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3:1 in Gladbach : Furiose Frankfurter trumpfen weiter auf

  • -Aktualisiert am

Frankfurts Randal Kolo Muani (links) und Torschütze Jesper Lindström jubeln nach dem Treffer zum 3:0. Bild: dpa

Gladbach gilt als heimstarke Mannschaft. Trotzdem schafft es die Eintracht dreimal die Abwehr der Borussia aus den Angeln zu heben. In Halbzeit zwei rückt die Übertragungstechnik in den Fokus.

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          Es geht weiter aufwärts mit der Eintracht. Durch das 3:1 bei Borussia Mönchengladbach festigten die Frankfurter als Tabellenvierter ihre aussichtsreiche Position im oberen Drittel des Bundesliga-Klassements. Es war der sechste Erfolg des Teams von Trainer Oliver Glasner aus den vergangenen acht Partien. „Das war ein völlig verdienter Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Umschaltspiel gezeigt. Wir fahren sehr glücklich und sehr zufrieden nach Hause“, sagte Glasner nach dem Spiel.

          Bundesliga
          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Auch gegen einen Gegner, der als ausgesprochen heimstark galt und bis dahin vier Partien vor eigenem Publikum in dieser Saison für sich hatte entscheiden können, fanden die Hessen Lösungen, um die Abwehr aus den Angeln zu heben und durch Jesper Lindström (7., 45.) und Junior Ebimbe (29.) zu Treffern zu kommen, die in dem unterhaltsamen Aufeinandertreffen vor 53.019 Zuschauern den Ausschlag gaben.

          Für die Gladbacher war es das zweite Duell mit einem hessischen Fußballklub binnen fünf Tagen – wobei sie schon aus dem ersten mit Nachwehen herausgegangen waren, die auf die Planungen von Chefcoach Daniel Farke für die Auseinandersetzung mit der Eintracht Einfluss nahmen.

          Ersatz im Tor

          Zum einen ging das Pokal-Match gegen den zweitklassigen Klub SV Darmstadt 98 verloren (1:2), doch die Niederlage gewann durch zwei Ausfälle an Brisanz hinzu: Stammtorhüter Yann Sommer zog sich einen Bänderriss zu; für ihn stand Ersatzmann Tobias Sippel zwischen den Pfosten, der sich gegen die Eintracht nach Möglichkeiten mühte, aber den verhängnisvollen Lauf der Dinge nicht zu stoppen vermochte.

          Außerdem fehlte Nationalspieler Jonas Hofmann (Schultereckgelenksprengung) sowie Stefan Lainer, der sich wegen eines Infekts unpässlich meldete. Glasner war in seinen personellen Vorstellungen durch die verletzungsbedingte Abwesenheit von Makoto Hasebe und Ansgar Knauff ebenfalls eingeschränkt, sah sich aber im Stande, die gleiche Startelf aufzubieten, die vor Wochenfrist schon Leverkusen sehenswert bezwungen hatte (5:1). Kapitän Sebastian Rode kam erst in der 53. Minute als Ersatz für den am Rande eines Platzverweises wandelnden Daichi Kamada.

          Der verletzte Gladbacher Jonas Hofmann verfolgt das Aufwärmen seiner Mitspieler.
          Der verletzte Gladbacher Jonas Hofmann verfolgt das Aufwärmen seiner Mitspieler. : Bild: dpa

          Lange warten beide Seiten an diesem frühlingshaft mild anmutendem Oktoberabend nicht damit ab, ihre Absichten preiszugeben. Es ging sogleich mit Tempo zur Sache. Ein Ballgewinn von Evan Ndicka tief in der eigenen Hälfte initiierte dabei die Frankfurter Führung. Der Franzose band Randal Kolo Muani ein, der den ehemaligen Nationalspieler Julian Weigl abschüttelte.

          Als Nutznießer des flotten Vorstoßes profitierte Jesper Lindström vom Engagement der Kollegen – der Däne schirmte die Kugel gegen zwei Bewacher ab und schob sie letztlich am herauseilenden Sippel vorbei ins rechte Eck (7.).

          Couragierter Auftritt

          Muani hatte nur sechzig Sekunden den nächsten Volltreffer auf dem Fuß, doch der 23-Jährige schoss knapp am linken Pfosten vorbei; der flinke Franzose konnte sich auch in der 26. Minute nicht über das Glück des Tüchtigen freuen, als er nach einem weiteren Sprint auf dem letzten Metern von Sippel abgedrängt wurde.

          Viel fehlte auch bei einem Versuch von Mario Götze nicht (28.), so dass es am couragierten Auftritt der Eintracht anfangs nur eines zu bemängeln gab: es mangelte an Effizienz. Doch dieser Eindruck besserte sich. Nachdem Kevin Trapp gegen Marcus Thuram (10.) und Lars Stindl (22.) aufs Neue verdeutlicht hatte, dass er seinen Vorderleuten ein aufmerksamer Rückhalt ist, schlugen die Frankfurter vorne ein zweites Mal zu.

          Nach einem Eckstoß, getreten von Christopher Lenz, drückte Junior Ebimbe, der frei von Druck durch einen Bewacher agieren konnte, das Spielgerät mit der Stirn unhaltbar ins Netz (29.). Und es kam für ihn und die Seinen noch besser: Lindström erhöhte, wiederum von Muani in Szene gesetzt, auf 3:0 (45.).

          „Das 0:3 zur Halbzeit fühlte sich ein bisschen surreal an, denn so schrecklich viel war zwischen den Mannschaften nicht zu erkennen. Der Unterschied war: Frankfurt hat seine Chancen genutzt, und wir waren dazu nicht in der Lage“, konstatierte Gladbachs Trainer Farke nach Abpfiff.

          Da sowohl Gladbacher als auch Frankfurter in vielen Szenen nicht zurückzogen, sondern mit Verve jeden Zweikampf annahmen, ergaben sich viele Fouls und Szenen, die Diskussionsbedarf auf den Trainerbänken auslösten. Schiedsrichter Daniel Siebert verwarnte bis zur Pause die Borussen Manu Koné (16.) und Weigl (18.) sowie Kamada (25.) Kristijan Jakic (31.) bei der Eintracht.

          Im zweiten Abschnitt (der im Nebel der Pyrotechnik begann, die in der Eintracht-Fankurve gezündelt wurde) begegneten die Frankfurter den zaghaften Versuchen der Borussia, das Ergebnis erträglicher zu gestalten, mit einer tieferen Staffelung. Die Hereinnahme von Rode wirkte sich positiv auf Ruhe und Ordnung im zentralen Mittelfeld aus.

          Doch ein Jakic-Patzer brachte kurz Spannung zurück: Der Kroate verlor an der Strafraumgrenze den Überblick, ließ Thuram im Alleingang auf Trapp ziehen, woraus der Anschlusstreffer resultierte (3:1, 72.). Ein defektes Kabel, an dem eine Kamera-Drohne der TV-Sender befestigt war, sorgte in der Schlussphase für eine unerwartete Unterbrechung.

          Mehrere Techniker eilten aufs Feld, um den Defekt zu reparieren, während beide Mannschaften miteinander redend die mehrminütige Zwangspause verbrachten. Danach passierte nichts mehr von nennenswerter Bedeutung, und die Eintracht brachte den Vorsprung, der ihr drei weitere Punkte bescherte, kontrolliert über die Runden.

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