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4:0 gegen Mainz 05 : Der Meister sprüht vor Energie

Die Torschützen zum 1:0 und 3:0: Thomas Müller und Robert Lewandowski. Bild: Reuters

Der FC Bayern München knüpft an seine gute Wiesn-Bilanz an und verschafft sich durch das 4:0 gegen überforderte Mainzer wieder etwas Ruhe. Dabei trifft Lewandowski bei seinem Jubiläum gleich doppelt.

          3 Min.

          Pünktlich zum Oktoberfest ist erst einmal wieder etwas Ruhe beim zuletzt verunsicherten Dauermeister. Eine Woche nach der 0:2-Niederlage in Hoffenheim und einer Woche, die von diversen Störfaktoren und Diskussionen über Trainer und Spielweise begleitet war, lieferte der FC Bayern beim 4:0 gegen den FSV Mainz am Samstag seine bisher überzeugendste Saisonleistung.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Die Treffer erzielten Thomas Müller (11. Minute), Arjen Robben (23.) und Robert Lewandowski (50./77.). Für drei der vier Tore hatte der glänzende Rechtsverteidiger und Lahm-Nachfolger Joshua Kimmich die Vorlagen geliefert, auch am vierten war er, als Initiator des Angriffs, beteiligt. Die Mainzer, vor anderthalb Jahren das letzte Team, das in der Bundesliga in München gewinnen konnte, wirkten völlig überfordert und waren mit dem Ergebnis sehr gut bedient.

          Nur in den ersten zehn Minuten war noch etwas Sand im Getriebe der Bayern. Thiago spielte am eigenen Strafraum einen Fehlpass auf Daniel Brosinski. Dessen 18-Meter-Schuss setzte auf dem nassen Boden gefährlich auf, doch Torwart Manuel Neuer machte sich lang und lenkte den Ball zur Ecke (7.). Eine Minute später verlor Arturo Vidal als letzter Mann den Ball an Robin Quaison, dessen Schuss vom herbeigeeilten Rafinha in letzter Not noch geblockt werden konnte. Doch dann war es erst mal vorbei mit den Erinnerungen an die vielen Unsicherheiten in Überzahl beim Champions-League-Sieg gegen Anderlecht.

          Vor allem das Offensivspiel geriet fortan viel zwingender als am Dienstag, nicht zuletzt, weil diesmal Müller statt James in der Startelf stand – und weil nicht nur Robben vor Energie sprühte. Nach elf Minuten teilten die beiden sich das erste Tor. Nach abgewehrter Rafinha-Flanke legte Kimmich mit Direktspiel quer auf Müller, dessen Flachschuss, von Robben leicht gegen die Flugrichtung von Torwart René Adler abgefälscht, im Netz landete.

          Arjen Robben mit Rechts: der Torschütze zum 2:0. Bilderstrecke

          Nachdem Quaison eine letzte kurze Schläfrigkeit der Bayern nach einer Viertelstunde nicht zum Ausgleich nutzen konnte – halbrechts frei zum Schuss gekommen, brachte er den Ball nicht an Neuer vorbei -, spielten nur noch die Bayern. Mitunter sah es nun aus, als wollten sie in diesem Spiel die Ego-Trips beenden, die zuletzt für Unruhe gesorgt hatten: Lewandowskis Kritik an der Transferpolitik des Klubs, Müllers Meckern über seine Reservistenrolle, Robbens Murren über Lewandowskis Egoismus in mehreren Szenen gegen Anderlecht und Ribérys Wutausbruch bei seiner Auswechslung.

          Nun, erstmals in der 18. Minute, ein anderes Bild. Lewandowski spielte den Ball per Hacke auf Robben, was nur durch zwei Glanztaten Adlers nicht bereits zum 2:0 führte – der Mainzer Torwart hielt Robbens Schuss und dann, besonders artistisch, auch Arturo Vidals Nachschuss. Drei Minuten später kam Robben, von Thiago geschickt, rechts frei durch und legte selbstlos vor dem Tor quer auf den Ribéry-Vertreter Kingsley Coman, doch der Franzose schaffte es, den Ball fünf Meter vor dem nur noch von einem Verteidiger bewachten Tor an die Latte zu hämmern.

          Bei der nächsten Chance funktionierte zur Abwechslung wieder der alte, gesunde Egoismus des Torjägers Robben. Von Kimmich steil geschickt, lupfte der Niederländer den Ball über Adler zum 2:0. Danach verlängerte er seinen Lauf zum Hundert-Meter-Sprint, indem er diagonal über den Platz eilte, um bei der Ersatzbank Ribéry abzuklatschen und zu umarmen – ein Zeichen der Solidarität mit dem Kollegen, dem der zornige Trikotwurf einen Rüffel vom Trainer eingebracht hatte.

          Spielerisch hatten die Bayern erstmals in dieser Spielzeit auch keinerlei Problem – wie spätestens fünf Minuten nach der Pause feststand. Müller schlich sich, bedient von Kimmich, am rechten Flügel frei und bediente Lewandowski mit einem perfekt scharfen Flachpass zwischen Abwehrkette und Torwart, den der Pole zum 3:0 verwertete – ehe er nach feiner Flanke von Kimmich auf 4:0 erhöhte. Es waren in seinem hundertsten Bundesligaspiel für die Bayern seine Treffer 81 und 82: neuer Rekord in der Liga. Bisheriger Rekordhalter war Rudi Völler, der in seinen ersten hundert Spielen für Werder Bremen auf 73 Tore gekommen war.

          Weniger schmuckvoll sieht die Statistik für den früheren Nationaltorwart Adler aus, für den es bereits sein 53. Gegentreffer gegen den FC Bayern war, die meisten davon mit dem Hamburger SV, zuletzt beim 0:8 vor sieben Monaten. Ganz so schlimm wurde es diesmal nicht – weil Lewandowski einen Müller-Rückzieher vor dem leeren Tor hauchdünn verpasste und der eingewechselte Sebastian Rudy mit einem krachenden Volley das Lattenkreuz zum Wackeln brachte.

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