst beurteilte er wohlwollend-selbstkritisch: „Ich bin heute zufrieden mit meiner Leistung, aber es geht immer noch besser“, sagte der gebürtige Darmstädter, der 2014 von den „Lilien“ ins Mainzer Nachwuchsleistungszentrum gewechselt war. Vier seiner sieben Bundesligatore hat er in der laufenden Saison erzielt, doch was Trainer Bo Svensson später in der Pressekonferenz bei allem Lob über den jungen Stürmer sagen sollte, nahm dieser in der Mixed Zone vorweg: „Effektivität ist eine Sache, an der ich weiterarbeiten möchte. Daran ändert das eine Spiel nichts.“

          Und was ist mit einer Nominierung durch Hansi Flick? „Hansi hat Jonny gesehen, und was er gesehen hat, war gut“, sagte Sportvorstand Christian Heidel. Nicht nur aufgrund der beiden Tore, sondern wegen der Art, wie Burkardt mit großem Einsatz das 05-Spiel verkörpere. Das heiße zwar noch nicht, dass der Kapitän der U-21-Nationalmannschaft schon ein Kandidat fürs A-Team sei. „Aber wenn er hart weiterarbeitet, kommt das unter Umständen irgendwann mal.“ Sturmkollege Karim Onisiwo empfiehlt Flick daher, sich Burkardt noch häufiger anzuschauen. „Das ist einer, auf den man ein Auge werfen sollte.“

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