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Dortmund gewinnt in Bielefeld : Ohne Lametta zu drei Punkten

  • -Aktualisiert am

Die Dortmunder Jubeltraube nach dem Abpfiff vor den mitgereisten Anhängern. Bild: dpa

Borussia Dortmund erfüllt auch ohne Erling Haaland seine Pflicht in der Bundesliga. Arminia Bielefeld trifft in der kommenden Woche nun zweimal auf Mainz 05 – im DFB-Pokal und in der Liga.

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          Nach den vielen Fragen, die sich bei Borussia Dortmund nach einer Woche des Erschreckens stellten, ging es am Samstag um die richtigen Antworten. Und um das Annehmen einer Situation, die den Alltag des Bundesliga-Zweiten womöglich bis zum Jahresende beschäftigen wird. Der BVB wird jedenfalls in nächster Zeit seine Treffer auch ohne den an einer Hüftbeugerverletzung im linken Oberschenkel leidenden Erling Haaland, den neben dem Münchner Robert Lewandowski besten Torlieferanten der Fußball-Bundesliga, schießen müssen.

          Bundesliga

          Dazu galt es, am Samstag im Westfalenderby beim Zweitletzten Arminia Bielefeld eine passende Reaktion auf die krachende 0:4-Niederlage bei Ajax Amsterdam am vergangenen Dienstag in der Champions League zu zeigen. Dass die Schwarz-Gelben ihr Tagesziel beim 3:1-Sieg auf der „Alm“ auch ohne Lametta, Glanz und Gloria erreichten, gehört bei einem anvisierten Arbeitssieg dazu.

          Mehr war gegen diesen sperrigen und mit seinen eigenen Gelegenheiten wieder einmal zu schludrig umgehenden Herausforderer aus dem Untergeschoss der Liga diesmal nicht drin. „Das war eine gute Reaktion auf den Dienstag“, bewertete Innenverteidiger Manuel Akanji das vergleichsweise mühelose Erreichen des Tagesziels wie alle anderen Dortmunder positiv.

          Pendler Bellingham trifft

          Auch das Fehlen des jugendlichen Helden aus dem Angriffszentrum, der sich einen Tag nach dem Amsterdam-Debakel verletzt abgemeldet hatte, kompensierten die Borussen fürs Erste. Aber nicht mit denen, die nun gefordert sind, die Vakanz, die der wuchtige Norweger in der Mitte des Sturms hinterlassen hat, zu füllen. Reus, Hazard, vor allem Malen strahlten am Samstag keine Gefahr für das Bielefelder Tor aus. Für die drei Treffer, die den Sieg bedeuteten, sorgten diesmal Protagonisten, die in erster Linie defensiv verankert sind.

          Zunächst gelang dem defensiven Mittelfeldspieler Emre Can eine der leichteren Übungen, als er einen ­Elfmeter nach Brunners Foul an Bellingham zum 1:0 nutzte (31. Minute). Danach glückte dem Innenverteidiger Mats Hummels aus zwanzig Metern Torentfernung ein kunstvoller Drehschuss („eines meiner schöneren Tore“), der im rechten Toreck der Bielefelder einschlug (45.). Und schließlich bedeutete ein Geniestreich des 18 Jahre alten Engländers Jude Bellingham, der als Pendler zwischen Abwehr und Angriff unterwegs war, das 3:0 (72.), als er drei Bielefelder ausspielte und den Ball über Torhüter Ortega hinweg ins Tor chippte.

          Hummels trifft den Ball präzise und baut die Dortmunder Führung aus.
          Hummels trifft den Ball präzise und baut die Dortmunder Führung aus. : Bild: AFP

          Auch ohne den Torgaranten Haaland konnten sich Ästheten an zwei der drei BVB-Treffer erfreuen. Dass dann auch noch die Arminen ein Tor zum 1:3 per Foulelfmeter durch Klos erzielten, blieb im Gesamtkontext dieses nicht einmal besonders ungleichen Duells eine Fußnote.

          Die Bielefelder, nach neun sieglosen Spielen mit fünf Toren die Minimalisten der Liga, sind nun gefordert, ihren oft recht ansehnlichen, aber nicht mit Erfolgen belohnten Auftritten Spiele folgen zu lassen, die den vollen Ertrag abwerfen. „Je weniger wir Erfolgserlebnisse feiern können, desto mehr ist das in den Köpfen“, sagte der aus Schalke gekommene und dort durch eine lange Sieglosserie in die Zweite Bundesliga abgestiegene Mittelfeldspieler Alessandro Schöpf aus schlechter Erfahrung, „man hat dann nicht dieses Selbstbewusstsein.“

          Dortmund dagegen besaß die Klasse, in den entscheidenden Momenten des Spiels Qualitäten abzurufen, die den Bielefeldern vorerst noch fehlen. Zum Beispiel dem Arminen-Mittelstürmer Janni Serra, der sich den Ball nach Pongracics Patzer zu weit vorlegte, als er mehr als eine Spur zu aufgeregt allein auf Torwart Kobel zulief und an dem Schweizer scheiterte. Der verletzte sich in dieser Schlüsselszene (18.), als er auch Hacks Nachschuss parierte, und musste nach der Pause durch seinen Landsmann Hitz ersetzt werden.

          Die für jedes Fußballspiel entscheidende Fähigkeit, hinten aufzupassen und vorne zuzuschlagen, besaßen am Samstag nur die Dortmunder. „Wir müssen kaltschnäuziger werden“, forderte Schöpf, einer der Bielefelder Anführer, vor den Tagen der Begegnung mit dem 1. FSV Mainz 05. Zunächst beim Pokalspiel in Rheinhessen am Dienstag (20.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal, bei Sport1 und Sky) und danach am Samstag im Bundesliga-Duell auf der gegen Borussia Dortmund mit 25.000 Zuschauern prall gefüllten „Alm“. Wie man Bewährungsproben besteht, hat den Bielefeldern Borussia Dortmund vorgemacht. Daraus die richtigen Lehren zu ziehen ist der Arminen-Auftrag für diese wegweisende Woche.

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