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2:2 „auf“ Schalke : Stöger in Köln vor dem Aus

  • -Aktualisiert am

Im Mittelpunkt in Köln: Peter Stöger. Bild: dpa

Schalke wollte erster Jäger der Bayern werden. Doch das verhindert das Schlusslicht. Ein Kölner Spieler trifft doppelt. Doch nach der Partie drehen sich alle Fragen nur um den Trainer des FC.

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          Schon vor dem Spiel mehrten sich die Anzeichen, dass die Tage von Peter Stöger als Trainer des 1. FC Köln bald gezählt sein dürften. Beim Auswärtsspiel gegen den FC Schalke 04 gab Stögers Mannschaft zwar ein Lebenszeichen von sich und glich dank der beiden Tore von Sehrou Guirassy (50./78.) zweimal aus. Die Moral der Mannschaft beim 2:2 gegen den Bundesliga-Dritten wird aber kaum ausgereicht haben, Stöger den Job zu retten.

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          Nach Informationen der Zeitung „Express“ kündigte Stöger kurz nach der Partie in der Kabine gegenüber der Mannschaft seinen Abschied von dem rheinischen Klub an. Sein Arbeitsvertrag war bis zum 30. Juni 2020 datiert. Schon unmittelbar nach dem Abpfiff hatte Stöger gemeinsam mit seinem Ko-Trainer und engsten Vertrauten Manfred Schmid vor der Kölner Fantribüne Position bezogen und unter dem Beifall der FC-Anhänger seine Kappe geschwenkt. Diese Geste wurde allenthalben als weiteres Zeichen für eine bevorstehende Trennung gewertet. Noch ein Indiz also nach den Dissonanzen der vergangenen Tage? „Das können Sie so interpretieren, mal sehen, was passiert“, sagte Stöger dem Fernsehsender „Sky“.

          Im „Kicker“ widersprach Stöger der Darstellung, er habe sich bereits verabschiedet. „Nein, das stimmt nicht, dass ich in der Kabine meinen Rücktritt verkündet habe“, zitierte das Fachmagazin am späten Samstagabend den 51-Jährigen. Nach „Kicker“-Informationen sollte es jedoch noch am Abend ein Treffen zwischen dem Coach und den FC-Verantwortlichen geben.

          Trotz des Achtungserfolges „auf“ Schalke beträgt der Rückstand des immer noch sieglosen Tabellenletzten auf den Relegationsplatz neun Punkte. Stöger selbst deutete den Auftritt vor den Fans als Signal des Dankes für die Unterstützung der Fans, die nach zwei Punkten aus dreizehn Spielen nicht selbstverständlich sei. Auf der offiziellen Pressekonferenz in der Gelsenkirchener Arena wollte Stöger die Gerüchte über eine bereits feststehende Trennung nicht bestätigen. Er kündigte jedoch an, dass es spätestens an diesem Sonntag „Klarheit geben wird“.

          Schon vor dem Spiel waren in Köln Spekulationen aufgekommen, der U 19-Trainer des FC, Stefan Ruthenbeck werde gemeinsam mit dem früheren Profi Kevin McKenna das Training beim Tabellenletzten übernehmen und die Mannschaft betreuen, bis eine endgültige Lösung gefunden sei. Stöger hatte Köln zunächst von der zweiten Liga in die erste geführt und schließlich sogar in die Europa League, ehe in dieser Saison, auch aufgrund einer verfehlten Transferpolitik um den damaligen Manager Jörg Schmadtke ein beispielloser Absturz folgte. Jüngst hatten sich bereits tiefe Risse zwischen Stöger und seinen Vorgesetzten abgezeichnet. So monierte der Fußball-Lehrer erst am vergangenen Donnerstag, der Klub habe sich „von ein paar Werten, die wir sehr lange im Verein gelebt haben, wie Vertrauen, Respekt und Verantwortung ein Stück weit losgelöst“.

          Ein Kölner Lichtblick: Stürmer Sehrou Guirassy traf doppelt. Bilderstrecke

          Guido Burgstaller (36. Minute) und Amine Harit (72.) hatten Schalke jeweils in Führung geschossen. Beflügelt von der furiosen Aufholjagd eine Woche zuvor beim 4:4 in Dortmund legten die „Königsblauen“ sich den Gegner zurecht – und brachten das gegnerische Bollwerk gegen Ende der ersten Hälfte ins Wanken. Vor Burgstallers Führungstreffer hatten die Westfalen erst am und dann im Strafraum freie Bahn. Oczipka (39.) und Naldo Kopfball (40.) hätten den Vorsprung noch vor der Pause ausbauen können.

          Trotz der scheinbar klaren Verhältnisse auf dem Rasen gaben sich die Kölner nicht auf, sondern starteten voller Tatendrang in die zweite Halbzeit und überraschten Schalke mit dem Ausgleichstor. Trainer Domenico Tedesco reagierte auf diesen Rückschlag mit einem Wechsel; nach knapp einer Stunde löste Goretzka im zentralen Mittelfeld Weston McKennie ab. Die Heimelf fand allmählich zurück zu ihrer Linie und ging durch Harit wieder in Führung, musste aber bei einem von Stambouli verursachten Handelfmeter abermals den Ausgleich hinnehmen. Naldo verpasste kurz vor Schluss knapp den Siegtreffer für die am Ende enttäuschten Schalker. In der Nachspielzeit verloren die Kölner zwar nicht mehr das Spiel, aber ihren Stürmer Yuya Osaki. Schiedsrichter Tobias Stieler ahndete den Versuch, mit einer „Schwalbe“ einen Elfmeter zu schinden und verwies den schon verwarnten Japaner mit „Gelb-Rot“ des Feldes. Schalke verpasste mit dem Unentschieden den Sprung auf den zweiten Platz.

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