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3:0 bei Hertha BSC : Leipzig nimmt die Einladung zur Bayern-Jagd an

  • -Aktualisiert am

Wieder näher an den Bayern dran: Jubel bei Marcel Sabitzer nach dem Treffer gegen Hertha. Bild: EPA

Leipzig ist zurück im Bundesliga-Meisterrennen. Nach der Niederlage der Münchner gewinnt RB nach anfänglicher Mühe bei Hertha BSC. Den Sieg leitet ein sehenswerter Treffer aus der Distanz ein.

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          Matteo Guendouzi packte seinen ganzen Frust in die muskulösen Oberschenkel und sprintete los. So schnell, dass die anderen Spieler ihm kaum folgen konnten. Seine langen, lockigen Haare wehten in der leichten Februar-Brise, die durchs ohnehin immer zugige Olympiastadion blies. Nur war es keiner dieser Läufe, die in den unzähligen Datenbänken und Analysen im Anschluss an ein Bundesliga-Spiel auftauchen.

          Bundesliga

          Guendouzi lief los, als die meisten seiner Kollegen bereits unter der Dusche waren. Jedenfalls diejenigen, die von Beginn an spielen durften. Zu denen zählte der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler nicht, und doch hatte er eine entscheidende Rolle eingenommen im Bundesligaspiel zwischen Hertha BSC und RB Leipzig. Sein folgenschwerer Fehler Mitte der zweiten Halbzeit hatte zur Entscheidung in diesem Spiel beigetragen. Hertha unterlag Leipzig deutlich 0:3.

          Die Berliner konnten ihr achtes Spiel nacheinander nicht gewinnen und stecken fest im Abstiegskampf, Leipzig dagegen ist zurück im Rennen um die deutsche Meisterschaft. Durch den Sieg verkürzte die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann den Rückstand auf den Tabellenführer Bayern München auf nur noch zwei Punkte.

          „Das hat mich sehr beeindruckt“

          Nicht einmal zehn Tage ist es her, da lag RB noch sieben Zähler hinter den Münchnern, die seit ihrer Rückkehr von der Klub-Weltmeisterschaft in Qatar aber schwächeln. Leipzig dagegen erfüllte die eigenen Aufgaben. Zuerst gegen Augsburg (2:1), jetzt in Berlin. „Mich hat die Reaktion der Mannschaft sehr beeindruckt, dass sie nie aufgesteckt und weiter Gas gegeben hat. Das waren wichtige Punkte“ sagte Nagelsmann.

          In den vergangenen Jahren hatte RB die Hertha immer zuverlässig aus dem eigenen Stadion geschossen. Um dem zu entgehen, hatte Herthas Trainer Pal Dardai versucht, den Gegner zu überraschen. Er wählte neues Personal, welches er dann in einer ungewohnten Formation (3-4-1-2) auflaufen ließ. Neben dem prominenten Winterzugang Sami Khedira gab ein weniger prominenter Berliner sein Debüt in der Startelf: Marton Dardai, 19 Jahre alt, zweitältester der drei Söhne des Trainers.

          Torwart schaut verdutzt hinterher

          Dardai junior spielte in der Dreierkette, die in der Anfangsphase noch ihre Probleme hatte, sich richtig zu finden. Nach fünf Minuten lief der Südkoreaner Hwang frei auf Herthas Torwart Rune Jarstein zu, scheiterte aber mit seinem schwachen Abschluss. Die Berliner kamen nach diesem Schreckmoment besser ins Spiel und näherten sich kontinuierlich dem gegnerischen Tor. Zuerst rutschte Piatek knapp an einer Eingabe von Maximilian Mittelstädt vorbei, dann konnte Lukas Klostermann einen Schuss von Dodi Lukebakio im allerletzten Moment noch blocken (22.).

          Auch sein Kollege Willi Orban musste bei seinem Einsatz gegen den umtriebigen Cunha viel riskieren (26.). Just als die Hertha also richtig gut drin war im Spiel, folgte der Auftritt von Marcel Sabitzer. Aus 25 Meter traf der Leipziger Kapitän den aufspringenden Ball perfekt, so dass der in hohem Bogen aufstieg und sich dann derart senkte, dass Torwart Jarstein nur verdutzt hinterherschauen konnte. So sah sie also aus, Sabitzers Antwort auf das verlorene Spiel in der Champions League gegen Liverpool (0:2), welches der Österreicher mit einem herben Fehlpass eingeleitet hatte.

          In Berlin leitete sein Schuss dagegen eine vergleichsweise ruhige zweite Halbzeit für die Leipziger ein. Routiniert spielte RB das eigene Programm runter, Hertha fiel es wie schon in den vergangenen Spielen schwer, zu Chancen zu kommen. Gefährlich wurde es nur, als Lukebakio über rechts in den Strafraum eindrang und zum Abschluss kam (48.).

          Hertha betrieb weiter einen hohen Aufwand, aber der Fehler des eingewechselten Guendouzi brachte schließlich die Entscheidung zugunsten des Favoriten. Der Franzose versuchte, im eigenen Strafraum den Ball abzuschirmen, was aber kläglich misslang, so dass es nur eines energischen Remplers von Tyler Adams bedurfte, um ihn davon zu trennen. Nordi Mukiele wuchtete den Ball ins Tor (71.). Von diesem Schlag erholten sich die Berliner nicht mehr. Im Anschluss an eine Ecke flankte Sabitzer in die Mitte, wo Willi Orban problemlos zum 3:0 per Kopf vollendete (84.). „3:0 – das sieht nicht schön aus. Wir haben die Tore zu den schlechtesten Momenten bekommen“, sagte Trainer Dardai.

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