https://www.faz.net/-gtm-a0cwo

Fußball-Bundesliga : Die Eintracht vor dem letzten Schritt

Zum 500. Mal an der Seitenlinie: Für Adi Hütter ist die Partie bei der Hertha eine besondere. Bild: dpa

Bei Adi Hütters Trainer-Jubiläum sind die Frankfurter in Berlin gefordert – und könnte sich endgültig aller Sorgen entledigen. Dabei wird es vor allem auf eine bestimmte Eigenschaft der Eintracht ankommen.

          3 Min.

          Es gibt schlechtere Bilanzen. Bruno Labbadia, in Darmstadt geboren und in den vergangenen Jahren auch immer mal wieder im Gespräch, wenn es darum ging, den Trainerposten bei der Eintracht neu zu besetzen, blickt auf eine Erfolgsserie gegen die Frankfurter zurück, die sich sehen lassen kann. Elfmal schickte der frühere Stürmer als Coach Bundesligamannschaften gegen die Hessen aufs Feld – nicht eine Auseinandersetzung endete mit einer Niederlage für ihn und seine Fußballspieler. Bei sechs Siegen und fünf Unentschieden steht seine persönliche Ausbeute, die er an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) weiter verbessern kann.

          Bundesliga

          Am 31. Spieltag empfängt Labbadia mit der Hertha, die sich unter seiner Regie nach der Corona-Pause stabilisierte und zehn Punkte in fünf Partien sammelte, ein Frankfurter Team, dem der Pokal-Fight in München noch in den Knochen steckt. Sowohl die Elf aus der Hauptstadt als auch die Auswahl Adi Hütters finden sich im Mittelfeld der Tabelle wieder. Eine kleine Chance auf die Qualifikation zur Europa League ist hüben wie drüben rechnerisch noch möglich, wenngleich die Gefahr, in den Schlamassel weiter unten im Klassement reingezogen zu werden, nach wie vor nicht endgültig gebannt ist – zumindest theoretisch spricht vorab einiges für einen spannenden Schlagabtausch im Olympiastadion.

          Beim ersten Aufeinandertreffen in der Hinrunde gab es beim 2:2 keinen Gewinner; mit einem vergleichbaren Resultat wäre diesmal für beide Seiten zumindest die Gefahr des Abstiegs wohl gebannt. Hütter ist sich im Klaren, dass rund 60 Stunden nach dem knappen Halbfinal-Aus im Pokal gegen die Bayern (1:2) mit den Berlinern ein ausgeruhter Gegner auf die Eintracht wartet. Einer, der alles daransetzen wird, seinen positiven Trend fortzusetzen. Aus dem potentiellen Abstiegskandidaten wurde dank dem Zutun Labbadias ein defensivstarker Verbund, der gleichzeitig im Angriff wesentlich zielstrebiger zu Werke geht. „Bruno macht es top“, lobte Hütter am Freitag seinen Kollegen. Er selbst kündigte vor dem abendlichen Abflug Richtung Spree an, mit einer Formation bestehen zu wollen, die sich ihrerseits „mutig“ präsentiert: „Ich glaube, dass die Hertha uns physisch zusetzen wird“, sagte Hütter, „wir müssen aggressiv dagegenhalten. Es erwartet uns viel Arbeit.“

          Der Österreicher vermied es, sich vorab personell tiefer in die Karten schauen zu lassen, doch ist davon auszugehen, dass Danny da Costa als rechter Außenposten der 5er-Kette vor Keeper Kevin Trapp dazugehören wird. „Er hat sich nicht nur wegen seines Tores in den Vordergrund gespielt“, sagte Hütter, der berichtete, dass er den 26-Jährigen in der Kabine vor seinen Mitstreitern gelobt habe. Almamy Touré dürfte dagegen aufgrund der ungenügenden Vorstellung in der ersten Halbzeit am Mittwoch, die sich an viele wechselhafte Darbietungen anschloss, vorerst mit einer Rolle als Ersatzkraft vorliebnehmen müssen.

          Wieder von Beginn an wird dagegen der im Pokal gesperrte Filip Kostic dazugehören, über den Hütter sagte, „dass wir ihn gerne halten würden“. Vor der Pandemie galt der Linksaußen als nächster Millionen-Mann auf der Verkaufsliste, „doch nun schauen wir, was sich grundsätzlich am Markt tut“. Kostic fühle sich wohl sowie wertgeschätzt bei der Eintracht, und dem früher unsteten Energiebündel sei inzwischen bewusst, so Hütter, dass er für eine Power-Perform- ance ein entsprechendes „Umfeld“ benötige; das sei über die Sommerpause hinaus in Frankfurt gegeben. Michael Preetz erwartet auch durch die Hereinnahme Kostics eine Eintracht, die der Hertha mit breiter Brust entgegentreten wird und dabei auf die zweite Halbzeit in München aufbauen wolle: „Sie werden Selbstvertrauen daraus ziehen, sie haben eine gute Leistung gebracht“, sagte der Berliner Geschäftsführer.

          Für Hütter wird es so oder so ein Einsatz mit Erinnerungswert: Für den Vorarlberger ist es das 500. Spiel in verantwortlicher Position an der Seitenlinie und zugleich schon das 101. in Diensten der Eintracht, an die er sich im Juni 2018 bis Mitte 2021 band. Er verknüpfte den Hinweis auf die in diesem schnelllebigen Business nicht alltägliche Kontinuität mit einem Dank an die Frankfurter Mannschaft, die „etwas möglich machte“, was ihm in der holprigen Anfangsphase „wenige zugetraut“ hätten. Nur der Bremer Florian Kohfeldt, Lucien Favre in Dortmund und Christian Streich erfreuten sich in der Bundesliga in dieser Zeit ebenfalls der ununterbrochenen Wertschätzung durch ihre Vorgesetzten. Streich verlängerte seinen Kontrakt am Freitag abermals vorzeitig. So weit sind die Eintracht und Hütter noch nicht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler ist umstritten.

          Schutz der Schulen : Die Kultusminister bleiben untätig

          Die Kultusminister benutzen das Recht auf Bildung, um ihre Untätigkeit beim Schutz der Schulen zu verdecken. Empfehlungen werden ignoriert, und Investitionen fallen im Vergleich zu anderen Ländern gering aus.
          Indische Bauern demonstrieren an diesem Wochenende gegen ein neues Gesetz.

          Angst vor Armut : Aufstand der indischen Bauern

          Die Wirtschaft schrumpft, die Landbevölkerung begehrt auf: Indiens Ministerpräsident Modi überfordert die Armen mit seiner Coronapolitik - und mit der Reform des Agrarsektors.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.