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Nach Entlassung Schmidts : Heiko Herrlich übernimmt in Augsburg

  • -Aktualisiert am

Heiko Herrlich kehrt als Trainer des FC Augsburg in die Bundesliga zurück. Bild: Reuters

Heiko Herrlich übernimmt in Augsburg das Traineramt von Martin Schmidt. Den FCA-Geschäftsführer Reuter kennt Herrlich bereits aus vergangenen BVB-Tagen. Besonders eine gemeinsame Erinnerung dürfte nun wieder wach werden.

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          Heiko Herrlich hat bei seiner Präsentation als neuer Trainer des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg dann doch noch eine amüsante Geschichte erzählt. Die SMS von Augsburgs Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter, in der ihm die Stelle beim FCA angeboten wurde, kam am Sonntagabend um 22.45 Uhr. „Ich war um zehn aber schon schlafen gegangen. Ich habe dann am nächsten Morgen zurückgerufen.“ Einen weiten Weg zu seinem neuen Arbeitgeber hatte Heiko Herrlich, 48, dann nicht. Sein Lebensmittelpunkt lag zuletzt im Tiroler Ort Kufstein.

          Herrlich folgt auf Martin Schmidt, dessen Entlassung Reuter, Vereinspräsident Klaus Hofmann und der für die Finanzen zuständige Geschäftsführer Michael Ströll nach der 0:2-Niederlage beim FC Bayern beschlossen hatten. Was die Verantwortlichen dem Schweizer Schmidt vorhielten: vor allem dass die Ergebnisse nicht stimmten. Aus acht Rückrundenspielen holte der FC Augsburg nur vier Punkte, glitt aus dem Mittelfeld in die Abstiegszone. Reuter sprach von einer „gefährlichen Situation, die nicht jeder erkannt hat. Wir werden nach Niederlagen seit Wochen und Monaten zu sehr gelobt.“ Dazu trug freilich auch er selbst bei, indem er unentwegt das Hohelied auf Schmidts Umschaltfußball mit wenig Ballbesitz sang. Nun sagt Reuter: „Die Statistik bei Zweikämpfen und Fehlpässen sprach gegen Martin Schmidt.“

          Statistischer Fakt ist aber auch, dass keiner der drei Trainer, die Reuter in seiner Zeit in Augsburg einstellte, ihren Vertrag erfüllen durften. Aus der ruhigen Hand, die der FCA zu seinem Markenkern machte, ist eine zittrige geworden. Sowohl Dirk Schuster als auch Manuel Baum und nun Martin Schmidt mussten gehen, obwohl sie nicht auf einem Abstiegsplatz standen. Dabei wertet es der Klub stets als Erfolg, „wenn wir drei Mannschaften finden, die in der Tabelle hinter uns stehen“.

          Die Frage, ob ein Trainerwechsel erfolgt wäre, wenn Stürmer Florian Niederlechner am Sonntag in München für ein durchaus mögliches 1:1 gesorgt hätte, brachte Reuter ins Schleudern. Er floskelte: „Fußball ist ein Ergebnissport, das wissen Sie doch.“ Herrlich, der für „Gier, Leidenschaft, Siegermentalität steht“ (Reuter), verlor sich ebenfalls in Phrasen. Er wolle „Biss und Leidenschaft auf die Ränge überspringen lassen“ (die aber wohl leer sein werden am Sonntag bei seinem Debüt gegen Wolfsburg), zum bevorzugten Spielstil vermochte er nur zu sagen, „dass ich alle Elemente erfolgreichen Fußballs übernehmen will“.

          Reuter und Herrlich haben zusammen bei Borussia Dortmund mal eine Saison erlebt, in der sich die Mannschaft lange nicht der Gefahr bewusst war. „Wir waren nach acht Spieltagen auf Platz eins, am Ende musste uns Udo Lattek vor dem Abstieg retten“, erinnert sich Heiko Herrlich. Seine eigene Trainerkarriere verlief weitgehend im Nachwuchsbereich, mit Regensburg stieg er in die 2. Liga auf, in Leverkusen wurde er nach eineinhalb Jahren entlassen. Das war kurz vor Weihnachten 2018 und die Angebotslage seitdem überschaubar. Anfragen, so Herrlich, kamen „aus China und Dubai“.

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