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Kurswechsel bei der Arminia : Kramers jugendlich anmutende Neugier

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Der wissbegierige Neue bei Arminia: Bei jedem Spiel ein kleines bisschen schlauer werden. Bild: dpa

Nach der Trennung von Uwe Neuhaus hat die Arminia schnell einen Neuen gefunden.Vor allem eine Kompetenz von Trainer Frank Kramer ist den Klub-Verantwortlichen wichtig.

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          Frank Kramer nutzt auch Fußballfernsehspiele dazu, sich Notizen zu machen. Warum? Der neue Trainer des Bundesliga-Sechzehnten Arminia Bielefeld sagt: „Ich versuche bei jedem Spiel, das ich mir anschaue, etwas zu lernen und ein kleines bisschen schlauer zu werden.“

          Der am Dienstag vorgestellte Nachfolger des tags zuvor entlassenen Kollegen Uwe Neuhaus präsentierte sich auf Anhieb als dauerhaft wissbegieriger Fachmann. Mit seiner jugendlich anmutenden Neugier wirkte der 48 Jahre alte Bayer wie ein Gegenentwurf zu dem lebenserfahrenen Neuhaus, der mit seinen 61 Jahren im Fußball schon so viel erlebt hat, dass er zumeist aus seinem Fundus schöpfen konnte.

          Bundesliga

          Arminia Bielefeld indes will ab sofort einen anderen Kurs einschlagen, für den Kramer bürgen soll, der nur ein wenig Bundesliga-Erfahrung mitbringt: aus seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim (2012 für zwei Spiele) und der Spielvereinigung Greuther Fürth, wo er zwischen März und Mai 2013 den Abstieg des fränkischen Aufsteigers nicht mehr verhindern konnte. Im Jahr darauf führte der studierte Sport- und Englischlehrer die „Kleeblättler“ in der zweiten Liga auf Rang drei – und scheiterte in der Relegation am Hamburger SV. Seine zweite Zweitligastation bei Fortuna Düsseldorf 2015 hinterließ bis zu seinem vorzeitigen Abschied keine Spuren.

          Danach begann 2016 ein neues Bildungskapitel für Kramer beim Deutschen Fußball-Bund, als der Nachwuchstrainer bis 2019 die U-19-, U-20- und U-18-Junioren betreute. Als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums beim österreichischen Meister RB Salzburg eignete sich Kramer noch mehr Wissen rund um einen Fußballstil an, der auf viel Tempo, Pressing- und Gegenpressing-Elementen basierte. Die Arminia-Profis aber haben sich unter Neuhaus einen in Zweitligazeiten sehenswerten Ballbesitzfußball angeeignet, den Kramer auf Sicht mit ein paar anderen Komponenten bereichern dürfte.

          Weil dieser freundlich anmutende Trainer „keine Revolution“ bei einem Verein anzetteln will, der in Zukunft auch als jugendbewegter Aus- und Weiterbildungsklub wahrgenommen werden will, bereitet Kramer seine Spieler auf das Sonntagsspiel in Bielefeld gegen Union Berlin (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) so sorgsam wie möglich vor. „Alles muss peu à peu gehen“, sagt er vor seinem Bundesliga-Einstand auf der Alm, „aber der Weg muss klar sein, und man muss ihn immer entschlossen gehen.“ Anders kann es nicht sein nach zuletzt fünf sieglosen Spielen der Arminia.

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