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Mammutprogramm für Frankfurt : Glasner geht lächelnd in den Stresstest

  • -Aktualisiert am

Oliver Glasner blickt optimistisch in die kommenden Wochen. Bild: picture alliance / Eibner-Pressefoto

Trainer Oliver Glasner sieht die Eintracht-Profis mental und körperlich gut gerüstet für ihr volles Programm: 13 Spiele in sechs Wochen. Vor Spitzenreiter Union Berlin warnt er aber eindringlich.

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          Das Programm ist knackig. 13 Spiele stehen für die Frankfurter Eintracht auf dem Terminkalender bis zur WM-Pause in sechs Wochen, alleine neun im Oktober. Wie schafft das eine Fußball-Bundesligamannschaft? Trainer Oliver Glasners erste drei Worte seiner Antwort überraschen: „Mit einem Lächeln.“ Und dann schiebt er nach: „Weil dann alles nur noch halb so anstrengend ist.“

          Bundesliga
          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Der Österreicher erinnert daran, dass dieser enge Terminkalender genau das ist, was er, die Profis und der ganze Verein wollten. „Wir hätten in Sevilla nur einen Elfmeter verschießen müssen, dann hätten wir sechs Spiele weniger gehabt. Aber das wollten wir auch nicht.“ Glasner klingt überzeugend optimistisch, als er begründet, warum die Eintracht gut durch die Belastungsprobe kommen wird.

          „Weil die Spieler hochprofessionell sind, weil sie gut betreut werden, weil sie sobald es geht, freie Tage kriegen, um den Kopf frei zu bekommen, und weil sie Wettkämpfer sind.“ Seine Spieler würden lieber vor 50.000 Fans im Stadion spielen, als vor 24 Zuschauern auf der Übungswiese trainieren. „Meine Spieler vergleichen sich gerne. Am Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) kommt Tabellenführer Union, am Dienstag Tottenham, das zuletzt Leicester 6:2 zerlegt hat, meine Mannschaft will sich gegen solche Gegner zeigen und beweisen.“

          Gestärktes Selbstvertrauen

          Nicht nur die letzten Ergebnisse mit der Eintracht, auch die Erlebnisse mit den Nationalteams hätten das Selbstvertrauen vieler im Kader gestärkt. Rafael Borré hat bei seinen beiden Einsätzen für Kolumbien einen Treffer erzielt und einen Treffer eines Kollegen aufgelegt. Daichi Kamada traf auch wieder für Japan, Jesper Lindström gewann mit Dänemark gegen Weltmeister Frankreich, Djibril Sow mit der Schweiz gegen Tschechien.

          Hrvoje Smolcic qualifizierte sich mit Kroatien für die Endrunde der U21-Europameisterschaft und Ansgar Knauff, Faride Alidou sowie Marcel Wenig bekamen immerhin Einsatzzeiten in den deutschen Juniorenteams.

          Aber auch die Daheimgebliebenen hätten die Zeit gut genutzt, vor allem Luca Pellegrini, der italienische Neuzugang für die linke Außenbahn. Von Juventus Turin gekommen, überraschte der 23-Jährige bei seinem Debüt angenehm, mit jedem weiteren Spiel verblasste der erste gute Eindruck immer mehr. Seine großen konditionellen Defizite fielen sogar Laien unter den Zuschauern auf. „Luca hat die Pause sehr fleißig genutzt. Auch an den trainingsfreien Tagen am Wochenende trainierte er zweimal täglich“, lobt Glasner. Ob er damit den Rückstand aufgeholt habe?

          Sebastian Rodes Wert

          „Das weiß ich nicht, aber wenn er jetzt schon genauso fit wäre wie die anderen Spieler, die sich ihren Rhythmus und ihre Form monatelang aufgebaut haben, dann müssten die anderen ja etwas falsch gemacht haben.“ Glasner glaubt jedoch, dass Pellegrini nun die Basis hat, um durch Spieleinsätze in einen Rhythmus zu kommen.

          Auch Sebastian Rode hat die Spielunterbrechung genutzt, um seinen belasteten Körper zu regenerieren und wieder aufzubauen. „Ich bin froh, sagen zu können, dass Sebastien einigermaßen stabil ist“, sagt Glasner, der den Mannschaftskapitän für einen der wichtigsten Bestandteile des Teams hält. Vor der Pause konnte Rode nur dosiert eingesetzt werden, unterstrich aber, wenn er auf dem Platz stand, mit jeder Minute seinen Wert für die Frankfurter Spielgemeinschaft.

          Obwohl Rode für seine Verhältnisse ausgesprochen fit ist, wird er nicht alle 13 Begegnungen in den kommenden Wochen bestreiten. Glasner sagt: „Er und Makoto Hasebe sind die Einzigen, bei denen ich über das nächste Spiel hinaus denke, ob ich sie bringe oder nicht. Bevor ich sie überlaste, und dann nichts mehr geht, gebe ich ihnen eine Pause.“

          Wenn der Frankfurter Trainer über den Gegner des Samstags spricht, gerät er ins Schwärmen. „Union steht völlig zurecht an der Tabellenspitze, sie machen es einfach großartig. Sie haben den zweitwenigsten Ballbesitz in der Liga, die zweitschlechteste Passquote, aber sie haben die zweitmeisten Tore geschossen.“ Was Glasner nicht als Kuriosum, sondern als Lob verstanden wissen will. „Union hat einen Spielplan und setzt ihn großartig um. Das wird eine ganz harte Nuss.“

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