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5:4 bei RB Leipzig : Die alten Meister schlagen zurück

Bayrische Jubelschreie: Thomas Müller (l.) & Co. sahen nur kurz wie der sichere Verlierer aus. Bild: AFP

Im spektakulärsten Spiel der Saison führen die Himmelstürmer aus Leipzig schon 4:2, ehe die Bayern die Partie noch zum 5:4 drehen.

          3 Min.

          Es war ein Duell, bei dem es am vorletzten Spieltag sportlich formal um nichts mehr ging. Aber dennoch wurde aus dem Duell zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern das Beste, Packendste und Aufregendste, was die Liga in dieser Saison zu bieten hatte. In einem leidenschaftlichen Duell bis zur letzten Sekunde glückte Robben in der Nachspielzeit der kaum mehr für möglich gehaltene Siegtreffer zum 5:4, nachdem Leipzig in der zweiten Halbzeit schon 4:2 geführt hatte.

          Michael Horeni
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Doch durch drei Tore von Lewandowski, Alaba und eben Robben in den letzten zehn Minuten schafften die Münchner dann doch noch den Sieg in einem Duell voller Rasse und Klasse. Aber selbst vier Leipziger Treffer durch Werner, Sabitzer und Poulsen waren am Ende für den forschesten aller Aufsteiger nicht genug, um gegen den FC Bayern zu bestehen. Das Zeichen für die Zukunft, dass Leipzig mit seinem Tempofußball zwischenzeitlich immer wieder gesetzt hatte, war am Ende aber gegen die alten Meister trotzdem zu wenig.

          Der Blick des Meisters und der neuen Nummer zwei war schon vor dem Anpfiff in die Zukunft gegangen. Der auf Bewährung entlassene Steuerstraftäter Uli Hoeneß hatte in dieser Woche ja nicht nur einen Einblick in sein Rechtsempfinden gegeben, sondern sich auch zu einem Bereich geäußert, den der Bayern-Präsident zu seiner Kernkompetenz zählt: der Kaderzusammenstellung eines Spitzenteams.

          Hoeneß bemerkte, dass sich Leipzig in Zukunft zu einem „ernstzunehmenden Gegner“ entwickeln könnte, aber nur, wenn der Klub künftig auch ältere Spieler verpflichte. Der Leipziger Sportdirektor Rangnick winkte da nur müde ab. Auf dem Platz zeigte die Jugend dann sofort, was in ihr steckt. Forsberg nutzte an der Mittellinie den unglaublichen Freiraum, den ihm die Bayern schenkten, zu einem ersten Sturmlauf und einer präzisen Flanke auf Sabitzer, der mit einem Kopfball zum 1:0 traf – nach 66 Sekunden.

          Kopfball Sabitzer: Frühes 1:0 für die Leipziger Bilderstrecke
          Kopfball Sabitzer: Frühes 1:0 für die Leipziger :

          Und genauso stürmisch wie die Leipziger begonnen hatten, ging es weiter. In der dritten Minute verfehlte ein gerade noch von Poulsen abgelenkter Schuss sein Ziel, und nur eine Minute später wussten die Bayern wieder nicht, wie ihnen geschah, aber der Schuss von Sabitzer flog über die Latte.

          Als die Münchner sich nach zehn Minuten zu fangen und die Partie allmählich zu kontrollieren schienen, zeigten die Leipziger aber sofort, dass sie aus dem 0:3 im Hinspiel gelernt hatten. Ihre Angriffe setzten sie diesmal mit schneidender Schärfe – und sie verteidigten konsequenter und härter. Ein weites Zuspiel auf Werner genügte aber dann, um die Bayern-Abwehr sofort wieder auszuhebeln, aber der Nationalspieler traf mit seinem Schuss nur den Pfosten (12.).

          Aber die Bayern haben ja Lewandowski. Und ein bisschen Glück, dass die Schiedsrichter eine Abwehraktion von Bernardo als elfmeterwürdiges Handspiel werteten, gegen das die Leipziger heftig protestierten. Aber Lewandowski ließ sich nicht beirren und traf cool zum 1:1 (17. Minute). Die rechte Abwehrseite von Kapitän Lahm blieb aber weiter die Leipziger Autobahn zum Münchner Tor. Bis zur Pause setzte sich RB dort noch dreimal gefährlich durch.

          Aber nun war die Partie offen und packend, auch die Münchner kamen zu ihren, wenngleich nicht so klaren Chancen. Aber dem Tempo der Jugend waren die Bayern oftmals nicht gewachsen. So auch nach einer knappen halben Stunde, als Werner und der herausragende Forsberg im Turbobetrieb erst in die Münchner Hälfte und dann in den Strafraum stürmten und der Schwede nur durch ein Foul von Alonso gestoppt werden konnte. Werner nutzte den Elfmeter ebenfalls sicher zum 2:1 (28.).

          Nach der Pause ging es für die Bayern dann auch ganz schnell wieder zu flott. Forsberg war wieder nicht zu stoppen und sein Zuspiel nutzte Poulsen zum 3:1, wobei Leipzig davon profitierte, dass Alonso den Ball unhaltbar abfälschte (47.). Aber die alten Meister schlugen mit aller Klasse und Erfahrung zurück. Flanke Lahm, Kopfball Alonso und Thiago hatte freie Bahn – 3:2 nach einer Stunde.

          Aber diesen Tag wollte sich die freche Jugend nicht nehmen lassen. Und das wurde klar, als Werner dem Bayern-Torhüter Starke aus spitzem Winkel zum 4:2 durch die Beine schob. Aber der Rekordmeister gab sich trotzdem nicht geschlagen – und schaffte, was in Deutschland nur die Bayern schaffen. Lewandowski brachte sein Team noch mal heran (84.), Alaba besorgte mit einem herrlichen Freistoß in der Schlussminute den Ausgleich – und Robben mit einem wunderbaren Solo noch das von den Bayern wie eine Meisterschaft gefeierte 5:4.

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