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E-Gaming statt Fußball : „Bundesliga Home Challenge“ als schwacher Trost

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Virtuelle Bundesliga: Profis spielen mit einem E-Gamer im Team. Bild: dpa

Wenigstens ein bisschen Bundesliga-Flair in der Corona-Pause: Ab dem kommenden Wochenende spielen Profis aus Klubs der ersten und zweiten Bundesliga in Teams mit einem E-Gamer gegen Rivalen aus dem deutschen Ligabetrieb.

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          Der kalte Entzug ist vorbei - zumindest ein bisschen. Die Bundesliga kehrt, wenn auch nur virtuell, aus der zehrenden Corona-Pause zurück. Quasi als Retter in der Langeweile stellte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Mittwoch den neuen eSport-Wettbewerb "Bundesliga Home Challenge" vor. Anstatt Klopapier zu jonglieren oder sich daheim bei Trimm-dich-Übungen zu filmen, duellieren sich Deutschlands Fußball-Stars ab dem kommenden Wochenende auf der Konsole in der Simulation Fifa 20. „Ich finde, dass es eine sehr coole Sache ist, die die Welt des klassischen mit der des virtuellen Sports verknüpft„, sagte eSport-Profi Tim „Tim Latka„ Schwartmann von Schalke 04 .

          26 der 36 Profiklubs sind im Turnier vertreten, pro Team ist mindestens ein Lizenzspieler und „eine Person aus dem entsprechenden Klub oder dessen Umfeld„ am Start. Zum Beispiel eSportler wie Schwartmann, an dessen Seite Mittelfeldspieler Nassim Boujellab zocken wird.

          Nach spanischem Vorbild

          „Das Besondere an dem Wettbewerb ist, dass wir als Team unseren Verein vertreten„, sagte Schwartmann, dessen erstes Spiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC St. Pauli ansteht: „Ich denke, wir haben extrem gute Chancen. Nassim ist ein herausragender Fifa-Spieler.„ Es ist das erste Mal, dass Fußballer in einem deutschen eSport-Wettkampf regelmäßig zum Zug kommen. Nationalspieler Maximilian Eggestein, der für Werder Bremen dabei ist, hat sich viel vorgenommen. „Ich bin auf jeden Fall einer der besseren Fifa-Spieler bei uns im Team. Meine Stärke ist der Ballbesitzfußball, nach vorne finde ich eigentlich immer gute Wege, um Torchancen zu kreieren„, sagte der Defensivmann, der gemeinsam mit eNationalspieler Michael "Megabit" Bittner antritt. Jener ist mit den Bremern schon länger im eSport vertreten. Die "Bundesliga Home Challenge" gibt aber auch Vereinen, die bislang noch nicht virtuell engagiert waren, die Chance ihre ersten Erfahrungen zu machen.

          Klubs wie Borussia Dortmund, TSG Hoffenheim, Union Berlin oder der SC Freiburg hatten bis dato noch nicht in der Virtual Bundesliga (VBL) teilgenommen, die wie das analoge Pendant derzeit auf Eis liegt. Neben Unterhaltung in der Coronakrise könnte die neue Challenge also auch für einen Schub für den eSport sorgen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass es dem eSport helfen wird. Die DFL und Vereine wie Schalke haben eine große Strahlkraft in den Medien", sagte Schwartmann. Das Turnier, das auf dem Youtube-Kanal der Virtual Bundesliga übertragen wird, folgt dem Beispiel einiger internationaler Vorbilder.

          Am vergangenen Wochenende hatte Reals Madrids Profi Marco Asensio ein Fifa-Turnier unter 18 der 20 spanischen Erstligiaklubs gewonnen. In England hatte derweil der Championship-Klub Leyton Orient für Schlagzeilen gesorgt, der einen Wettbewerb mit fast 130 teilnehmenden Teams aus ganz Europa organisierte. Nun folgten auch die deutschen Kicker.

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