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0:0 gegen Mainz : Hamburg bricht nur den bösen Trend

  • -Aktualisiert am

Viel Trubel, wenige Chancen: Mainz’ Cordoba versucht es mit Kunst. Bild: dpa

Nach drei verloren Spielen in Serie gibt es für den HSV diesmal keine Niederlage. Die Hamburger haben das torlose Remis im Abstiegskampf der Bundesliga vor allem einem Spieler zu verdanken.

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          Alle Kräfte bündeln, das war die Botschaft des Trainingslagers, das der Hamburger SV in der Vorbereitung auf dieses Spiel in Rotenburg an der Wümme absolviert hatte. Raus aus der Stadt, um die Sinne zu schärfen für den Abstiegskampf, nach zuletzt drei verlorenen Spielen. Der böse Trend ist gebrochen, aber mehr als ein mageres 0:0 erreichte der HSV am Sonntagnachmittag nicht gegen den kampfstarken FSV Mainz 05. Damit bleiben beide Klubs heiße Anwärter auf den Relegationsrang – wobei die Mainzer die wenigen besseren Chancen hatten und der HSV Christian Mathenia im Tor für drei starke Paraden danken musste.

          Das gepflegte Aufbauspiel der Zeit vor den drei Niederlagen hat der HSV eingemottet. Hoch und weit hieß die Variante; Torwart Mathenia und die Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos und Mergim Mavraj versuchten es gar nicht erst geordnet, sondern schlugen jeden Ball weit nach vorn. Das bedeutet extra viel Laufarbeit für die Stürmer Bobby Wood und Filip Kostic. Wobei Wood weiterhin im Formtief hängt und sich in der ersten Halbzeit versteckte. Später versuchte er mehr, aber dem Amerikaner gelingt derzeit wenig. Mainz machte es nicht viel anders als der HSV, und da bei beiden Mannschaften die Passgenauigkeit miserabel war, entwickelte sich das erwartete Spiel: Abstiegskampf.

          Es war nicht immer die hohe Fußballkunst in Hamburg. Bilderstrecke
          Es war nicht immer die hohe Fußballkunst in Hamburg. :

          Dabei hatte der HSV zunächst einen bangen Moment zu überstehen, als die Mainzer Jhon Cordoba und Muto eine Doppelchance vergaben – Mathenia parierte (7.). In der 40. Minute war es wieder der wuchtige Cordoba, der Mathenia prüfte. Hamburg hatte eine Minute davor Elfmeter reklamiert, aber Hunt war nicht gefoult worden im Mainzer Strafraum. Wann immer der Ball beim HSV mal über ein paar Stationen lief, applaudierte Trainer Markus Gisdol. Die Hamburger versuchten, ihre Unsicherheit zu überspielen und sich über Ballbesitz Sicherheit zu holen. Sonderlich torgefährlich wirkten sie dabei aber nicht.

          Der Mainzer Trainer Martin Schmidt hatte fünf Mal getauscht, die Mannschaft nach dem 1:2 gegen Gladbach somit fast zur Hälfte umgebaut. Gewohnt lauf- und kampfstark traten die Rheinhessen auf – da war nichts geblieben vom Gladbach-Spiel. Gerade Cordoba vorn, der sich harte Duelle mit Papadopoulos lieferte, zeigte die im Abstiegskampf nötige Griffigkeit. Überhaupt kam die kämpferische Komponente im Volksparkstadion an diesem drittletzten Spieltag nicht zu kurz.

          Mitte der zweiten Halbzeit zog sich der FSV Mainz 05 dann komplett zurück und überließ den Hamburgern die Partie. Das war schon für Darmstadt vor zwei Wochen ein gutes Rezept, denn der HSV hat Mühe, Kreativität und Zielstrebigkeit zu entwickeln, wenn der Gegner lauert. Hektisch und verbissen ging es weiter, der spielerische Unterhaltungswert sank unter Null. Die Hamburger mühten sich laut unterstützt vom Publikum, diverse Spieler beider Seiten lagen mit Krämpfen am Boden, aber wahrscheinlich war ein 0:0 auch das gerechte Resultat dieses Kampfes.

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