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Bayern gewinnt mit 4:1 : Hohn, Spott und eine Störung bei Hertha BSC

  • -Aktualisiert am

Es lief nicht vieles gut für die Hertha im Spiel gegen den FC Bayern München. Bild: Reuters

Der FC Bayern München gibt sich keine Blöße und besiegt die Hertha klar. Zu keiner Zeit der Partie konnten die Berliner ernsthaft gefährlich werden. Das 1:4 gegen den Meister wird aber fast zur Nebensache.

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          In einer sporadisch besetzten Arena wie dem Berliner Olympiastadion ist mitunter jedes Wort zu verstehen. Für feinfühlige Ohren mag das nicht schön sein, was da dieser Tage aus den Mündern einiger Fans von Hertha BSC dringt. „Reißt euch zusammen“ war noch eine der freundlicheren Aufforderungen, die von der Tribüne in Richtung der Spieler hallte. So mancher wählte deutlich deftigere Worte, während der 1:4-Niederlage gegen den FC Bayern begleiteten die rund 3000 Zuschauer das Spiel ihrer Mannschaft mit teils höhnischen Gesängen.

          Bundesliga

          Das war nicht die einzige atmosphärische Störung, die es an diesem Wochenende zwischen den Fußballspielern von Hertha BSC und ihrem Anhang gab. Am Sonnabend hatten rund 80 Vertreter aus der aktiven Fanszene das Abschlusstraining gestürmt. Dabei sei es teilweise zu hitzigen Wortgefechten mit den Spielern gekommen sein, laut einem Bericht des Portals „Sportbuzzer“ habe der Wortführer der Mannschaft gar gedroht.

          „Ich denke, die Botschaft ist angekommen: Ihr reißt euch jetzt am Riemen, sonst zünden wir die nächste Stufe“, soll er gesagt haben. Herthas Verantwortliche bestätigten den Vorfall später. „Wir können den Unmut der Fans verstehen. Die Art und Weise aber nicht“, sagte Sportdirektor Arne Friedrich gegenüber dem Sender DAZN.

          Ball im Tor nach zwei Minuten

          Trainer Tayfun Korkut versuchte, den Geschehnissen nicht zu allzu viel Beachtung zu schenken. „Gestört hat es nur den Trainingsbetrieb. Emotionalität gehört dazu, auch Botschaften zu überbringen. Die Art und Weise, da gibt es bessere“, sagte Korkut. Seine Mannschaft sei trotzdem konzentriert in das Spiel gegangen. Zu sehen war davon wenig. Nach dem Pokal-Aus gegen den Stadtrivalen Union (2:3) war die Mannschaft gegen Tabellenführer Bayern München wie erwartet chancenlos, die nächste sportliche Krise steht ins Haus. Oder ist es immer noch die alte, die nun schon wieder ein halbes Jahr lang währt? So genau weiß man das nicht im Westen Berlins.

          Bereits nach zwei Minuten lag der Ball das erste Mal im Tor der Hertha. Glück für die Berliner, dass der Treffer wegen einer Abseitsstellung des Schützen Corentin Tolisso aberkannt wurde. Das änderte aber nichts daran, dass die Bayern den Berliner Strafraum fortwährend in Beschlag nahmen. Thomas Müller und Kingsley Coman boten sich beste Gelegenheiten, das erste Tor erzielte dann aber doch Tolisso. Der Franzose drückte eine Flanke seines Landsmanns Coman per Kopf über die Linie (25.). Dieses Mal zählte der Treffer.

          Tolisso interpretierte seine Rolle im Mittelfeld sehr offensiv, immer wieder stieß er weit nach vorn, um Leroy Sané und Thomas Müller, die als Doppel-Zehn hinter Robert Lewandowski spielten, zu unterstützen. Der geballten Münchner Angriffspower hatte Hertha nur sporadisch etwas entgegen zu setzen. Hin und wieder erlaubten die Bayern mal einige Möglichkeiten, welche Hertha in Person von Myziane Maolida, Ishak Belfodil oder Vladimir Darida aber nicht nutzen konnte. Bayern kam durch Müller, Sané und Serge Gnabry zu weiteren Treffern, das Ehrentor durch den eingewechselten Jurgen Ekkelenkamp war nicht mehr als ein Gastgeschenk von Dayot Upamecano, der den Treffer durch einen viel zu kurzen Rückpass auf Torwart Manuel Neuer begünstigte.

          Wie tief die Verunsicherung bei den Berlinern entgegen zu Korkuts Worten inzwischen sitzt, zeigte ausgerechnet der sonst so souveräne Torwart Alexander Schwolow. Seinen Querpass in Richtung des 17 Jahre alten Linus Gechter fing Sané vor dem 0:3 einfach ab und schoss ihn ins leere Tor. Letztlich hat Hertha in diesem Jahr nicht nur das Stadtderby gegen Union verloren, sondern auch drei von vier Begegnungen in der Bundes­liga.

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