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Unzufriedenheit in Frankfurt : „Wir sind bitter in die Rückrunde gestartet“

Kevin Trapp, Filip Kostic und Makoto Hasebe (von links nach rechts) schimpfen. Bild: dpa

Die Eintracht kommt nicht weg vom Fleck: Auch im dritten Rückrundenspiel gelingt den Frankfurtern kein Sieg. Die Unzufriedenheit wächst, auch bei den Akteuren auf dem Feld.

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          Und abermals ein Abstiegskandidat als Gegner. Am 5. Februar wartet auf die Eintracht auswärts das Kräftemessen mit dem VfB Stuttgart, der nach 20 absolvierten Bundesliga-Spieltagen nur Tabellenvorletzter ist. Von den Zahlen her sind die Frankfurter klarer Favorit, die als Rangachter mit 28 Punkten zehn Zähler mehr für sich verbuchen konnten. Trotzdem sind die Hessen nach dem ernüchternden 0:2 in der WM-Arena gegen die Arminia aus Bielefeld gewarnt, die mit jetzt 21 Punkten in der Abstiegszone knapp über dem Strich steht.

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          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          „Es ist unser Anspruch, zu Hause gegen Bielefeld zu gewinnen“, sagte der Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche hinterher und ärgerte sich maßlos über den Sturz des Favoriten. Zwar sah er in der sechsten Saisonniederlage „kein Mentalitäts- oder Charakterthema“. Zur Ordnung rief er die im Jahr 2022 noch sieglosen Eintracht-Profis trotzdem: „Gerade wir müssen immer bei 100 Prozent sein, um Spiele zu gewinnen. Da müssen wir wieder zulegen“, forderte Krösche.

          Wer hätte das gedacht? Nach sechs Siegen aus sieben Begegnungen waren die Frankfurter mit einem beeindruckenden Hinrundenendspurt auf Rang sechs nach 17 Spieltagen gestürmt. Diese Serie weckte bei der Eintracht große Hoffnungen auf ein stabiles sportliches Hoch. Doch mit Beginn der Rückrunde folgte der Rückfall in alte Zeiten: Nur ein gesammelter Zähler aus drei Begegnungen entspricht nicht den hohen Frankfurter Erwartungen.

          Unzufriedener Krösche

          Im Vergleich zum missglückten Saisonstart hatten sie sich damals sogar einen Punkt mehr gesichert. Nun ist die Eintracht in kurzer Zeit wieder in Zugzwang geraten. Die Begeisterung aus der Vorweihnachtszeit ist am Main verflogen, stattdessen ist große Ernüchterung eingekehrt. Das Ziel Europa League scheint aktuell zu hoch gegriffen.

          „Wir sind bitter in die Rückrunde gestartet“, sagte Kapitän Sebastian Rode. „Wir sind nicht zufrieden. Wir hätten gegen Dortmund und Augsburg gewinnen können, vielleicht gewinnen müssen. Und gegen Bielefeld haben wir keine gute Leistung abgerufen“ – so fasste Krösche das Versäumte und die Defizite in drei Sätzen zusammen. In Teilen erinnert das Frankfurter Auftreten an deren unbefriedigende Performance im August 2021. Keine Frage, spielerisch haben sich die Hessen weiterentwickelt. Nur im Hinblick auf den Spielfluss und die Dynamik in der Vorweihnachtszeit ist das eine oder andere wieder ins Stocken geraten.

          Gravierende Fehler beim Verteidigen und das Auslassen bester Tormöglichkeiten stellen momentan die größten Probleme dar. 17 Versuchen, ein Tor gegen Bielefeld zu erzielen, stand kein eigener Treffer gegenüber. Die größten Fehlschützen in Reihen der Eintracht waren die Offensivspieler Rafael Borré und Jesper Lindström, deren Schussfertigkeit diesmal bei Weitem nicht ausreichte. Trainer Oliver Glasner, der einen „Mangel an Effizienz“ beklagte, beschlich so das ungute Gefühl, dass sein Team noch eine Stunde hätte weiterspielen können, ohne zu einem Erfolgserlebnis zu kommen.

          Und das, obwohl die Frankfurter „viel mehr klare Torchancen“ gehabt hätten als beim 1:0 gegen Mainz im letzten Spiel des Jahres 2021. Außerdem spielten 64 Prozent Ballbesitz der Frankfurter in der Endabrechnung auch deshalb keine Rolle, weil sie sich zu viele einfache Ballverluste leisteten.

          „Konsequenter verteidigen“

          „Wenn du vorne kein Tor erzielst und hinten schlecht verteidigst, verlierst du das Spiel“, sagte Glasner und ordnete den unerwarteten Misserfolg als „verdient“ ein. Zu seiner Unzufriedenheit musste der Österreicher feststellen, dass der Lernprozess seiner Spieler im Defensivverhalten nicht wie gewünscht fortschreitet. Als Beispiel führte er die Entstehung des 2:0 (27. Minute) durch den Bielefelder Alessandro Schöpf ins Feld. Der Österreicher hatte zunächst vom Zentrum nach außen auf Patrick Wimmer gepasst, der von Filip Kostic nicht aufgehalten wurde. Die beeindruckende Hereingabe von Wimmer verwertete schließlich wieder Schöpf mit der Brust zum 2:0 – diesmal hatte Rode nicht nachgesetzt.

          „Wir müssen das außen einfach konsequenter verteidigen.“ Das sei „ein Thema, das sich wie ein roter Faden durchzieht – nicht nur in dieser Saison, sondern auch in den Spielzeiten davor. Wir nehmen die Jungs in die Pflicht, dass sie das verbessern“, sagte Glasner in ernstem Ton. Vor dem 0:1 (5.) von Wimmer attestierte der Trainer seinen Mannen ebenfalls „teilweise stümperhaftes“ Verhalten, sie hätten „Sicherheitsabstand“ gewahrt. Der Raum für Kritik war damit groß.

          Einen großen Schritt nach vorne in seinem Leistungsvermögen muss Martin Hinteregger machen. Der in der ersten Halbzeit eingesetzte Abwehrchef, dessen Schambein ihm Schwierigkeiten bereitet, läuft seiner Form weit hinterher. „Ich weiß, dass einige von euch im Moment enttäuscht sind von meiner Leistung. Ganz ehrlich: bin ich auch“, schrieb der Österreicher auf Instagram. Drei Gründe nannte er für sein Leistungstief: Verletzungen, das Treffen falscher Entscheidungen auf dem Platz und die fehlenden Zuschauer bei den Geisterspielen. „Ohne euch ist der Hinti halt nur ein halber Hinti“, ließ er seine Anhänger wissen.

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