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Erfolg in Fußball-Bundesliga : Der Europa-Traum der Eintracht lebt

  • -Aktualisiert am

So sehen glückliche Spieler aus: David Abraham (links) und Evan N’Dicka freuen sich über den Sieg. Bild: AFP

Mit einem knappen Sieg gegen den FC Schalke halten die Frankfurter ihre Hoffnung auf die internationalen Plätze aufrecht. Die Königsblauen erleben einen weiteren Rückschlag. Und es kommt sogar noch schlimmer.

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          Das Mindestziel ist zum Greifen nahe, aber um noch höheren Ambitionen gerecht zu werden, spielt die Konkurrenz derzeit nicht mit. Als Sportvorstand Fredi Bobic vor dem Saisonstart einen einstelligen Tabellenplatz als zufriedenstellend bezeichnete, wurde er von manchen als Tiefstapler angesehen. Nachdem eine schwarze Serie die Frankfurter Eintracht bis an den Rand der Abstiegszone geführt hatte, erschien solch eine Plazierung wie ein ferner Traum. Nach dem 2:1 über Schalke 04, dem ersten Heimsieg nach der Corona-Pause, haben sich die Hessen nun mit 41 Punkten tatsächlich auf Platz neun festgesetzt.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Um jedoch noch auf Rang sieben vorzustoßen, der zur Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League berechtigt, müssen noch vier Punkte Abstand überwunden werden, da Freiburg und Hoffenheim jeweils gewannen. „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und hoffen, mehr können wir nicht tun“, sagte Mittelfeldspieler Sebastian Rode, „viel spricht nicht dafür, aber so lange es möglich ist, versuchen wir es.“ In den letzten beiden Saisonspielen tritt die Eintracht beim 1. FC Köln und gegen den SC Paderborn an.

          Die Auseinandersetzung gegen Schalke kann als Spiegelbild der Saison gesehen werden. Die Eintracht zeigte in diesen 90 Minuten plus Nachspielzeit ihre beiden Gesichter: ihr strahlendes bis zur 2:0-Führung durch Silva (29. Minute) und Abraham (50.), dann ihr verhärmtes. Nach McKennies Gegentor (58.) fanden die Frankfurter noch nicht einmal in Überzahl (Gelb-Rot gegen Bozdogan, 77.) zum Glanz der ersten Halbzeit zurück. „Wir hätten es viel besser ausspielen müssen“, meinte Einwechselspieler Chandler kritisch. „Wenigstens haben wir am Ende wieder besser verteidigt.“ Unmittelbar nach dem 1:2 wehrte Abraham einen Torschuss von Gregoritsch auf der Torlinie stehend mit dem Kopf ab. „Wir müssen abgebrühter sein und dürfen so nicht mehr ins Schwimmen kommen“, sagte Rode.

          Eine Viertelstunde hatte die Eintracht benötigt, um gegen eine passive Schalker Mannschaft überhaupt in den Rhythmus zu finden. Doch die Schalker vermochten aus dieser Startphase keine Sicherheit zu gewinnen. Sie agierten genau so, wie man es nach 13 Spielen ohne Sieg befürchten muss: ohne Traute. Von wegen jugendlicher Unbekümmertheit, die bei einer Startelf-Besetzung mit sechs Profis zwischen 19 und 21 Jahren sowie einem 23 Jahre alten Regionalliga-Stammspieler auch hätte erwartet werden können. Als die Frankfurter spürten, dass von den Schalkern offensiv gar nichts kommen würde, riskierten sie mehr und entwickelten sofort Druck. Kamada und da Costa machten dort weiter, wo sie beim 4:1-Sieg in Berlin aufgehört hatten, lauf- und spielfreudig kreierten sie eine Offensivaktion nach der anderen. Wie beim 3:3 gegen Freiburg ergaben sich Torchancen fast im Minutentakt, allerdings nicht so eindeutige wie im Heimspiel vor drei Wochen.

          Kein Grund, frustriert zu werden, sondern nur, es besser zu machen. Und das geschah in der 29. Minute, nachdem die Schalker sich das erste Mal am Frankfurter Strafraum ein bisschen festgesetzt hatten. Dann nahm Kostic in seiner robusten Art Gegenspieler Kenny an der Außenlinie den Ball ab, spielte ihn weiter zum startenden Kamada und die Schalker Spielhälfte lag offen vor der konternden Eintracht. Der Japaner passte in aller Klarheit zum im gegnerischen Strafraum lauernden Silva, und der Portugiese ließ sich die Chance zum 1:0 nicht nehmen. Ein kurzer Haken, ein genauer Schuss ins Eck: Mit der Selbstverständlichkeit und Überzeugung des erfolgreichen Torjägers hatte Silva zugeschlagen, es war sein siebter Treffer im achten Spiel nach der Corona-Pause, sein elftes Saisontor in der Bundesliga.

          Als Abraham in der 50. Minute nach einer Freistoßflanke von Kostic per Kopf auf 2:0 erhöht hatte, schien die Partie dann gelaufen. Doch im Moment, als alles verloren schien, löste sich die Schalker Blockade. Nach McKennies schnellem 1:2 wogte die zuvor einseitige Partie wild hin und her. Gregoritsch hätte ausgleichen können, Silva, in gleicher Position wie vor dem 1:0, hätte erhöhen können. Doch es blieb beim 2:1, das die Eintracht die Schalker in der Tabelle überholen ließ.

          Der Frankfurter Trainer Hütter kommentierte: „Man kann natürlich das Negative sehen, ich sehe lieber das Positive: Wir haben mindestens 50 Minuten tollen Fußball gespielt und jetzt aus den letzten sechs Spielen 13 Punkte geholt, das zählt.“ Vor allem die physische Verfassung seines Teams mache ihn stolz. „Wir haben in dieser Saison 16 Spiele mehr als die Schalker bestritten und trotzdem sind wir noch auf der Höhe.“

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