https://www.faz.net/-gtm-97nx4

0:0 gegen Mainz : Der HSV bietet das ganz große Drama

  • -Aktualisiert am

Filip Kostic war die tragische Figur beim Hamburger SV. Bild: dpa

Im Abstiegskrimi gegen Mainz sollte unbedingt ein Sieg her für die Hamburger. Doch nicht nur der Videobeweis hat etwas dagegen. Selbst in Überzahl gelingt kein Tor. Ein HSV-Spieler wird zur tragischen Figur.

          2 Min.

          Wer keine Tore schießt, kann nicht gewinnen und steigt aus der Bundesliga ab – das Hauptproblem des Hamburger SV wurde selten so deutlich wie am Samstagnachmittag gegen den schwachen 1. FSV Mainz 05. Fünf große Möglichkeiten, darunter Filip Kostics Elfmeter in der 63. Minute, ließ der HSV ungenutzt und kam nur zu einem 0:0 gegen Mainzer, die nach einer Gelb-Roten-Karte für Leon Balogun eine halbe Stunde lang zu zehnt spielten. Der 20 Jahre alte Torwart Florian Müller schenkte den Mainzern bei seinem Bundesligadebüt mit schönen Paraden und einem gehaltenen Strafstoß diesen enorm wichtigen Punkt – der FSV bleibt sieben Punkte vor dem HSV, ist in solcher Form aber ein heißer Kandidat für den Relegationsrang.

          Bundesliga

          „Hier ist immer noch die 1. Bundesliga!“, rief Stadionsprecher Lotto King Karl den nur noch 46 000 Fans im Volksparkstadion zu. Es herrscht Flaute beim Kartenverkauf, und das lag nicht am unattraktiven Gegner. Die Hamburger sind Abstiegskampf leid. Vor der Arena wirkte die Szenerie auch nicht gerade wie Fußball – die Polizei war mit einem Wasserwerfer vorgefahren, zudem standen Einsatzfahrzeuge der Reiterstaffel an der Stadioneinfahrt.

          Dass es eines von zehn Endspielen war, wie Trainer Bernd Hollerbach vor dem Spiel gesagt hatte, sah man an der Aufstellung: Bobby Wood nicht im Kader, Andre Hahn auf der Bank, stattdessen Sven Schipplock in der Startelf. Hollerbach versuchte alles aus seinem missraten zusammen gestellten Kader herauszuholen. Schipplock hat in dieser Saison noch gar keine Rolle gespielt, und so wirkte sein Mitwirken zunächst wie eine verzweifelte Tat des Trainers. Der Stürmer zeigte dann aber eine gute Leistung. Bei den Mainzern stand Florian Müller im Tor, weil weder Robin Zentner (Prellung) noch René Adler (Infekt) rechtzeitig fit geworden waren. Dass der Torwart-Oldie mal ausfällt, kennt man in Hamburg allzu gut, fehlte Adler doch in seinen HSV-Jahren verletzt oder krank sehr häufig. Neun Einsätze hat er in dieser Saison erst für die 05er bestritten.

          Und wie es im Fußball so oft ist – Schipplock und Müller standen im Mittelpunkt der ersten aufregenden Szene. Es war eine sogenannte hundertprozentige Chance, die sich dem Hamburger Stürmer bot, doch aus acht Metern scheiterte er mit seinem Volley-Schuss am gut reagierenden Müller. Vier Minuten später wehrte er Walaces Fernschuss ab. Auf der Gegenseite kam Robin Quaison im Strafraum an den Ball, sein Schuss stellte Christian Mathenia im Hamburger Tor aber vor keine Probleme. Es war eine muntere Partie, die zunächst gar nicht nach Abstiegskampf aussah.

          Hamburg spielte ungewohnt gepflegt, behielt Vorteile, vergab durch Kostic in der 22. Minute die Führung, als Müller seinen Schuss blitzschnell an die Latte lenkte. Zwei Minuten später stand Kostic beim vermeintlichen Führungstreffer deutlich im Abseits. Köln, bitte melden! Per Videobeweis wurde das Tor zurückgenommen. Der HSV war gegen schwache Mainzer nun deutlich überlegen. Nach vorne war es ein rheinhessisches Fehlerfestival. Beim HSV wollte der Ball nicht ins Tor – das ist das bekannte Problem dieser Saison.

          Nach der Pause brachte Hollerbach den nächsten Offensiven: Luca Waldschmidt kam für den fahrigen Aaron Hunt. Auch Waldschmidts Einfluss auf das bisherige Abschneiden war verschwindend gering. Van Dongelen vergab in der 49. Minute die nächste Großchance, und dann kam auch mal Mainz nach vorne. Daniel Brosinskis Freistoß strich am Tor vorbei. In der 61. Minute musste Balogun den Platz verlassen, er hatte in der ersten Halbzeit die Gelbe Karte gesehen und dann im Strafraum Waldschmidt umgeschubst. Den schwach getretenen Elfmeter Kostics hielt Müller mühelos (62.). Hollerbach hatte nun auch Hahn und Fiete Arp auf dem Rasen, aber zum ersten Sieg im sechsten Spiel des neuen Trainers reichte es nicht.

          Das Sicherheitsaufgebot in Hamburg war groß. Bilderstrecke
          Das Sicherheitsaufgebot in Hamburg war groß. :

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          UEFA entscheidet : Münchner EM-Arena nicht in Regenbogenfarben

          Die UEFA beruft sich auf ihre politische Neutralität. Das Zeichen im Sinne „der Weltoffenheit und Toleranz“ hätte sich gegen die Politik von Ungarns Ministerpräsident Orban gerichtet. Die Arena könnte nun an einem anderen Tag in Regenbogenfarben leuchten.
          Wohnhäuser wie dieses findet man nur noch selten in Frankfurt, außer man ist steinreich.

          Stadtplanung im Ballungsraum : Die Wohnungsbau-Misere

          Vor zehn Jahren war der Markt für Wohnungen in Frankfurt noch in Ordnung. Seither geht es bergab. Doch auf der Suche nach den Gründen muss man noch weiter zurückblicken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.