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Bundesliga-Finale : Saison Furioso

Littbarski ist immer noch Ko-Trainer in Wolfsburg

Sich die Trainernamen in dieser Saison zu merken, war manchmal fast vergebene Liebesmüh, mitunter war es schwierig, den jeweils aktuellen Verein richtig zuzuordnen. In Stuttgart etwa folgte auf Gross dessen Assistent Keller und dann Labbadia, in Köln musste Soldo gehen und wurde durch Schaefer ersetzt, der entsetzt von diesem Profigeschäft hinwarf und von Finke kurzfristig beerbt wurde. Der hatte bei seiner Ankunft aus Japan als neuer Sportdirektor in Köln kategorisch ausgeschlossen, noch einmal auf dem Trainingsplatz zu stehen.

Schaefer aber war nicht der Einzige, der freiwillig ging – Rangnick verließ Hoffenheim, weil sein Mittelfeldstar Luiz Gustavo zu den Bayern transferiert wurde. Später wurde er beim FC Schalke Nachfolger von Magath, der selbst nur spektakuläre 24 Stunden brauchte, um die königsblaue Krawatte abzulegen und sich in das grüne Tuch des VfL Wolfsburg zu hüllen. Dort traf er auf Pierre Littbarski, der erfolglos versucht hatte, als Nachfolger des Engländers McClaren den Niedergang aufzuhalten und gerade noch gemutmaßt hatte, dass Magath in seiner Meistersaison Wolfsburg quasi kaputt trainiert habe. Vielleicht ist dies deshalb die größte Überraschung der Saison, größer als der Dortmunder Titelgewinn oder die Mainzer Qualifikation für die Europa League: Littbarski ist immer noch Ko-Trainer in Wolfsburg.

„So viele Fehler werden wir nicht mehr oft machen

Der Neu-Bayer Gustavo war im übrigen neben dem Dortmunder Sahin der beste defensive Mittelfeldspieler der Hinrunde gewesen – eine Position, die er, der Logik dieser Saison im allgemeinen und der beim FC Bayern im besonderen folgend, in München nur noch im Notfall ausfüllen durfte. Mit seiner Verpflichtung hatten die Bayern ihr Kontingent an potentiellen defensiven Mittelfeldspielern wieder auf sechs Kandidaten aufgefüllt, nachdem Mark van Bommel vom Hof gejagt worden war. Der Bayern-Kapitän wechselte in der Winterpause zum AC Mailand, und in dieser Vorbereitungszeit sei die „ganze Scheiße“, wie es Präsident Uli Hoeneß bei der Entlassung von Louis van Gaal völlig entspannt ausdrückte, losgegangen, allerdings mit einer anderen Personalie: Dass Thomas Kraft für Jörg Butt ins Tor rückte, habe die ganze Unruhe in den Verein gebracht, polterte Hoeneß, was möglicherweise aber daran lag, dass die Torhüter-Rochade von redseligen Bayern-Offiziellen dauernd zum Thema gemacht wurde. Es ging auch geräuschloser: In Hannover und Kaiserslautern wechselten die Stammbesetzungen im Tor, und kaum einer merkte es.

Auch andere Geschichten dieser Saison kündigten sich unauffällig an: Am Hamburger Millerntor etwa wurde der Lauterer Tiffert im Dezember während eines Interviews von Schneebällen getroffen – ein paar Monate später sorgte der Wurf eines Bierbechers für großes Aufsehen. Und der Dortmunder Trainer Klopp sagte nach der 0:2-Auftaktniederlage gegen Leverkusen: „So viele Fehler werden wir nicht mehr oft machen.“ Klopp hielt sein Versprechen. Das hätte man spätestens ahnen können, nachdem der FSV Mainz mit sieben Saisonsiegen gestartet war. Zuvor hatten das nur Bayern München (1995/96) und der 1. FC Kaiserslautern (2001/02) geschafft – und Meister war dann jeweils Borussia Dortmund geworden. Alles also schon mal da gewesen in der Bundesliga.

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