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4:1 gegen Hannover : Eine Befreiung für Eintracht Frankfurt

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Die Eintracht stand gegen Hannover wieder auf der Sonnenseite. Bild: dpa

Im Duell im Tabellenkeller sind die Frankfurter überlegen und treffen den Gegner nach einem zähen Start hart. Hannover zeigt eine bedenkenswert schlechte Leistung und ist nun Letzter.

          Sechzehnter gegen Achtzehnter: Das war die verdrießliche Ausgangslage, mit der am Sonntag Eintracht Frankfurt und Hannover 96 bestmöglich umgehen wollten. Die Hessen strebten nach ihrem ersten Heimsieg, die Niedersachsen nach dem ersten vollen Erfolg in dieser Spielzeit. Vergeblich, da der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga bei der 1: 4-Niederlage durch Treffer von Ndicka (36. Minute), Rebic (45.+1), De Guzman (59.) und Jovic (89.) bei einem Gegentor durch Muslija (86.) fast chancenlos war. Während sich Frankfurt vor 46.300 Zuschauern ein wenig von der dunkelsten Tabellenregion absetzen konnte, verharrten die diesmal eher zweitklassigen Hannoveraner am Ende des Tableaus.

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          „Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten den Bock umstoßen. Es ist uns nicht viel gelungen. Das ist enttäuschend“, sagte 96-Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler bei Sky. Frankfurts Torschütze N‘Dicka war hingegen überglücklich: „Wir standen unter Druck. Wir sind das Spiel aber ruhig angegangen. Das Tor war ein komisches Gefühl, weil ich es nicht gewohnt bin.“

          Vor allem die Eintracht, voran Trainer Adi Hütter, sah sich und seine Mannschaft am Sonntag „unter Druck“. Um die Aussichten dafür zu verbessern, hatte er sein Team gegenüber der 1:3-Niederlage am Mittwoch in Mönchengladbach auf sechs Positionen verändert. Ante Rebic, einer der kroatischen WM-Helden, kehrte nach längerer Verletzungspause wegen einer hartnäckigen Fußprellung erstmals in die Startelf zurück. Dafür musste der nur als „verletzt“ gemeldete Kapitän und Abwehrchef Abraham notgedrungen passen. An seiner Stelle erlebte der erfahrene Innenverteidiger Russ sein Debüt in dieser Saison.

          Auch der Hannoveraner Trainer André Breitenreiter setzte auf die Kombination aus Dreier- und Fünferabwehr mit starkem Akzent auf der Sicherheitsvariante. Dazu schickte er vier neue Kräfte aufs Feld - teils um die angeschlagenen Wimmer und Maina zu ersetzen, teils um frischen Profis am Ende einer Englischen Woche eine Chance zu geben. Anders als Hütter gab sich Breitenreiter vorher vergleichsweise entspannt. „Wir wollen da gerne gewinnen“, sagte er, „aber das ist kein Muss.“

          Man sah es seinen Spielern an. Sie gingen von Beginn an in volle Deckung und ließen die Frankfurter das Spiel machen, soweit das der Eintracht möglich war. Heraus kam ein rechtes Gewürge ohne nennenswerte Möglichkeiten, ehe sich dann doch erstmals ein Türchen auftat. Nach einem Frankfurter Eckstoß schien 96 die Gefahr gebannt zu haben, doch der Ball kam in den Strafraum zurück, wo Haller ein Kopfballduell mit Anton gewann und Innenverteidiger Ndicka eine Schussposition erspäht hatte. Der 19 Jahre alte Franzose hatte Zeit genug, per Volleyschuss seinen ersten Bundesliga-Treffer zu erzielen.

          Für Hannover und Torjäger Füllkrug lief es ganz und gar nicht gut.

          96 war nun gefordert, endlich selbst etwas für das Spiel zu tun, doch ehe die womöglich rettende Halbzeitpause erreicht war und Breitenreiter eine Richtungsänderung hätte aufzeigen können, stand es auch schon 2:0. Diesmal ließ der wuchtige Rebic seinen weggeblockten Gegenspieler Sorg nach Hallers zweiter Torvorbereitung kurzentschlossen links liegen und hatte damit freie Bahn zum 2:0. Ein Vorsprung, den diese schwache Hannoveraner Mannschaft nicht mehr wettmachen konnte. Breitenreiter wechselte zur zweiten Hälfte immerhin zwei neue Offensivkräfte ein: Weydandt anstelle des angeschlagenen Füllkrug und den amerikanischen Stürmer Wood für den brasilianischen Mittelfeldspieler Walace. Doch auch der zweite Sturm der Niedersachsen war nur ein Lüftchen.

          Die Eintracht wartete derweil geduldig auf die nächste Gelegenheit. Sie kam nach einer knappen Stunde, als sich der bei seinem Comeback in der Anfangsformation schon wieder erstaunlich vitale Rebic gegen den unglückseligen Anton den Freiraum verschaffte, um dem mitgelaufenen de Guzman mit einem lässigen Querpass die Chance zum 3:0 zu geben. Das 1:3 durch Muslija war nur ein Stück Kosmetik und wurde durch Jovic sogleich gekontert. Wer der Mann des Tages in Frankfurt war, bekam Ante Rebic bei seiner Auswechslung (82.) zu hören. Die Anhänger der Eintracht feierten den Kroaten wie jemanden, der seine Mannschaft nach zögerlichem Saisoneinstand auf den Weg zurück nach oben bringen kann.

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