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Lichtes Plan gegen Köln : Mainz konstant stabil? Hack arbeitet daran

  • -Aktualisiert am

Alexander Hack (Mitte) macht sich einen Kopf, wie er den Ball gegen den Bielefelder Schipplock abwehren kann. Bild: Witters/via firosportphoto

Direkter Konkurrent im Abstiegskampf: Gegen den 1.FC Köln stehen die Rheinhessen unter Erfolgsdruck. Trainer Lichte meint, das passende Defensivsystem gefunden zu haben.

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          Als Trainer wenig auf Bilanzen zu geben bedeutet ja nicht, sie nicht verbessern oder auszubauen zu wollen. Im Fall von Jan-Moritz Lichte („Bilanzen sind nicht so mein Ding“) dürfte manch einer von „müssen“ reden. Denn wenn er mit dem FSV Mainz 05 am Samstagnachmittag den 1.FC Köln (15.30 im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) empfängt, steht abermals ein Duell zweier Mannschaften an, die um den Klassenverbleib kämpfen.

          Bundesliga

          Dass die Rheinhessen aus ihren Bundesliga-Heimspielen gegen diese direkten Gegner im Abstiegskampf in der Vergangenheit in den allermeisten Fällen als Sieger hervorgegangen sind, mag als „nice to know“ durchgehen, spielt für Lichtes Vorbereitung aber keine Rolle. „Es sind immer wieder neue 90 Minuten, in denen man zeigen muss, dass man in der Lage ist, das Spiel zu gewinnen“, sagt er.

          Mainz lässt viele Punkte liegen

          Das ist den 05ern im bisherigen Saisonverlauf erst einmal gelungen, beim 3:1 in Freiburg. Gegen andere Konkurrenten in der unteren Tabellenregion haben sie Punkte liegen lassen, zwei gegen den FC Schalke 04 und gar alle drei am vorigen Wochenende bei Arminia Bielefeld. Diese 1:2-Niederlage auf der Alm war wohl das schmerzhafteste aller Ergebnisse der vergangenen Monate. Gleichwohl bescheinigt Lichte nicht nur den Kölnern, in den jüngsten Partien mit einer Systemumstellung mehr Sicherheit gefunden zu haben. „Auch wir haben eine gewisse Stabilität aufgebaut.“

          An dieser Einschätzung ändert die verlorene Begegnung beim Aufsteiger nichts. Das System mit einer Dreierabwehrkette nämlich, mit der die Mainzer vier ihrer fünf Punkte geholt haben, sei nicht verantwortlich für die beiden Gegentore gewesen. Schuld daran waren vielmehr individuelle Fehler und Nachlässigkeiten, auch ungenügendes Zweikampfverhalten in den Momenten, „von denen man noch gar nicht das Gefühl hat, dass es entscheidende Momente werden“, wie der Trainer später ausführte.

          Mehr Sicherheit

          Vom Grundsatz her habe sich die Umstellung auf eine 3-4-2-1-Formation bewährt. „Wir lassen wesentlich weniger Chancen zu als früher“ – das war angesichts der Gegentorfülle Lichtes zunächst wichtigster Ansatz. „Die drei zentralen Verteidiger geben uns mehr Sicherheit.“ Entgegen seiner Gewohnheit gewährt der Coach deshalb diesmal schon vor dem Spieltag Einblick in seine taktischen Überlegungen: „Es ist nicht geplant, etwas anderes zu machen, das können die Kölner ruhig wissen.“

          Damit wird auch Alexander Hack wieder in der Anfangsformation stehen, zum vierten Mal hintereinander, erst zum fünften Mal überhaupt in dieser Spielzeit. „Erst“ – weil der 27-Jährige mit seinem starken linken Fuß, seinem Spielaufbau, seinem Kopfballspiel, seinem Zweikampfverhalten und seiner Antizipationsfähigkeit eigentlich ein kompletter Innenverteidiger ist und seit Jahren unumstrittene Stammkraft sein müsste. „Ja, Sie sagen es: eigentlich“, räumt Hack ein und lacht.

          Hohe Messlatte

          Tatsächlich bewegte sich die Zahl seiner Einsätze seit 2016/17, als er erstmals fest dem Mainzer Bundesligakader angehörte, auf sehr konstantem durchschnittlichen Niveau: 15, 15, 14, 14. Immer mal wieder gelangte er in die erste Elf, absolvierte zwei sehr gute bis überragende Spiele, bevor ein Knick kam. „Man muss das alles reflektiert betrachten“, antwortet Hack auf die Frage, was es brauche, um sich auf dem hohen Level zu stabilisieren. „Für mich waren viele Saisons wegen einiger Verletzungen nicht so einfach. Und dann setzt man sich irgendwann dem persönlichen Druck aus, spielen zu wollen und zu müssen.“

          Mit diesem Druck kam er lange Zeit offenbar nicht zurecht, jetzt, als zentraler Innenverteidiger zwischen Jeremiah St. Juste und Moussa Niakhaté, könnte er es geschafft haben. In Freiburg machte er ein herausragendes Spiel, gegen die TSG Hoffenheim gehörte er mit einer nahezu fehlerfreien Leistung ebenfalls zu den besten Mainzern. Und auch in Bielefeld gab es nicht viel zu mäkeln; dass er den Ball beim ersten Gegentor unhaltbar abfälschte, war Pech. „Auf meiner jetzigen Position fühle ich mich wohl, und ich werde versuchen, den Rest der Saison konstant durchzuspielen“, sagt er. „Das ist für mich die Messlatte. Sollte für jeden die Messlatte sein.“ Nicht nur am Samstag gegen den 1.FC Köln, sondern auch am Dienstag bei Hertha BSC Berlin und, sofern ein Lockdown nicht für ein früheres Ende sorgt, im letzten Meisterschaftsspiel des Jahres gegen Werder Bremen.

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