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3:0-Sieg : Hoffenheim schürt Kölner Abstiegsängste

  • Aktualisiert am

Neuer Rekord: Kramaric ist nun der erfolgreichste kroatische Torschütze in der Bundesliga. Bild: EPA

Die TSG 1899 Hoffenheim ist zurück in der Erfolgsspur. Gegen den 1. FC Köln gab es den zweiten Sieg in der Bundesliga hintereinander. Andrej Kramaric und Oliver Baumann sorgen für die besonderen Momente.

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          Markus Gisdol sparte sich den Gang auf den Platz, um seine Spieler aufzumuntern und verschwand mit ernster Miene in der Kabine. Der Trainer hat mit dem 1. FC Köln an seiner früheren Wirkungsstätte wieder einen herben Rückschlag im Abstiegskampf einstecken müssen und sparte nicht mit Kritik am Abwehrverhalten. Seine Mannschaft unterlag am Sonntag bei der TSG 1899 Hoffenheim zum Abschluss des ersten Rückrunden-Spieltags mit 0:3 (0:2).

          Bundesliga

          Im leeren Sinsheimer Stadion kürte sich Andrej Kramaric zwei verwandelten Elfmetern (7. und 75. Minute) und seinem 73. und 74. Tor insgesamt zum kroatischen Rekordtorjäger in der Fußball-Bundesliga. Außerdem traf Christoph Baumgartner (28.) für die Kraichgauer. In der 78. Minute hielt Hoffenheims Schlussmann Oliver Baumann einen Foulelfmeter von Anthony Modeste.

          „Einfach zu dumm verteidigt“

          „Die Tore, wie wir die bekommen haben, ist viel zu einfach. Dann kannst du spielen wie du magst, dann wirst du keine Punkte machen können“, kritisierte Gisdol im TV-Sender Sky. In die gleich Kerbe schlug Marius Wolf: „Wir haben einfach zu dumm verteidigt.“ Und weiter: „Wir machen eigentlich ein gutes Spiel, haben viele Chancen und vergeben sie. Wir müssen schleunigst die Fehler abstellen“, forderte er. Die Kölner verpassten den möglichen Sprung in der Tabelle vom Relegationsplatz auf Rang 14.

          Die Hoffenheimer hingegen sind obenauf. Trainer Sebastian Hoeneß hatte auf der Bank schon vor Abpfiff ein schelmisches Lächeln im Gesicht. „Wir haben einen ganz gute Weg eingeschlagen“, befand Baumann, der wie schon in der Vorwoche einen Elfmeter parierte.

          Der Kölner Schwung des Last-Minute-Sieges auf Schalke verpuffte jedenfalls am Sonntag. Die Hoffenheimer Mannschaft kommt eine Woche vor der Partie beim FC Bayern München, die sie im Hinspiel überraschend mit 4:1 gewonnen hatte, immer besser in Form.

          Kramaric mit dem elften Saisontreffer

          Am Ort seines ersten Bundesliga-Engagements (April 2013 bis Oktober 2015) sah Gisdol zunächst, wie eine spielfreudige und -sichere TSG-Mannschaft seinen Kölnern Probleme bereitete. Sichtlich beflügelt vom erlösenden 3:0 bei Hertha BSC ließen die Hoffenheimer den Ball laufen. Vor allem Kramaric, Baumgartner, Sebastian Rudy und das erst 18 Jahre alte Eigengewächs Marco John ragten dabei heraus.

          Als Stürmer Ihlas Bebou im Strafraum erstmals abzog, blockte Sava-Arangel Cestic das Leder unglücklich mit der Hand. Kramaric verwandelte gewohnt sicher zum 1:0. Es war sein elfter Saisontreffer. Damit überflügelte er seinen Landsmann und früheren Profi Ivica Olic (Hamburger SV, FC Bayern München, VfL Wolfsburg/72 Tore). „Ich muss sagen, ich bin glücklich. Ich habe nie gedacht, dass ich das schaffen kann“, sagte der Torjäger.

          Nach nicht einmal einer halben Stunde legten die drückend überlegenen Gastgeber nach: Filigran mit der Hacke lenkte Baumgartner den Ball nach einem Schuss von Mijat Gacinovic ins Gehäuse von Timo Horn. Auf der Gegenseite verhinderte Baumann mit einer Blitzreaktion gegen Marius Wolf dann jedoch den Anschlusstreffer. Und kurz vor dem Halbzeitpfiff köpfte der Offensivmann noch an den Pfosten.

          Gewarnt von diesen wuchtigen Angriffen gingen die Hoffenheimer die zweite Halbzeit etwas vorsichtiger an. Köln eroberte immer mehr Spielanteile, ließ aber die letzte gefährliche Aktion vor dem gegnerischen Tor vermissen. Auch der eingewechselte Stürmer Anthony Modeste bekleckerte sich nicht mit Ruhm: Erst verursachte er den Elfmeter zum 0:3 durch Kramaric, dann scheiterte er selbst vom Punkt.

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