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Frankfurt empfängt Hoffenheim : Entscheidende Tage für die Eintracht

Adi Hütter vertraut seinem Kader: „Die Mannschaft kann auch ohne Kostic gewinnen.“ Bild: dpa

Die Eintracht arbeitet weiterhin an ihrem Kader. Im Spiel gegen Hoffenheim wollen die Frankfurter zeigen, was in ihnen steckt. Adi Hütter ist von der Leistung seiner Mannschaft überzeugt – auch ohne Kostic.

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          Zwei Tage vor dem Spitzenspiel sind sie in der Frankfurter Arena mit schwerem Gerät angerückt. Presslufthammer sorgten im Erdgeschoss des Business-Bereichs für großen Lärm. Auch ein Stockwerk tiefer, in den Katakomben, in denen Eintracht-Trainer Adi Hütter verbal auf die Partie seiner Mannschaft gegen den Bundesliga-Tabellenführer TSG Hoffenheim einstimmte, war das Getöse deutlich hörbar – und ein Zeichen. Rund um die Eintracht wird fleißig gewerkelt.

          Bundesliga

          In diesen Tagen mehr als sonst, was nicht verwundert. Am kommenden Montag schließt das zeitlich weit nach hinten verschobene sommerliche Transferfenster. Danach gibt es für Chefeinkäufer Fredi Bobic keine Möglichkeit mehr, werthaltige Neuzugänge nach Frankfurt zu lotsen. Einige Spieler hat der Sportvorstand der Eintracht schon verpflichtet, darunter jüngst den australischen Mittelfeld-Allrounder Ajdin Hrustic und den deutschen Ersatztorhüter Markus Schubert.

          Amin Younes als mögliche Verstärkung?

          Der neueste Name, der auf dem Markt als mögliche Verstärkung für den derzeitigen Tabellendritten Eintracht gehandelt wird: Amin Younes. Befragt nach dem in Düsseldorf geborenen 27 Jahre alten Nationalspieler (fünf Einsätze), der aktuell jenseits der Alpen auf spielerische Weise sein Geld verdient, sagte Eintracht-Coach Hütter: „Das ist ein guter Spieler, der in Napoli ist.“ Der Flügelmann des SSC Neapel, demnächst im Eintracht-Dress? „Sie wissen ja, dass ich mich an Spekulationen nicht beteilige“, sagte Hütter erwartungsgemäß.

          Dafür wurde der 50 Jahre alte Fußballlehrer deutlich, als es um das bevorstehende Duell des Dritten gegen den Ersten ging. „Von der Tabellenposition her ist es tatsächlich ein Spitzenspiel“, sagte Hütter. „Das hätten wir nach dem Saisonstart und dem 1:1 gegen Bielefeld nicht für möglich gehalten.“ Doch es stimmt: Dank des hochverdienten 3:1-Auswärtssieges bei der Berliner Hertha hat sich die Hütter-Elf in eine formidable Ausgangsposition gebracht. „Mit einem Sieg gegen Hoffenheim können wir im besten Fall sogar Tabellenführer werden“, rechnete Hütter vor: „Da kann man einmal sehen, wie schnelllebig der Fußball ist.“

          Für den österreichischen Trainer der Eintracht steht außer Frage, dass sich seine Mannschaft gegen die spielstarken und offensivfreudigen Hoffenheimer in einer „Topverfassung“ präsentieren muss. „Beide Teams haben Qualität in ihren Reihen“, sagte Hütter, der allen Grund hat, sich ganz besonders auf die Partie gegen die TSG zu freuen: Alle bisherigen vier zurückliegenden Bundesligaspiele unter seiner Führung hat die Eintracht gegen Hoffenheim gewonnen. Das kann etwas für das fünfte Aufeinandertreffen bedeuten, muss es aber nicht. Hütter bekräftigte, dass er von Serien und Statistiken nichts halte, „denn wir brauchen so oder so eine super Leistung“. Beim Bestreben, dem derzeitigen Branchenprimus ein Bein zu stellen, setzt Hütter auch und wieder einmal auf die Unterstützung von den Rängen. Die sind zwar weiterhin in der insgesamt 51.500 Zuschauern Platz bietenden Arena nur spärlich gefüllt.

          „Das tut uns gut“

          Doch im Vergleich zum Saisonstart gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld sind in Corona-Zeiten weitere 1500 Besucher von den Gesundheitsbehörden zugelassen. 8000 Zuschauer also werden an diesem Samstag zur besten Bundesliga-Anstoßzeit dabei sein (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und auf Sky) „Das tut uns gut“, sagte Hütter, der nochmals bekräftigte, was seiner Elf schon in der Vorwoche in der Hauptstadt bewies: „Die Mannschaft kann auch ohne Kostic gewinnen.“ Wegen eines Teilanrisses des Innenbandes im rechten Knie wird der flinke Serbe der Eintracht wochenlang nicht zur Verfügung stehen.

          Für das Duell mit Hoffenheim kommt Steven Zuber als Ersatz in Frage. Jener Spieler, der aus Hoffenheim nach Frankfurt gekommen ist, während Mijat Gacinovic den umgekehrten Weg einschlagen hat. Hütter ist sicher, dass sein junger Trainerkollege Sebastian Hoeneß „Mijat über uns ausquetschen wird, um so viele Informationen wie möglich zu bekommen“. Im Gegenzug dürfte Hütter den Schweizer Zuber „das eine oder andere fragen“.

          Neuzugang Schubert, den Hütter am Donnerstag als „absolutes Torwarttalent“ bezeichnete, wird als Stellvertreter von Trapp auf der Bank sitzen. Ob auch Hrustic den Sprung in den Spieltagskader schafft, ließ der Eintracht-Trainer offen. Mit Sebastian Rode, Dominik Kohr und Djibril Sow hat er schon Spieler, die sich dort wohl fühlen, wo auch Hütter den Australier sieht: „auf der Achter-Position“. Für die von Hrustic bevorzugte Spielmacherrolle sieht Hütter den Japaner Daichi Kamada klar im Vorteil: „Mit seiner Kreativität tut uns Kamada vorne gut.“ Wie gut, wird sich im Spitzenspiel gegen Hoffenheim zeigen.

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