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0:6-Pleite in Bundesliga : Hertha BSC wird vorgeführt

  • Aktualisiert am

Spiel mit Frustpotential: Lucas Tousart und die Hertha verlieren deutlich. Bild: Reuters

Drei Tore bereits in der ersten Hälfte, nach dem Wechsel drei weitere obendrauf: RB Leipzig hat mit den Berlinern leichtes Spiel, die Hertha enttäuscht auf ganzer Linie.

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          Die Fans von RB Leipzig sangen schon lange vor dem Schlusspfiff inbrünstig das Vereinslied der Hertha „Nur nach Hause“, der Berliner Trainer Pal Dardai flüchtete sich auf der Bank in ein süffisantes Grinsen. Mit einer hilflosen Leistung ist Hertha BSC 0:6 (0:3) bei RB Leipzig untergegangen und hat den Leipzigern damit bei der Krisenbewältigung geholfen. „Es war ein scheiß Tag für uns. Wir waren immer einen Schritt zu spät dran, haben billige Gegentore bekommen. Es war von A bis Z nicht gut“, sagte Hertha-Stürmer Davie Selke bei Sky. 

          Bundesliga

          Von einer Diskussion um Trainer Pal Dardai wollte der ehemalige Leipziger allerdings nichts wissen. „Ich will keine Floskeln raushauen. Und fangt mir nicht mit einer Trainerdiskussion an. Wir stehen hinter dem Trainerteam“, betonte der 26-Jährige. „Die Erfahrung von Pal und seinem Team brauchen wir auch. Wir werden gestärkt zurückkommen.“

          Vor dem richtungsweisenden Spiel in der Champions League am Dienstag gegen den FC Brügge hat Trainer Jesse Marsch nun etwas mehr Ruhe. „Nicht nur der Sieg, sondern die Leistung tut uns sehr gut. Ein 6:0 ist eine Ansage. Wir sind als Team der Gewinner. Der Sieg tut gut, wenn man daran denkt, was die letzten Wochen passiert ist“, sagte Stürmer Yussuf Poulsen.

          Christopher Nkunku (16. Minute) belohnte die hoch überlegenen Leipziger früh mit der Führung. Yussuf Poulsen (23.) baute diese vor 23.500 Zuschauern bei seinem ersten Startelf-Einsatz in dieser Saison aus. Nordi Mukiele (45.+2) sorgte bereits vor der Pause für die Vorentscheidung in der einseitigen Partie. Emil Forsberg (60./Foulelfmeter), abermals Nkunku (70.) und Amadou Haidara (77.) machten das Schützenfest perfekt. In der Gesamtbilanz gegen Hertha bejubelte Leipzig den neunten Sieg im elften Duell und traf dabei insgesamt 39 Mal.

          Nach dem Stolperstart mit nur einem Sieg drehte Marsch fast alles auf links. Neuer Rasen, neue Taktik, neuer Stürmer. Vor allem die Rückkehr zur unter Vorgänger Julian Nagelsmann praktizierten Dreierkette verlieh dem Leipziger Spiel mehr Sicherheit und Stabilität. Und vorn sorgten der für André Silva in die Startelf gerückte Poulsen, Forsberg und Nkunku dafür, dass die Berliner Abwehr schon beim Spielaufbau bisweilen Panikanfälle bekam.

          Nkunku erzielt den Führungstreffer

          Forsberg hätte schon nach drei Minuten für den ersten Dämpfer sorgen können. Doch nach einem kapitalen Patzer von Hertha-Torwart Alexander Schwolow beim Herauslaufen traf der Schuss des Schweden aufs leere Tor nur den Kopf von Marton Dardai. Die Aktion zeigte allerdings, was die Zuschauer an diesem Nachmittag erwarten würde: Enorm pressende und ballsichere Leipziger sowie eine Berliner Mannschaft, bei der vom Selbstvertrauen von zuletzt zwei Siegen nacheinander wenig zu spüren war.

          So fand sich Nkunku nach einem langen Ball von Klostermann, den Poulsen geistesgegenwärtig passieren ließ, vor Schwolow wieder und musste den Ball nur über den Berliner Keeper lupfen. Beim zweiten Tor bedankte sich der von Haidara geschickte Nkunku mit einem Querpass auf Poulsen.

          Hertha fand offensiv nicht wirklich statt, hatte Probleme im eigenen Spielaufbau. Das dritte Leipziger Tor war praktisch nur eine Frage der Zeit, der Präzision – und des Videobeweises. Erst traf Forsberg (34.) die Latte, dann wurde Klostermanns (36.) Treffer vom Kölner Keller wegen Abseits aberkannt. Aber beim von einem wunderbar langen Angeliño-Freistoß bedienten Mukiele-Tor hatte selbst der Referee am Bildschirm keine Einwände.

          Hertha-Trainer Pal Dardai reagierte in der Halbzeit auf das Fiasko und stellte in der Abwehr von einer Dreier- auf eine Viererkette um. Zudem brachte der Ungar Dennis Jastrzembski als Linksaußen, der den früheren Leipziger Davie Selke mit Flanken füttern sollte.

          Breites Grinsen: Leipzigs Nordi Mukiele hatte sichtlich Spaß.
          Breites Grinsen: Leipzigs Nordi Mukiele hatte sichtlich Spaß. : Bild: Reuters

          Dazu brauchte Hertha allerdings den Ball – und das war zunächst noch immer ein Problem. So schickte Marton Dardai (50.) mit einem unglaublichen Fehlpass einfach mal Nkunku auf die Reise, der jedoch drüber schoss. Auch Mukieles Schuss (53.) landete über dem Tor, nachdem sich RB wie im Training durch den Hertha-Strafraum kombinieren durfte.

          Wenn es schnell wurde, war Hertha hilflos. Poulsen schickte Nkunku in den Berliner Strafraum und genau dort packte Nationalspieler Niklas Stark eine Grätsche aus. Forsberg verwandelte den fälligen Elfmeter problemlos. Dann schaltete Marsch schon in den Brügge-Modus und nahm Poulsen, Forsberg sowie Kevin Kampl vom Platz. RB ließ trotzdem nicht nach, allen voran Nkunku. Der Franzose legte einen Freistoß aus 18 Metern genau in den Winkel, sieben Minuten später legte Haidara nach.

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