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Eintracht gegen den BVB : Frankfurts Mitte muss dicht sein

  • -Aktualisiert am

Keine Angst vor großen Namen: Adi Hütter freut sich auf Dortmund. Bild: dpa

Die Eintracht will sich gegen den BVB am Erfolgsrezept des 1. FC Köln orientieren. Beim Rest der Strategie aber hält sich Trainer Adi Hütter noch bedeckter als sonst.

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          Das Verletzungspech von Borussia Dortmund tangiert Eintracht-Trainer Adi Hütter nicht sonderlich. Diesen Eindruck hinterließ der 50 Jahre alte Österreicher jedenfalls am Freitag in einer Videokonferenz zum Bundesliga-Heimspiel seiner Mannschaft gegen die Westfalen. Einerseits sind vier Profis des BVB lediglich angeschlagen, nur einer fällt definitiv für die Auseinandersetzung aus. Andererseits spricht er seinem Team die Qualität zu, diesen Gegner zumindest zu Hause auch in dessen Bestbesetzung schlagen zu können – „wenn viel zusammenläuft“. Da Hütter bewusst ist, dass seine Eintracht in schlechter Verfassung auch gegen die zweite Garnitur des BVB kaum Chancen hat, fügt er hinzu: „Wir müssen vor allem auf die eigene Leistung schauen.“

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Dass die Dortmunder auf Torjäger Erling Haaland verzichten müssen, kommt ihm aber schon gelegen. 16 Pflichtspieltreffer stehen auf dem Konto des Norwegers, das ist etwas mehr als die Hälfte aller BVB-Tore. „Es wird ein komplett anderes Spiel“, sagt Hütter und schiebt gleich die Begründung nach. „Nicht nur wegen seiner Tore, auch wegen seiner Geschwindigkeit, die er mitbringt, auch wie er anläuft. In seiner Art und Weise ist er nicht zu ersetzen.“ Nicht, dass die Dortmunder keine Alternativen für die Spitze hätten. Aber Reus, Brandt, Sancho und Hazard sind andere Spielertypen. Und nicht so torgefährlich. „Dortmund wird Haalands Ausfall mit anderer Systematik kompensieren“, erklärt Hütter. Den 16 Jahre alten Moukoko erwartet er nicht in der Startelf. „Die Borussia spielt nicht gern in Frankfurt. Ich glaube nicht, dass sie dann mit einem 16-Jährigen ins Spiel gehen, auch wenn er ein toller Spieler ist.“

          Kreativität, Schnelligkeit, Dribbelstärke

          Mit Reyna und Bellingham kann Borussen-Trainer Lucien Favre zudem Offensivkräfte aufbieten, die der Eintracht mit ihrer Kreativität, Schnelligkeit und Dribbelstärke zusätzlich weh tun können. Deshalb fordert Hütter von seiner Mannschaft vor allem taktische Disziplin. „Wenn wir den Dortmundern Raum lassen, werden wir durch deren Spielintelligenz und ihren Tiefgang im letzten Drittel in Schwierigkeiten geraten“, sagte der Vorarlberger. „Vor allem die Mitte muss dicht sein.“

          Der 1.FC Köln machte es vor einer Woche vor, wie die Dortmunder zu bezwingen sind. Nach zuvor 18 sieglosen Spielen bezwangen die Rheinländer den Favoriten in dessen Stadion. Was die Eintracht von den Kölnern lernen kann, um ebenfalls zu siegen? „In Führung zu gehen“, gibt Hütter einer pointierte Antwort. Mit ihr spielt er auf die Startschwäche der Eintracht an, die in neun Bundesligaspielen sechsmal einem Rückstand nachlaufen musste. Was ihr fünfmal gelang. Gegen Dortmund allerdings möchte Hütter am Samstag keineswegs ins Hintertreffen geraten. „Dann kann sich der BVB etwas zurückziehen und mit seinen schnellen Spielern auf Umschaltsituationen warten.“ Die die Dortmunder deutlich klarer, zielstrebiger und erfolgreicher zu Konterattacken nutzen als seine Frankfurter. Für Hütter hatte der Überraschungscoup der Kölner in Dortmund viel mit dem Spielverlauf zu tun. „Und natürlich haben sie gut verteidigt, gerade die Standards, und sie haben auch immer wieder für Entlastung gesorgt.“

          „Wir haben uns etwas ausgedacht“

          Welches Personal am Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) dieses komplexe Aufgabengebiet bewältigen soll, da hielt sich der Eintracht-Coach noch bedeckter als sonst. Lediglich dass Kostic auf links spielen werde, offenbarte er. Immerhin erwähnte er noch, dass Rode und Barkok wieder einsatzbereit seien. Nur Ache ist verletzt und Younes nach überstandener Infektion mit dem Corona-Virus erst „in einem ordentlichen Zustand“, was für einen Einsatz nicht reicht. Die taktische Grundordnung seiner Mannschaft mochte Hütter nicht benennen. Was dafür spricht, dass er wie gegen Leipzig von seiner Gewohnheit abrückt, mit zwei Spitzen zu agieren, und lieber mit einem zusätzlichen Mittelfeldspieler das Zentrum des Spielfeldes verdichtet.

          Sogar bei den Neuerungen in der Spielvorbereitung hielt sich Hütter bedeckt, durch die sein Team seine Schlafmützigkeit in den ersten Minuten ablegen soll. „Wir haben uns etwas ausgedacht für die Startphase, aber das wollen wir nicht an die große Glocke hängen.“ Auf Nachfrage gab er dann kleine Hinweise. „Wir werden nicht früher zum Aufwärmen rausgehen, wir beginnen ohnehin schon mit am frühesten Spielvorbereitung.“ An den „Abläufen“ in der Kabine werde etwas geändert, vielleicht in der Ansprache an die Mannschaft, um neue Impulse zu setzen: „Was wir auch machen, es wird nicht darüber entscheiden, ob wir das Spiel gewinnen oder nicht.“

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