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Nübel-Wechsel perfekt : Der FC Bayern und das Torhüter-Experiment

  • Aktualisiert am

Wechselt zum FC Bayern: Schalke-Torhüter Alexander Nübel Bild: Picture-Alliance

Alexander Nübel wechselt vom FC Schalke zum FC Bayern. Die Münchener statten den jungen Schlussmann mit einem langjährigen Vertrag aus. Der Transfer dürfte derweil nicht bei allen für Begeisterung sorgen.

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          Vor dem Abflug nach Qatar spielte Sportdirektor Hasan Salihamidzic noch den Unwissenden, doch kurz nach dem Start ins Trainingslager machte es der deutsche Fußball-Rekordmeister offiziell: Torhüter Alexander Nübel wechselt im Sommer ablösefrei vom Ligarivalen Schalke 04 zum FC Bayern und erhält in München einen Fünfjahresvertrag. Darauf habe man sich mit dem 23-Jährigen „in den vergangenen Tagen verständigt“, hieß es in der Münchner Mitteilung.

          Der ehemalige U21-Nationaltorhüter hatte Schalke schon vor Weihnachten darüber informiert, dass er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde. Sein Wechsel nach München war danach ein offenes Geheimnis, auch wenn Salihamidzic bis zuletzt mauerte. „Wir werden, wenn es so weit ist, eine Mitteilung dazu geben. Im Moment werden wir uns nicht dazu äußern“, hatte der Sportdirektor kurz vor der aufgrund von Problemen mit der Fluggastbrücke verspäteten Abreise nach Doha am Münchner Flughafen erklärt.

          Nübel wird in München zunächst die Nummer zwei hinter Nationaltorhüter Manuel Neuer. Sein Gehalt soll nach Informationen des Sport-Informationsdienstes (Sid) im Schnitt bei etwa 5,5 Millionen Euro pro Saison liegen – und damit unter den von den Schalkern gebotenen rund sieben Millionen Euro. Finanzielle Gründe waren also offensichtlich nicht ausschlaggebend für den Wechsel.

          „Verstehen müssen wir seine Entscheidung nicht“, hatte der Schalker Sportvorstand Jochen Schneider pikiert erklärt, als bekannt wurde, dass Nübel seinen Kontrakt bei den Königsblauen nicht verlängern wird. Als Konsequenz wird Nübel die Schalker in der Rückrunde nicht mehr als Kapitän anführen. „Wir haben uns gemeinsam darauf verständigt, dass Alex sein Kapitänsamt abgibt“, sagte Trainer David Wagner im Trainingslager im spanischen Fuente Alamo und fügte an: „Wir haben alle Pros und Contras auf den Tisch gelegt und sind zu dem Entschluss gekommen, dass es das Beste für die Mannschaft ist, wenn er das Amt abgibt, da es immer wieder zu Unruhen führen würde.“

          Der bodenständige gebürtige Paderborner hat in München ein klares Ziel: Er traut sich zu, der beste Torhüter der Welt zu werden, und er traut sich deshalb zu, sich zunächst gegen Rio-Weltmeister Neuer durchzusetzen. Zumindest hat er die klare Zusage, dass er als Nachfolger von Neuer aufgebaut wird.

          Nübel und die Münchner werden die Spielzeit 2020/2021 als Übergangssaison betrachten. Was die Münchner dem ehrgeizigen Neuer, dessen bis Sommer 2021 gültiger Vertrag angeblich bis Sommer 2023 verlängert werden soll, noch verdeutlichen müssen: Nübel soll bereits in der kommenden Saison ausgewählte Spiele bekommen.

          Nübel gilt als ein herausragendes Talent, angefangen vom FC Barcelona buhlte beinahe ein Dutzend internationale Spitzenklubs um seine Dienste. Dass sich der so heftig Umworbene für die Münchner entschied, ergibt zumindest unter einem Gesichtspunkt Sinn: Mit 33 Jahren ist Neuer der älteste Torhüter der werbenden Klubs – der Weg zur Nummer eins für Nübel damit mutmaßlich kürzer.

          Münchens Torwart-Ikone Sepp Maier hatte zuletzt kein Verständnis für den Wechsel geäußert. Die Verpflichtung finde er „überhaupt nicht notwendig. Die Bayern haben genügend gute Torhüter in ihren Reihen“, so Maier. Das sahen die Bayern-Verantwortlichen offenbar anders.

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