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Die Eintracht passt sich an : Kostics Erben

  • -Aktualisiert am

Die schwere Verletzung von Kostic zwingt die Eintracht zum Umdenken. Bild: dpa

Das Fehlen von Filip Kostic ist schmerzhaft. Doch auch ohne den Linksaußen kann die Eintracht erstklassigen Fußball liefern. Das allerdings geht nur mit der richtigen Umstellung.

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          Nach der schweren Verletzung von Filip Kostic kann sich die Eintracht an die Zeit nach dem großartigen Linksaußen gewöhnen. Früher oder später wird der begehrte Serbe Frankfurt verlassen, wobei der Teilanriss seines Innenbandes die Chancen erhöht, dass sich in dieser Transferperiode kein zahlungswilliger Interessent mehr finden wird. Die Eintracht hat in Berlin ohne ihren besten Feldspieler eine (für ihre Möglichkeiten) fast perfekte erste Halbzeit geboten und eine gute zweite Halbzeit gespielt.

          Mit anderen Worten – ein Weggang Kostics gibt nicht zu schlimmsten Befürchtungen Anlass, sondern kann durchaus kompensiert werden. Allerdings nur durch Systemanpassungen, nicht allein durch vorhandenes Personal. Zu dem kann man schon Ajdin Hrustic zählen, der an diesem Montag zum Medizincheck erwartet wird, nachdem sein Wechsel seit Wochen anmoderiert worden ist und sogar Trainer Hütter persönliche Kontakte zu ihm bestätigt hat.

          Der 24 Jahre alte Australier mit bosnischen Wurzeln muss entweder quasi kostenlos kommen oder über sehr sorgsam verborgene Talente verfügen, damit seine Verpflichtung nachvollziehbar wird. Sportvorstand Bobic betont immer wieder, wie wenig Spielraum die Eintracht auf dem Transfermarkt hat, und dann investiert sie in einen Profi, der für den FC Groningen in 75 Begegnungen der ersten niederländischen Liga sechs Treffer erzielte und fünf Torvorlagen gab. Gibt es keinen Jüngeren, Vielsprechenderen auf dem Markt als einen Spieler, der in drei Jahren Eredivisie keinen niederländischen Spitzenklub auf sich aufmerksam machte?

          Da wäre es schon eine Überraschung, wenn Hrustic das Niveau Steven Zubers erreichte, der gestandener Schweizer Nationalspieler ist, aber zumindest auf Anhieb auch nicht erahnen lässt, wie er der Eintracht einen offensiven Extra-Kick geben könnte, wie es einem Jovic, Haller und Rebic möglich war. Bis vor kurzem war die Eintracht für mutige und kreative Einkaufspolitik bekannt. Sie begründete ihren Aufschwung. Mit den aktuellen Transfers lässt sich höchstens der Status quo untermauern – aber nicht auf lange Zeit. Das Durchschnittsalter der zugegeben überzeugenden Frankfurter Elf betrug nach Zubers Einwechslung 29,1 Jahre.

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