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3:0 gegen Freiburg : Berliner Befreiungsschlag

  • -Aktualisiert am

Grund zur Freude: Peter Pekarik (r.) feiert sein Tor gegen Freiburg Bild: AFP

Hertha legt nach: Der Hauptstadtklub verlässt den roten Bereich in der Tabelle. Nur drei Tage nach dem Remis in Mainz wagt Trainer Pal Dardai einiges: Und der Plan geht voll auf.

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          Frisch rasiert und bestens gelaunt absolvierte Pal Dardai den Pflichtteil seiner Tätigkeit als Bundesliga-Trainer. Spielanalyse und Interviews fielen dem Trainer von Hertha BSC aber sichtlich leicht. Das 3:0 seiner Mannschaft im Nachholspiel gegen den SC Freiburg bedeutete nicht nur, dass die Berliner die Abstiegsränge verlassen konnten, es war in gewisser Weise auch ein persönlicher Sieg Dardais.

          Bundesliga

          Im Vergleich zum 1:1 gegen Mainz hatte er seine Mannschaft auf neun Positionen verändert, nur Torwart Alexander Schwolow und Matteo Guendouzi waren in der Startelf geblieben. Dardai ging damit ein hohes Risiko ein, seine Anfangsformation hatte so noch nie zusammengespielt. Aber er wurde belohnt. „Viele Leute haben vielleicht den Kopf geschüttelt, aber ich hatte ein gutes Gefühl. Das hatte sich schon beim Training angedeutet“, sagte Dardai.

          Und noch etwas hatte der Ungar laut eigenem Bekunden geahnt. Beim 1:1 in Mainz war Krzysztof Piatek aus Berliner Sicht zur tragischen Figur geworden, weil er eine große Chance auf den Siegtreffer kläglich vergeben hatte. Dardai berichtete von einer Unterredung mit dem Polen. „Er war so traurig, aber ich habe ihm gesagt er soll nicht mehr darüber nachdenken“, erzählte Dardai. „Er ist so ein guter Stürmer, der macht schon sein Tor.“

          Dardais Rotation zahlt sich aus

          So sollte es tatsächlich kommen. Einen Schuss von Jordan Torunarigha ließ Freiburgs Torwart Florian Müller nach vorn abprallen, direkt vor die Füße von Piatek, der keine Mühe hatte, zum 1:0 zu vollenden (13.). Bis dahin hatte Freiburg die Anfangsphase bestimmt, doch gleich der erste Schuss der Berliner aufs gegnerische Tor saß. Der zweite Versuch auch. Nach einem Pass von Santiago Ascacibar ließ Nemanja Radonjic Freiburgs Philipp Lienhart an der Grundlinie ins Leere laufen und flankte dann präzise auf Peter Pekarik, dessen Kopfball das 2:0 brachte (22.).

          Schon zu diesem frühen Zeitpunkt hatte sich Dardais radikale Rotation ausgezahlt, die der Trainer wegen des extremen Programms wählte, das die Berliner nach ihrer zweiwöchigen Quarantäne zu bewältigen haben. Nicht weniger als sechs Spiele in 20 Tagen müssen sie bestreiten, frische Kräfte werden da dringend gebraucht.

          Ganz und gar nicht frisch wirkten die Freiburger nach dem frühen Rückstand. Mehr als ein paar gefällige Ballpassagen kamen nicht heraus, lediglich Ermedin Demirovic wurde vor der Pause noch einmal gefährlich (42.). Streich wechselte zur Pause das System von Dreier- auf Viererkette, für Keven Schlotterbeck brachte er Vincenzo Grifo. Die Maßnahmen griffen zunächst, Höler hätte zwei Mal für den Anschlusstreffer sorgen können (48., 53.). Weil der aber nicht fiel, wurde die Hertha wieder stabiler.

          Die Berliner überließen den Freiburgern nur zu gern den Ball, zogen sich tief in die eigene Hälfe zurück und verteidigten so ziemlich alles vom eigenen Tor weg. Der eingewechselte Cunha hätte auf 3:0 erhöhen können (73.), doch sein Versuch landete am Pfosten. Beinahe im Gegenzug verpasste der eingewechselte Nils Petersen den Anschlusstreffer (74.). Besser sollte es aus Freiburger Sicht nicht mehr werden, nur schlechter. Radonjic traf nach sehenswertem Alleingang zum 3:0 (85.).

          Herthas nächstes Spiel steht schon am Sonntag gegen Arminia Bielefeld auf dem Programm. Vier Punkte hatte Dardai nach der Zwangspause aus den ersten drei Spielen gefordert. Die hat seine Mannschaft jetzt schon eingefahren.

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