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Frankfurter Europa-Aus : Kein Anlass zum Ärgern für die Eintracht

  • -Aktualisiert am

Die Köpfe nach oben: Eintracht Frankfurt um Bas Dost (vorne) Bild: EPA

Weil die Konkurrenten siegen und die Europa League vom Tisch ist, findet sich die Eintracht schnell mit dem 1:1 in Köln ab. Trainer Adi Hütter findet sogar lobende Worte.

          3 Min.

          Es gab in Köln einige Anlässe für die Frankfurter Eintracht, sich zu ärgern. Über Rodes Ungeschicktheit mit dem Ball im eigenen Strafraum, der zu einem Foulelfmeter und zum Rückstand führte. Über so manche Entscheidung des Schiedsrichters, der Handspiele der Kölner im eigenen Strafraum gnädig auslegte und die Berührung von Dost vor Hintereggers vermeintlichem Ausgleich ahndete. Über Silvas Egozentrik, als er hätte quer spielen und nicht aus spitzem Winkel auf das Kölner Tor hätte schießen müssen. Aber da der VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim ihre Bundesligaspiele deutlich für sich entschieden und dadurch auch bei einem Sieg die Europa-League-Ränge nicht mehr erreichbar gewesen wären, legte sich eine gewisse Milde über die Eintracht-Gemeinde in Köln. An der Frankfurter Zufriedenheit gab es nichts zu rütteln, obwohl die Auseinandersetzung nur 1:1 geendet hatte und der Siegtreffer mehrfach möglich gewesen war.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Was verblüffte, war die Fitness der Eintracht. Während die Kölner bei Temperaturen von 25 Grad Celsius und einer hohen Luftfeuchtigkeit in den letzten 20 Minuten „auf der letzten Rille“ waren, wie es Offensivspieler Mark Uth ausdrückte, drängten die Frankfurter vehement auf das 2:1, nachdem Dost in der 72. Minute den Rückstand durch den Foulelfmeter von Kainz (45. Minute) ausgeglichen hatte. Im 54. Saisonspiel wirkte die Eintracht konditionsstärker als der FC in seinem 35. Was an der Trainingsarbeit liegen mag, an der unverhofften Regenerationsmöglichkeit durch die Corona-Pause und an der konsequenten Rotation, die Trainer Adi Hütter zuletzt seiner Mannschaft verordnet hat. Im Vergleich zum Mittwoch gegen Schalke starteten für Hasebe, Abraham, Kohr, da Costa und den gelbgesperrten Kamada gegen Köln Hinteregger, Torró, Chandler, Sow und Dost. Und im Tor durfte Rönnow für Trapp ran.

          „Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft“, sagte Torschütze Dost. „Wie wir wie so oft am Ende besser drin im Spiel waren als der Gegner, war stark. Es war so schwül, ich habe mir sehr schwergetan, aber wir haben alles gegeben.“ Dass der Sprung auf Rang sieben nicht mehr möglich ist, beschäftigte den 31 Jahre alten Niederländer nicht besonders: „Das ist schade, aber nicht mein erster Gedanke.“ Zuerst dachte er an die Gesamtleistung der Mannschaft. „Mit etwas Glück hätten wir gewinnen können, aber da muss auch mal der Ball richtig fallen.“

          „Köln war am Ende kaputter als wir“

          Sein 1:1 hatte mit Glück nichts zu tun gehabt. Da Costa hatte Sow freigespielt, und nach dessen Hereingabe musste Dost nur noch den linken Fuß hinhalten aus zwei Metern Torentfernung. „Das war klasse gemacht von den beiden, aber vergesst André Silva nicht. Weil er super zum ersten Pfosten gelaufen ist und den Gegner mitgezogen hat, konnte ich am zweiten Pfosten mich frei machen.“

          Während Dost meinte, dass die Kölner das Unentschieden irgendwie auch verdient hätten, sprach Innenverteidiger Martin Hinteregger von 90 dominanten Minuten der Eintracht. Das war ein wenig übertrieben, die Überlegenheit in der ersten Halbzeit war nicht sonderlich produktiv, und die ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit bestimmten sogar die Kölner. Aber mit einem Satz hatte der Österreicher absolut recht: „Wenn die Kölner zum Schluss nur noch versuchen, das Unentschieden zu retten, dann spricht das für uns. Köln war am Ende kaputter als wir.“

          Der Österreicher hatte als Mittelmann der Dreierkette eine hervorragende Partie gespielt und wieder einmal seine Torgefährlichkeit nach Standards bestätigt. Aber Schiedsrichter Dingert versagte dessen neuntem Saisontreffer die Anerkennung, weil Dost zuvor der Ball an den Arm gesprungen war. Unbeabsichtigt, aber zu seinem Vorteil.

          Trainer Hütter mochte wegen des Handspiels nicht nachkarten. „Die Leute im Videoraum in Köln schauen sich die Sache in Ruhe an. Sie haben es auch nicht leicht, weil es keine eindeutigen Regelungen gibt, deshalb wird mal der eine, mal der andere bevorteilt oder benachteiligt. Das ist so, das lässt sich nicht ändern, ich habe dazu nichts Neues zu sagen.“

          Lieber sprach er von seinem Team und dessen Mentalität: „Es gefällt mir am meisten, welchen Aufwand es betrieben hat, um nach dem unglücklichen Fehler von Rode, nicht zu verlieren.“ Ob er enttäuscht sei, dass nun die Europa League nicht mehr über die Bundesliga erreicht werden kann, wurde der Trainer gefragt: „Enttäuschung ist das falsche Wort, es ist schade. Wenn wir die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz beenden, dann ist das auch eine Leistung, auf die man stolz sein kann.“

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