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Probleme der Eintracht : Korrektur zwingend nötig

Frankfurts Goncalo Paciencia (M.) wird von Herthas Torwart Alexander Schwolow gefoult. Bild: dpa

Nach der Überraschung in München, verliert die Eintracht das Heimspiel gegen die kriselnde Hertha. Besonders der Offensive fehlt die Durchschlagskraft. Die kommenden Spiele haben wegweisenden Charakter.

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          Dieser Tiefschlag ist ein Rückschlag. Nach dem Coup von München nun also die Pleite gegen Berlin. Der Veredelungsprozess, den sich die Eintracht nach dem 2:1 bei den Bayern gegen die Hertha vorgenommen hatte, ist krachend gescheitert. Es war eine schwache Leistung, und es war eine verdiente Niederlage, die die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner gegen die Hertha, die alles andere als ein Spitzenteam ist, hinnehmen musste.

          Bundesliga

          In allen Mannschaftsteilen gab es Defizite. Das größte aber liegt in der Offensive: Es mangelt der Eintracht an Durchschlagskraft. Der körperlich große Sam Lammers wirkte als einzige Sturmspitze gegen die Hertha ziemlich klein. So gut wie nichts wollte dem aus Italien nach Deutschland gewechselten Niederländer gelingen. Torgefahr ging von ihm an diesem Spieltag nicht aus.

          Von Filip Kostic übrigens auch nicht. Und da auch Jesper Lindström und Jens-Petter Hauge nicht die Leistung zeigten, zu der sie normalerweise imstande sind, war der Sturm der Eintracht nur ein laues Lüftchen. Die Hereinnahme von Kreativspieler Daichi Kamada im zweiten Spielabschnitt brachte keine entscheidenden Impulse.

          Kein entscheidender Beinbruch

          Schon vor der Partie gegen die Hertha überraschte die Eintracht – und zwar in Person von Trainer Glasner. Der entschied sich dazu, warum auch immer, die siegreiche Bayern-Formation auseinanderzureißen und auf neue Kräfte zu setzen. Ein Modell, das scheiterte. Auch nach jetzt acht absolvierten Spielrunden hat sich die Eintracht in ihrer selbsterklärten Saison des Umbruchs noch nicht gefunden. Mal spielt der eine, mal spielt der andere. Aber selten sind es dieselben, die zweimal in Folge auf den selben Positionen gemeinsame Sache machen dürfen.

          Die Niederlage gegen die Hertha, so schmerzlich sie auch sein mag, ist aber noch kein entscheidender Beinbruch. Glasners Mannschaft hat immer noch alle Möglichkeiten, den Kurs einzuschlagen, der Ruhe und Stabilität verspricht. Acht Punkte aus acht Spielen sind aber schon eine dürftige Ausbeute, die den selbstgesteckten Erwartungen des Europa-League-Teilnehmers nicht gerecht wird.

          Ohne den überraschenden Sieg bei den Bayern würde die Eintracht noch tiefer im letzten Tabellendrittel stecken. Der Spielplan der kommenden Wochen bietet die Chance zur Korrektur. Vor und hinter dem Heimspiel gegen die gleichfalls noch nicht auf Touren gekommenen Leipziger bekommt es Glasners Elf auswärts mit den beiden Aufsteigern Bochum und Fürth zu tun. Zwei Begegnungen mit wegweisendem Charakter. In der derzeit angespannten Lage, in der sich die Frankfurter befinden, sind beim Tabellenfünfzehnten VfL und bei der auf Platz 18 liegenden Spielvereinigung Siege Pflicht.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

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