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0:0 gegen Hertha : Heidel verlässt Mainz mit Platz sechs

Europa, wir kommen. Mainz und Baumgartlinger spielen in der Europa League. Bild: AFP

Mainz 05 sieht sich als Meister der kleinen Vereine: Zum Abschied von Manager Heidel qualifiziert sich der Klub erstmals direkt für die Europa League. Gegner Hertha BSC muss nach dem 0:0 dagegen in zwei Strafrunden.

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          Der FSV Mainz 05 hat die Meisterschaft der kleinen Vereine gewonnen, Hertha BSC Berlin muss nach einer lange Zeit herausragenden Saison in zwei Strafrunden. Das ist die Folge aus dem 0:0 im Duell zweier Teams, die in der abgelaufenen Spielzeit mehr erreichten, als ihnen vor Saisonbeginn zugetraut wurde.

          Der Mainzer Trainer Martin Schmidt sprach in den Tagen vor dem Spiel davon, dass die Direkt-Qualifikation für die Europa League eigentlich das höchste anzustrebende Ziel, also eine Meisterschaft für einen wirtschaftlich limitierten Klub wie Mainz 05 ist. Da es gegen Hertha BSC Berlin zudem im direkten Duell um die Qualifikation für die Gruppenphase für die Europa League ging, bezeichnete Schmidt das Spiel gar als „Europapokalfinale“. Die Mainzer wollten unbedingt vermeiden, abermals wie in den Jahren 2011 und 2014 in die Qualifikationsrunde zu müssen, in der sie zweimal kläglich gescheitert waren. „Wir alle inklusive Umfeld haben es uns verdient, dass uns dieser Spießrutenlauf erspart bleibt“, sagte Kapitän Julian Baumgartlinger zur ersten Teilnahme an der Gruppenphase des zweitwichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs.

          Wenngleich das umkämpfte Spiel vor 34.000 Zuschauern ohne Sieger endete, so ist Mainz also ein Gewinner des letzten Spieltags. Platz sechs sichert nicht nur mindestens drei Heimspiele gegen internationale Gegner und 2,5 Millionen Antrittsprämie. Hertha BSC Berlin, lange Zeit auf Champions-League-Kurs und in der Rückrunde sukzessive abgerutscht in der Tabelle, muss sich derweil auf eine erschwerte Saisonvorbereitung einstellen. Der Siebte der Bundesliga muss zwei Qualifikationsrunden überstehen, ehe er in der „richtigen“ Europa League spielen darf.

          „Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir das heute nicht geschafft haben, wo wir wieder unser Gesicht der Hinrunde gezeigt haben. Wir haben es in den vergangenen Wochen verspielt, wo wir oft zu sorglos waren. Aber wir haben noch immer die Chance, die Gruppenphase zu erreichen“, sagte Hertha-Verteidiger Sebastian Langkamp. „Wir dürfen die Quali nun nicht als Strafrunden ansehen, sondern als Runden, in denen wir uns belohnen können.“

          Ende nach 24 Jahren: Manager Heidel verlässt den 1. FSV und geht nach Schalke. Bilderstrecke

          Diese Zusatzarbeit hätte sich die Hertha ersparen können, wenn Salomon Kalou eine seiner zahlreichen Chancen genutzt hätte. Die größte Chance vereitelte der Mainzer Torwart Karius, als er in der Nachspielzeit dem einschussbereiten Kalou den Ball von Füßen klaute. Womöglich wäre die Hertha erfolgreicher gewesen, wenn Torjäger Ibisevic nicht wegen einer Gelbsperre gefehlt hätte.

          Für die Mainzer, die durch Jhon Cordoba ihre besten Chancen hatte, war nach dem Spiel die Zeit gekommen, um Abschied zu nehmen. Zum einen verlässt Elkin Soto den Klub. Der dienstälteste Spieler hatte sich in seinem zehnten Jahr in Mainz nach einer extrem schweren Knieverletzung zurückgekämpft und durfte für die letzten 15 Sekunden noch einmal aufs Feld, das er dank der Übergabe der Spielführerbinde durch Baumgartlinger sogar als Kapitän verließ.

          Der schweigsame Kolumbianer wurde in seiner Zeit in Mainz dank seiner bescheidenen Art zum Publikumsliebling, entsprechend verlängerte der Klub im vergangenen Jahr nach der schweren Verletzung den Vertrag um ein Jahr, um Soto eine Reha in Mainz zu ermöglichen. Soto kehrt nun in seine Heimat Kolumbien zurück, wo er gerne bei seinem Stammverein Once Caldas eine letzte Saison bestreiten würde.

          Heidel „für immer Mainzer“

          Eine noch größere Lücke als Soto wird Manager Christian Heidel hinterlassen: Der 52 Jahre alte Mainzer verlässt den Klub nach 24 Dienstjahren in Richtung Schalke 04. Heidel war der Motor der Entwicklung des Klubs von einem Zweitliga-Verein zu einem etablierten Bundesligaklub, der sich nun zum dritten Mal in fünf Jahren für die Europa League qualifiziert hat. „Ich war mein halbes Leben bei Mainz 05 und ich habe keinen Tag bereut“, sagte Heidel im Rahmen seiner Ehrung auf dem Platz, wo er das erhielt, was ihm in Mainz verwehrt blieb: Einen Pokal mit der Aufschrift „Für immer ein Mainzer“. 

          Außer an den neuen Sportdirektor Rouven Schröder müssen sich die Mainzer Fans demnächst auch an einen neuen Stadionnamen gewöhnen: Die Mainzer Arena wird von der neuen Saison an, so die Verhandlungen nicht in letzter Sekunde platzen, den Namen Opel-Arena tragen.

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