https://www.faz.net/-gtm-a7ddn

Herthas große Ambitionen : Was ist los mit dem „Big City Club“?

  • Aktualisiert am

Kein Sieg bei der Arminia: Hertha-Trainer Bruno Labbadia Bild: dpa

Hertha BSC blamiert sich beim Aufsteiger Arminia Bielefeld mit einem erschreckend schwachen Auftritt. Nun sind es für die mit Europa-Ambitionen gestarteten Berliner nur noch fünf Punkte bis zur Abstiegszone.

          2 Min.

          War es Trotz, Ignoranz oder einfach nur Taktik? Mit dem Kampf um den Klassenverbleib wollte sich Trainer Bruno Labbadia nach dem abermaligen Rückschlag mit Hertha BSC jedenfalls nicht beschäftigen. Auf die Frage, ob dieser mit dem 0:1 nach schwacher Leistung bei Aufsteiger Arminia Bielefeld nun begonnen habe, antwortete Labbadia jedenfalls: „Wir haben vor allem die große Möglichkeit verpasst, den Anschluss nach vorne herzustellen.“

          Bundesliga

          Neun Punkte und sechs Plätze sind die begehrten Europacup-Ränge für die Berliner nun entfernt – der kommende Gegner 1. FC Köln auf dem Relegationsplatz dagegen nur noch schlappe fünf. Spätestens eine Niederlage beim FC dürfte auch Labbadia in heftige Erklärungsnot bringen. Doch vom Überlebenskampf zu sprechen, passt nicht zu der neuen Hybris des „Big City Clubs“.

          Wegen der verlorenen Zweikämpfe in den entscheidenden Momenten „können wir uns echt in den Arsch beißen“, sagte der Trainer, der dennoch nur nach vorne blicken wollte. „Wir haben bewusst den Ansatz gewählt, dass wir die Lust aufs Gewinnen entwickeln müssen und weniger Angst vorm Verlieren haben dürfen.“ Das Problem: Von einer Lust aufs Gewinnen war bei seinen Spielern am Sonntagabend aber so rein gar nichts zu spüren. Niklas Stark und Maximilian Mittelstädt kritisierten im Anschluss den mangelnden Willen ihres Teams. Einerseits lobenswert ehrlich, andererseits aber auch irgendwie so, als hätten sie nicht dazu gehört.

          „Wir haben den Kampf nicht so angenommen. Das darf nicht passieren“, sagte Mittelstädt. Und Stark monierte: „Es geht nicht nur mit Schönspielen. Man muss auch mal dagegenhalten.“ Labbadia reagierte auf diese Worte mit leichtem Zynismus. „Wenn Niklas das sagt“, meinte der 54-Jährige: „Er ist ja Spieler und stand mit auf dem Platz.“

          Doch Starks Kritik setzt durchaus am richtigen Punkt an. Denn die Mannschaft scheint in Sachen Mentalität zu schwach zusammengestellt, was mehr und mehr auch Manager Michael Preetz in den Fokus der Kritik rückt. Und die individuelle Qualität ist nicht so groß, dass das Fehlen des besten Fußballers Matheus Cunha kompensiert werden könnte. „Er ist ein Spieler, der das Besondere reinbringen kann“, sagte Labbadia: „Das hätten wir als Mannschaft auffangen müssen. Aber das haben wir nicht gemacht.“

          Doch obwohl die Hertha mit acht nun die Hälfte der 16 Pflichtspiele dieser Saison verlor, versuchte Labbadia die Pleite in Bielefeld als Ausrutscher auf dem Weg nach oben zu verkaufen. „Gerade in den letzten Wochen hatten wir das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein“, sagte Labbadia und erinnerte an das 3:0 gegen den damaligen Tabellenletzten Schalke: „Und wir dachten echt, dass wir den nächsten Schritt gehen können. Das haben wir uns nun kaputtgemacht.“

          Fakt ist: In den kommenden drei Spielen gegen den 16. Köln, den 14. Hoffenheim und den 13. Bremen muss sich der Tabellenzwölfte aus Berlin erst mal der Konkurrenten im Rücken entledigen. Bevor er auch nur leise wieder das Träumen beginnt.

          Weitere Themen

          Proteste gegen geplante Super League Video-Seite öffnen

          Leeds United : Proteste gegen geplante Super League

          Die Spieler von Leeds United setzten vor dem Heimspiel gegen den FC Liverpool ein deutliches Zeichen. „Earn It" stand auf ihren Trikots mit denen sie sich vor dem Spiel warmmachten und auf denen auch das Logo der Champions League zu sehen war.

          Gute Kommunikation führt zum Erfolg

          Beachvolleyball : Gute Kommunikation führt zum Erfolg

          Chantal Laboureur und Cinja Tillmann hatten vorher noch nie zusammengespielt und überraschen beim Beachvolleyball-Turnier in Cancun mit einem Siegeszug. Ihr Schlüssel zum Sieg gilt für alle Partnerschaften.

          Topmeldungen

          Sven Schulze, Vorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt, enthüllt ein Wahlplakat der CDU, auf dem ein Porträt des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff zu sehen ist.

          Nach Werbung für Söder : Haseloff in der Defensive

          Als erster Parteigrande warb Sachsen-Anhalts Ministerpräsident für Söders Kandidatur – und beanspruchte, für die ostdeutsche CDU zu sprechen. Damit hat sich Reiner Haseloff vor der Landtagswahl in eine schwierige Lage gebracht.
          Immer wieder Polizeigewalt: Jesse Jackson und Al Sharpton mit den Familien von George Floyd und Daunte Wright in Minneapolis am 19. April

          Prozess gegen Derek Chauvin : Der Geist von George Floyd

          Nach den Schlussplädoyers im Chauvin-Prozess in Minneapolis hoffen Bürgerrechtler auf eine harte Strafe für den Polizisten. Auch weil ein mildes Urteil zu neuen Unruhen in Amerika führen könnte.
          Lecker und nahrhaft: Käsebrot

          Mythen zur Fitness-Ernährung : Ein Käsebrot tut’s auch

          Ohne Shakes und Proteinpudding Muskeln aufbauen – geht das? Und vernichten Kohlenhydrate wirklich jede Strandfigur? Unsere Autorin hat fünf Mythen zum Thema Fitness-Ernährung geprüft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.