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Bundesliga, Internet und Telefon : Dreierpack für Fußballfans

  • -Aktualisiert am

Mit Pumps und Gamaschen: Arena bewirbt sein Abonnement Bild: ddp

Kabelbetreiber und Telekom bieten Bundesliga-Übertragungen, Internet und Telefon im Paket. „Triple Play“ heißt das Zauberwort. Im Sportfernsehen bricht eine neue Zeit an. Doch wofür sich der Fan entscheidet, will gut überlegt sein.

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          „Triple Play“ heißt das Zauberwort, das Manager in der Telekom- und Fernsehbranche zur Zeit umtreibt. Fernsehen, Internet und Telefon aus einer Buchse wollen sie den Kunden verkaufen. Die Deutsche Telekom bringt pünktlich zum Start der neuen Fußball-Bundesligasaison Fernsehen via DSL-Leitung in die Wohnzimmer, und die großen Kabelnetzkonzerne bieten ihren Kunden zusätzlich zum Fernsehprogramm auch Internet- und Telefonanschluß an. So viel Konkurrenz war nie.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zugpferd für Kabelnetzbetreiber und die Telekom ist die Liveübertragung der Fußball-Bundesliga. Denn bei der jüngsten Bundesliga-Rechtevergabe Ende 2005 bekam für die nächsten drei Jahre erstmals der Kabelkonzern Unity Media - Eigentümer von Ish in Nordrhein-Westfalen und Iesy in Hessen - den Zuschlag. Die erstmals ausgeschriebenen Rechte für das DSL-Fernsehen gingen an die Telekom. Wenn am kommenden Freitag die neue Bundesliga-Saison startet, beginnt damit zugleich eine neue Zeit im Sportfernsehen.

          Mit aggressiven Preisen in den Markt

          Für die Telekom steht in der kommenden Saison viel auf dem Spiel: Der Fußball ist ihr wichtigstes Instrument, um in dem Wettbewerb gegen die Kabelnetzbetreiber zu bestehen. Kabel Deutschland, Ish, Iesy und Kabel Baden-Württemberg bauen nämlich ihre Fernsehkabelnetze zu Multimedianetzen aus und gehen mit aggressiven Preisen in den Markt. In dem Wettbewerb geht es ums Ganze, denn die Kunden stehen vor einer Systementscheidung: Wer sich für seinen Kabelnetzbetreiber entscheidet, kann seinen Telefonanschluß abbestellen und damit der Telekom für alle Zeiten den Rücken kehren.

          Bild: F.A.Z.

          Wer sich dagegen für die Telekom als Triple-Play-Anbieter entscheidet, fällt als Kunde für die Kabelgesellschaften komplett aus. Die Telekom hat zur Zeit den Vorteil, im Internetgeschäft einen Zeitvorsprung zu besitzen, aber den Nachteil, daß bei jedem ihrer Kunden ein weit größerer Umsatz auf dem Spiel steht als bei den Kabelgesellschaften. Diese verlieren nur etwa 15 Euro Umsatz im Monat, wenn ein Kunde zur Telekom abwandert. Wer aber Telefon- und DSL-Anschluß bei der Telekom kündigt, nimmt monatlich mehr als 30 Euro Umsatz mit.

          Entscheidungsmöglichkeit nur im Idealfall

          Aus Sicht der Kunden ist der neue Wettbewerb der Netzbetreiber eine schöne Sache, verspricht er doch niedrige Preise. Allerdings können sich Fußballfans, die Bundesliga, Internet und Telefon von einem Anbieter haben wollen, nur im Idealfall zwischen Kabel und Telekom-DSL entscheiden. Voraussetzung für diese Wahlmöglichkeit ist nämlich, daß sowohl der regionale Kabelkonzern als auch die Telekom ihre Netze für das Triple Play aufgerüstet haben. Bei den Kabelanbietern kann man auf deren Homepage überprüfen, ob man im Ausbaugebiet wohnt. Die Telekom bietet ihr Triple Play vorerst nur in einzelnen Städten an.

          Wer sich für das Kabel entscheidet, fährt damit, wie die Beispielrechnung dieser Zeitung zeigt, klar billiger als mit der Telekom. Allerdings ist in den Preisbeispielen bei den Kabelgesellschaften nur ein 6-Megabit-Internetanschluß eingerechnet, da meist keine schnellere Verbindung angeboten wird. Diese Anschlußgeschwindigkeit reicht aber für fast alle Internetanwendungen völlig aus. Knapp 90 Prozent der DSL-Nutzer in Deutschland sind noch mit einem 1-Megabit-Anschluß an das Internet angeschlossen.

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