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Kaum Publikum in Hoffenheim : Eintracht spielt ohne das Salz in der Suppe

Oliver Glasner will die Eintracht weiter zu Siegen gegen Hoffenheim dirigieren. Bild: Huebner

Frankfurt sieht gegen Hoffenheim oft gut aus. Die Vergangenheit spielt für Oliver Glasner aber keine Rolle. Für die Gegenwart warnt er vor einer gut aufgelegten TSG. Doch die Eintracht ist auch in Form.

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          Die Politik hat entschieden. Wieder einmal finden in der Bundesliga Spiele ohne Publikum statt. Nicht überall – aber in Sinsheim. Dort bekommt es die Frankfurter Eintracht an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) mit der TSG Hoffenheim zu tun. Einer von drei Vereinen aus Baden-Württemberg, wo Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Freitag ein Machtwort gesprochen hat. Maximal 750 Zuschauer dürfen dabei sein, wenn sich die Eintracht anschickt, ihre fast schon unglaublich anmutende Erfolgsserie fortzusetzen.

          Bundesliga
          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Die vergangenen sechs Punktspiele gegen die TSG wurden allesamt gewonnen. Oliver Glasner hatte damit nichts zu tun, doch dem Trainer der Eintracht ist diese Serie nicht verborgen geblieben. Mögen die Hoffenheimer dadurch auch vielleicht zu einem der Lieblingsgegner der Eintracht geworden sein: Für Glasner spielt Vergangenes keine Rolle. „Wir wissen, dass wir vor einem äußerst schweren Auswärtsspiel stehen“, sagte Glasner am Freitag. „Tempo, Robustheit und Spielintelligenz: Die TSG hat viele unterschiedliche Waffen“, schwärmte der österreichische Fußballlehrer. „Die Hoffenheimer sind in einer sehr guten Verfassung.“

          Die Frankfurter aber auch. Glasners Mannschaft ist wettbewerbsübergreifend in der Bundesliga sowie in der Europa League seit sechs Spielen ungeschlagen. Stabilität ist Trumpf. Und Selbstvertrauen. Eine Tugend, auf die Glasner in der verbalen Vorbereitung auf die Partie in Sinsheim besonders zu sprechen kam. Vertrauen – das spürt der 46-Jährige allenthalben. „Unser größter Hebel in den letzten Spielen ist das Selbstvertrauen gewesen“, sagte er und fügte hinzu: „Ich habe sehr großes Vertrauen in die Idee des Fußballs, die ich im Kopf habe.“ Vertrauen in den Trainerstab, Vertrauen in die Spieler: Es herrscht große Harmonie und Einmütigkeit in den Reihen der Eintracht.

          Siegbringende Flanken

          Glasner kümmert sich täglich um das Wohlbefinden seiner Profis. So ist vereinbart, dass alle Spieler via Handy vier Fragen zum allgemeinen Wohlbefinden beantworten müssen. Zusammen mit anderen objektiven Parametern aus der Trainingsarbeit würde sich Glasner so ein gutes Bild über den Zustand seiner Spieler bieten. Richtig ist: So gut wie aktuell war die Eintracht personell noch nie im Spätherbst eines Jahres aufgestellt. Alle 28 im Kader befindlichen Profis sind fit und einsatzbereit. „Ein großes Kompliment an die Athletik- und medizinische Abteilung“, sagte Glasner über die flankierenden Zuarbeiter.

          Stichwort Flanke: Auf der linken Seite, dem Hoheitsgebiet des vielleicht besten, beständigsten und unberechenbarsten Eintracht-Profis, ist Filip Kostic am Wirbeln. Zuletzt in beeindruckender Weise, sodass selbst Glasner sagte: „Der Titel desjenigen, der in der Bundesliga die meisten Flanken schlägt, geht schon vor dem Start an Filip.“ Am vergangenen Sonntag erst war es wieder eine dieser vorbereitenden Aktionen, die zum Sieg führte. In der vergangenen Saison hieß der gesuchte Zielspieler in der Regel André Silva, der von Kostics Präzisionsarbeit profitierte. Jetzt treffen mal Gonçalo Paciência, mal Sam Lammers und zuletzt sogar mit Evan Ndicka ein aufgerückter Verteidiger zum Wohle der Eintracht.

          Keine Zuschauer also in Sinsheim. Glasner bedauert dies sehr und findet es „sehr schade“, sind für ihn Zuschauer doch „das Salz in der Suppe. Doch wir können es nicht ändern. Wir müssen das Beste daraus machen.“ Das Beste wäre, an die Erfolgsserie anzuknüpfen und Sieg Nummer sieben perfekt zu machen. Doch das ist alles andere als einfach. „Ich erwarte ein sehr enges Spiel“, sagte Glasner. „Es ist alles eng beisammen.

          Es ist eine ganz umkämpfte Bundesliga.“ Zwei Punkte liegen die Hoffenheimer vor der Eintracht, die mit einem Sieg an den Kraichgauern vorbeiziehen und in Regionen vorstoßen könnte, die attraktiver sind als Tabellenplätze zwischen zwölf und 15. Dass seine Spieler das Potential dafür haben, ist für Glasner unstrittig. „Ich bin von der Mannschaft positiv überrascht. Wir haben vielleicht einen größeren Schritt nach vorne gemacht, als ich es erwartet habe.“ An diesem Samstag, wenn die Ränge in der Sinsheimer Arena verwaist sein werden, kann die Eintracht den nächsten größeren Schritt vollziehen. Die Erfolgsserie gegen den Lieblingsgegner könnte als Mutmacher wirken.

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