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Bundesliga-Titelrennen : Kampfansage des FC Bayern an Dortmund

  • Aktualisiert am

Auch in Hannover erfolgreich: Robert Lewandowski. Bild: AFP

Gab es mal eine Krise? Die Münchner schweben nach dem hohen Sieg in Hannover und haben den Spitzenreiter im Blick. Doch unter die Freude mischt sich auch eine Warnung an die Bayern.

          Mit federnden Schritten enterte Niko Kovac das Podium im Presseraum von Hannover 96, den Trainer von Bayern München drängte es sichtlich zu einem so großen wie berechtigten Pauschallob. „Das war mit die beste Leistung der Saison“, verkündete der Coach ungefragt – und gleichbedeutend mit einer Kampfansage an Spitzenreiter Borussia Dortmund in Form eines 4:0 (2:0)-Sieges beim neuen Tabellenschlusslicht.

          Mochten die Gastgeber noch so heillos überfordert und erschreckend willenlos sein, in seiner aktuellen Verfassung ist der Rekordmeister für den BVB ein extrem gefährlicher Verfolger, der die Rolle des Jägers mittlerweile nicht nur akzeptiert, sondern auch verinnerlicht hat. Sportdirektor Hasan Salihamidzic jedenfalls verließ die Arena am Maschsee mit einem spitzbübischen Lächeln: „So macht Fußball Spaß.“

          Kicken nach Vorschrift oder Ergebnisverwaltung konnte man dem Titelverteidiger in der Tat nicht vorwerfen. Die Niedersachsen wurden auf dem Rasen geradezu genussvoll seziert. Mehr noch als die vier Tore dokumentierten andere Zahlen eine selten erlebte Überlegenheit: 32:3 Torschüsse, 14:0 Ecken – statistische Erhebungen, die man am Borsigplatz mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis nehmen dürfte.

          Nationalspieler Joshua Kimmich, der nach 65 Sekunden den Grundstein für den dritten Ligasieg in Folge gelegt hatte, schleuderte den Fehdehandschuh dem schwarz-gelben Tabellenführer quasi direkt vor die Füße. „Natürlich ist unser Rückstand aufholbar. Am Mittwoch gegen Leipzig wird es ein anderes Spiel, aber auch da wird ein richtiges Team auf den Platz stehen“, kündigte der 23-Jährige forsch an. Auch Thomas Müller war es wichtig, auf den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft dezidiert hinzuweisen: „Jeder Einzelne hat einen richtig guten Job gemacht.“ Was andererseits aber auch den Schluss zulässt, dass dies in der jüngeren Vergangenheit offenbar nicht immer der Fall war.

          Doch diese Phase scheint der deutsche Meister tatsächlich überwunden zu haben, ohne die Altsemester Franck Ribery und Arjen Robben wirkten die Gäste hungriger und engagierter als in manch zäher Partie in den vergangenen Wochen. Salihamidzic warnte indes vor der Rückkehr der Selbstzufriedenheit: „Es war schön, eine solche Spielfreude zu sehen, wir müssen sie jetzt aber auch zurück nach München nehmen.“

          Was sich gegen die Sachsen rächen könnte, waren die bajuwarischen Schludrigkeiten in Hannover beim Torabschluss. Mehrfach wurde das mannschaftsdienliche Kombinationsspiel fast ein bisschen übertrieben. Statt eines Querpasses im Fünfmeterraum wäre ein humorloser Torschuss häufig angebrachter gewesen. Aber gegen die harmlosen Hannoveraner sah Kovac über diesen kleinen Schönheitsfehler generös hinweg: „Ich fand eher, wir haben Spielwitz wie lange nicht mehr gezeigt.“ Und mit dem sollen schließlich auch gegen stärkere Gegner noch die wichtigen Punkte zur 29. Meisterschaft eingefahren werden.

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