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0:1 gegen Frankfurt : Nürnberg auf dem Weg nach unten

Nürnbergs Interims-Cheftrainer Boris Schommers spricht nach Abpfiff mit Eduard Löwen. Bild: dpa

Der „Club“ verliert auch in Frankfurt mit 0:1 und muss allmählich für die zweite Liga planen. Die Eintracht hingegen darf nach dem Heimerfolg langsam sogar von der Königsklasse träumen.

          Die Wahrscheinlichkeit, dass der 1. FC Nürnberg auch in der kommenden Saison zum Kreis der 18 besten deutschen Fußballmannschaften zählt, ist ein weiteres Stück kleiner geworden. Der „Club“ konnte seine schwarze Serie auch in der Begegnung mit Eintracht Frankfurt nicht beenden und wartet nun bereits seit zwanzig Partien auf einen Erfolg. Das Tabellenschlusslicht hat nach dem 0:1 am Sonntag weiterhin nur 13 Punkte auf der Habenseite vorzuweisen. Der Rückstand auf den Relegationsrang beträgt sechs Zähler.

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          Ungleich besser stehen die Hessen da, die ihren fünften Platz am 26. Spieltag auf unspektakuläre Weise festigten. Die Mannschaft, die am Donnerstag mit dem Einzug ins Europapokal-Viertelfinale gegen Mailand für Furore sorgte, kam durch ihren dreizehnten Saisonsieg im Alltagsgeschäft der erstmaligen Qualifikation für die Champions League noch näher.

          Die Absicht, diesen Nachmittag so zu gestalten, dass er mit einem erfreulichen Resultat zu Ende geht, war dem „Club“ nicht abzusprechen. Dass Trainer Boris Schommers, der seit einem Monat die Geschicke bei den Franken leitet, dazu seiner Elf eine Marschrichtung verordnete, bei der die Defensive Priorität genoss, verwunderte mit Blick auf die vielen Fehlschläge in den zurückliegenden Wochen nicht. Vor der Viererkette bot er ein Fünfermittelfeld auf, dem er als alleinige Spitze Mikael Ishak voranstellte. Die Nürnberger stellen mit lediglich 19 Toren die harmloseste Offensive der Liga. Warum das so ist, ließ sich auch bei einer frühen Aktion von Hanno Behrens im Frankfurter Strafraum erkennen: Der Kapitän köpfte nach einer Flanke von Sebastian Kerk den Ball, obwohl unbedrängt, aus knapp fünf Metern weit am Tor vorbei (3. Minute).

          Gegen den dichtgestaffelten und sich weit in die eigene Hälfte zurückziehenden Gegner erarbeitete sich die Eintracht in der ersten Hälfte eine Ballbesitzquote von 66 Prozent, tat sich aber schwer, aus dem optischen Übergewicht Vorteile zu ziehen. Zudem hatte sie das Glück, dass Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus nach einem Zusammenstoß von Gelson Fernandes mit Behrens nicht auf Strafstoß entschied (20.). Goncalo Paciencia bot sich die erste nennenswerte Chance auf Eintracht-Seite: Der Portugiese setzte einen Drehschuss aus nächste Nähe am Pfosten vorbei (13.), später scheiterte er, nachdem auch Danny da Costa das Ziel verfehlt hatte (14.), mit der Hacke aus spitzem Winkel an „Club“- Schlussmann Christian Mathenia (43.). Mit einer temporeichen Kombination fand die Eintracht vor der Pause dann doch die Lücke im vielbeinigen Nürnberger Abwehrwall: Luka Jovic, der sich für diesen Angriff als Initiator ins Mittelfeld zurückfielen ließ, gab mit seinem exakten Pass in den freien Raum auf Linksaußen Filip Kostic den Startschuss für einen Vorstoß, den der aufgerückte Innenverteidiger Martin Hinteregger in klassischer Torjäger-Manier abschloss (31.). Für den vom FC Augsburg im Winter ausgeliehenen 26-Jährigen, der in seiner Jugend regelmäßig Stürmer spielte, war es sein Ligatreffer-Debüt für Frankfurt.

          Paciencia traf nach dem Seitenwechsel zunächst die Latte (58.), der für ihn danach eingewechselte Haller schoss Ewerton an, der so für seinen geschlagenen Keeper in höchster Not klärte (64.) und den Ausgang offen hielt. So musste sich Kevin Trapp in der Schlussphase noch mal strecken, um gegen Behrens den möglichen Ausgleich zu verhindern (84.).

          Statt Sebastien Haller durfte Goncalo Paciencia zu Beginn für die Eintracht stürmen – und verpasste das 2:0 nur knapp.

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