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1:4 gegen die Bayern : Hamburg hat die besten Karten

  • -Aktualisiert am

Da hilft nur noch der Griff zur Flasche: HSV-Torwart Adler Bild: dpa

Der HSV hat bei der 1:4-Niederlage gegen die Bayern kaum eine Chance. Trotzdem haben die Hamburger im Abstiegskampf um den Platz in der Relegation die besten Karten gegenüber Nürnberg und Braunschweig.

          2 Min.

          „Die Bayern liegen am Boden“, hatte HSV-Sportchef Oliver Kreuzer gemutmaßt. Sicher schmerzte den deutschen Meister das Ausscheiden in der Champions League, aber für einen Sieg in Hamburg reichte es auch mit Minimaleinsatz locker. 4:1 gewannen die Münchner nach zwei Toren von Mario Götze (32. und 69. Minute), Thomas Müller (55.) und Claudio Pizarro (75.).

          Den Treffer der Hamburger erzielte Hakan Calhanoglu (72.). Bayern-Verteidiger Jerome Boateng erhielt in der 86. Minute wegen einer Tätlichkeit gegen Kerem Demirbay (mit der Hand ins Gesicht gewischt) die Rote Karte. „Das kann man schon hirnlos nennen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und kündigte eine Geldstrafe im fünfstelligen Bereich gegen Boateng an.

          „Zweite Liga, Hamburg ist dabei“, war der Abgesang der Bayern-Fans auf diesen HSV. 72 Gegentore sind in der Tat die Bilanz eines Absteigers; keine Bundesliga-Abwehr ist schlechter. Die Hamburger Fans hielten dagegen: „Niemals zweite Liga!“ Mehr als eine ordentliche erste Halbzeit mit einigen Chancen war für die Hamburger nicht drin.

          In der Schlussviertelstunde führten die Bayern den mutlosen HSV vor. Durch die Niederlagen von Braunschweig und Nürnberg hat sich wenig geändert im Abstiegskampf. Im Schneckenrennen um den Relegationsplatz hat Hamburg, das nächsten Samstag in Mainz antritt, vielleicht die besseren Karten; Nürnberg muss in Schalke ran, Braunschweig in Hoffenheim.

          Die Hamburger hielten hinten nicht dicht Bilderstrecke

          Auch nach dem Spiel gab es Applaus und aufmunternden Beifall für den HSV. „Auswärtssieg!“, forderten die Fans. Von der ersten Minute an herrschte eine packende Stimmung in der Arena. Jede Grätsche der Hamburger, jeder gewonnene Zweikampf und jeder Fehler der Bayern wurden bejubelt. Als Lichtblick war zudem gewertet worden, dass die Norddeutschen wieder auf Rafael van der Vaart zurückgreifen konnten.

          Dafür spielte Hamburg erstmals in dieser Serie notgedrungen ohne echten Angreifer: Lasogga, Beister und Zoua verletzt, Rudnevs weg, Maggia nicht erstligatauglich – da versuchte es Slomka mit Mittelfeldspieler Ilicevic als Angreifer. Ihm assistierten van der Vaart und Calhanoglu. Zur Absicherung hatte Slomka gleich drei Abfangjäger aufgestellt; Rincon, Tesche und Badelj. Die Bayern versuchten es vier Tage nach dem 0:4 gegen Real Madrid in der Champions League mit Mario Götze und Javi Martinez für Mario Mandzukic und Franck Ribéry.

          Kalte Dusche für den HSV

          Bei aller Hamburger Limitierung und in Anbetracht einer beträchtlichen Münchner Passivität war die Leistung der ersten Halbzeit mit das Beste, was man in dieser Rückrunde vom HSV gesehen hat. Van der Vaart, längst vom Liebling zum Verkaufskandidaten mutiert, rannte und kämpfte wie selten. Nur: Wenn Hamburg den Ball mal hatte, liefen wegen allzu großer Sicherheitsbedenken kaum Spieler mit – oder nur einer wie Tomas Rincon, der aus zehn Metern keinen Möbel-Laster trifft.

          Dass Nürnberg früh in Rückstand geraten war, las man an der Anzeigetafel nicht ab. In dieser Partie mit Endspielcharakter sollte sich niemand über Gebühr aufregen. Mitten in diese ordentliche Hamburger Phase kam die kalte Dusche. Die bekannte Sorglosigkeit in der Abwehr hatte Folgen, Robben und Götze durften ungehindert Doppelpass spielen; Götze schob gekonnt zum 1:0 für die Bayern ins Tor ein.

          Relegation bleibt in Reichweite

          Weil keiner der sechs umstehenden Hamburger angriff, hatten die beiden leichtes Spiel. Doch van der Vaarts Drehschuss kurz vor Pause war ein Lebenszeichen der Hamburger; Neuer war mit den Fingerspitzen dran. Ilicevic war wenig später noch einmal aussichtsreich am Ball, drosch ihn aber übers Tor. Zur Pause gab es aufmunternde Pfiffe; aber der ganze Einsatz hatte eben doch nicht mehr gebracht als einen knappen Rückstand gegen müde Bayern.

          Kurz nach der Pause traf Müller zum 2:0 und wiederum Götze zum 3:0 für die Bayern. Calhanoglu gelang die Ergebniskorrektur, ehe Pizarro zum Endstand traf. Der HSV sehnte den Schlusspfiff herbei, denn diese zweite Halbzeit war eine Demütigung. Doch zumindest die Saisonverlängerung mit Spielen gegen den Dritten der zweiten Liga bleibt in Reichweite.

          Hamburger SV - Bayern München 1:4 (0:1)

          Hamburger SV: Adler - Diekmeier (60. John), Westermann (76. Tah), Mancienne, Jiracek - Tesche, Badelj - Rincón, van der Vaart (67. Demirbay), Calhanoglu - Ilicevic
          Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Javi Martínez, Schweinsteiger - Robben (73. Pizarro), Kroos (67. Højbjerg), Götze - Müller
          Schiedsrichter: Fritz (Korb)
          Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Götze (32.), 0:2 Müller (55.), 0:3 Götze (69.), 1:3 Calhanoglu (72.), 1:4 Pizarro (75.)
          Gelbe Karten: Demirbay (1) / Javi Martínez (3)
          Rote Karten: - / Boateng (86./Tätlichkeit)

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