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Reife Leistung in Bundesliga : Jetzt nimmt die Eintracht Europa ins Visier

Stehen wieder goldene Zeiten bevor? Derzeit läuft es bei der Eintracht. Bild: Imago

Die Frankfurter haben sich in der Bundesliga stabilisiert und sich so in Reichweite der internationalen Plätze gebracht. Das Remis gegen Freiburg zeigt, wo derzeit die Stärken der Mannschaft liegen.

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          Der Traum von Europa lebt. Dass die Eintracht lediglich zwei Punkte hinter dem Tabellenvierten Dortmund liegt, ist eine der positiven Nachrichten nach dem Hinrundenschluss. Eine andere besagt: Adi Hütter hat es schon wieder gemacht. Wie schon bei seinem Dienstantritt vor zweieinhalb Jahren hat der mittlerweile 50 Jahre alte Fußballtrainer eine Bundesliga-Halbserie mit 27 Punkten abgeschlossen. Das ist eine gute Ausgangslage für das, was noch kommen soll. Hütter sagte nach dem 2:2 am späten Mittwochabend beim Sportclub Freiburg, „dass wir um die internationalen Plätze mitspielen möchten“.

          Bundesliga

          Die Partie im Breisgau hat gezeigt, dass die Eintracht dazu fähig ist. Spielerisch hat Hütters Mannschaft gerade vom Anpfiff weg überzeugt und sich nach dem verdienten Unentschieden viel Lob von Christian Streich anhören dürfen. Der Freiburger Coach, seit längerem schon ein Fan des Fußballs der Marke Eintracht, gab sich auch jetzt wieder als Freund der Frankfurter zu erkennen. „Eintracht Frankfurt hat eine gute Mannschaft“, sagte Streich. „Das ist fußballerisch im Moment mit das Beste in der Liga. Wenn du den Ball verlierst, geht es bei Frankfurt so schnell und so gut. Sie sind taktisch so flexibel, haben fußballerisch so viele gute Lösungen und sind reifer.“

          Möglich gemacht haben diesen Reifeprozess nicht zuletzt die guten Ergebnisse rund um den Jahreswechsel. Nach einer Phase lauter Unentschieden hatte die Eintracht, beginnend in Augsburg, ihre Serie von vier Siegen in Folge gestartet. Dass sie jetzt bei den traditionell heimstarken Freiburgern gestoppt wurde, ist kein Beinbruch, denn „wir haben uns spielerisch weiterentwickelt“, wie Hütter sagte. Der Eintracht-Coach trat sichtlich zufrieden die Heimreise aus Freiburg nach Frankfurt an, und wie schon nach dem 3:1 gegen Schalke hob der österreichische Fußballlehrer die Systemumstellung hervor. „Die hat uns gutgetan“, sagte er. „Mit Luka Jovic sind wir noch variabler und gefährlicher.“ In Freiburg präsentierte sich der Serbe zwar längst nicht so angriffslustig und torgefährlich wie noch am Sonntag gegen den Abstiegskandidaten Schalke. Doch schon seine Präsenz sorgt für Unruhe beim Gegner. Hütter ist auch deshalb zuversichtlich, „dass wir eine gute Rückrunde spielen werden“.

          Nachfolger von Abraham

          Für einen aus der Frankfurter Mannschaft war das Spiel in Freiburg von besonderer Bedeutung: Tuta. Der 21 Jahre alte Brasilianer soll nach den Vorstellungen der Sportlichen Leitung die Nachfolge von David Abraham antreten. Im Schwarzwaldstadion hat der Rechtsverteidiger gezeigt, dass er diesem hohen Anspruch bei entsprechender Reifezeit durchaus gerecht werden kann. Sein Trainer bescheinigte ihm ein „tolles Spiel“. Sportdirektor Bruno Hübner fand es sogar „super, so zu bestehen“. Mit einer Zweikampfquote von 100 Prozent hat Tuta seine originäre Abschirmarbeit zur vollsten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten verrichtet. Ärgerlich war nur der gefährliche Querpass kurz vor dem Ende. Hübner sah in seiner Analyse nonchalant darüber hinweg. „Er war präsent und schon relativ nah dran an David Abrahams Level. Wenn sich Tuta so weiterentwickelt, ist er ein top Ersatz für David.“

          Tuta, zum dritten Mal in dieser Bundesligasaison von Beginn an in der Startelf der Eintracht dabei, sagte nach seinem vielversprechenden Auftritt in Freiburg, dass er sehr hartnäckig dafür gearbeitet habe, um sich auf dem Feld zu verbessern. „Ich habe probiert, sehr fokussiert zu sein und bin sehr zufrieden mit meiner Leistung.“ Das System mit der Dreierkette gefalle ihm. „Es funktioniert gut, wir üben in jedem Training an der Abstimmung.“ Mit Martin Hinteregger und Evan Ndicka spielen zu dürfen, sei sehr gut. „Ich fühle mich geehrt“, ließ der Südamerikaner am Mittwoch in Freiburg von einem Dolmetscher übersetzen.

          Auf Tuta als Abraham-Nachfolger will sich die Eintracht zukünftig verlassen. Auf Amin Younes kann sie sich jetzt schon verlassen. Wieder überzeugte der kleine Spielmacher mit dem großen Technikrepertoire. Sein Tor zum 1:0 war ein Paradebeispiel dafür, was dieser Sportler mit dem Ball am Fuß anzufangen weiß. Hütter zeigte sich davon nicht noch einmal über die Maßen verwundert. Der Trainer erinnerte an dessen längere Ausfallzeit und die Zwangspause durch eine Corona-Infektion. „Ich habe ihm die notwendige Zeit gegeben.“

          Eine Strategie, die Hütter auch bei Tuta verfolgt. Der Vorteil für den Brasilianer: Er ist in eine Mannschaft gekommen, „die über 90 Minuten konstant gut Fußball spielt“. Findet zumindest Martin Hinteregger, der robuste Ausputzer an zentraler Stelle der Dreierabwehrkette. „Insgesamt war es wieder eine stabile Leistung“, sagte der Österreicher. „Wir sind verdient auf 2:2 zurückgekommen. 27 Punkte nach der Hinrunde sind Frankfurt noch nicht oft gelungen, das ist absolut gut.“ Der Österreicher, bestärkt durch sechs ungeschlagene Spiele in Folge, zeigte sich nach dem Unentschieden von Freiburg für das, was noch kommen soll, optimistisch: „Wir sind voll dabei im Kampf um die internationalen Plätze.“

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