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Bundesliga in Corona-Krise : DFL bastelt am „Re-Start 2“ und will Regeln lockern

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„Keine konkreten Zahlen oder Zeitpunkte ungeprüft in den Raum stellen“: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert Bild: EPA

Die Deutsche Fußball Liga möchte offenbar ihr Hygienekonzept an die positiven Entwicklungen in der Corona-Pandemie anpassen. Auch die Hoffnung der Fans auf einen baldigen Stadionbesuch in der Bundesliga erhält neue Nahrung.

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          Wer die Bilder von der Schlauchboot-Party oder der „Silent Demo“ gegen Rassismus in Berlin gesehen hat, dem kommen die Szenen in den Fußballstadien wie aus der Zeit gefallen vor. Ersatzspieler sitzen trotz Mindestabstand mit Masken auf der Bank, Reporter befragen Trainer von der Tribüne aus ebenfalls mit Mund-Nasen-Schutz und einer extra langen Tonangel. Und auf den Tribünen herrscht gähnende Leere.

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          Die strengen Regeln des Hygienekonzepts dürften bald gelockert werden, die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant eine Anpassung „an die zwischenzeitlichen Entwicklungen in der Gesamtgesellschaft“. Und weil Corona auf dem Rückzug ist, werden Fußballspiele mit Fans schon zum geplanten Startschuss der kommenden Saison am 11. September immer wahrscheinlicher.

          Die DFL habe „bereits den Dialog mit dem Bundesgesundheitsministerium aufgenommen mit Blick auf die Möglichkeit, mit dem Saisonstart schrittweise Zuschauer zu den Spielen beider Ligen zuzulassen“, zitiert der kicker DFL-Geschäftsführer Christian Seifert aus einem Schreiben an die 36 Profiklubs der Bundesligen.

          Der Liga-Boss ermahnte die Klub-Verantwortlichen jedoch, „keine konkreten Zahlen oder Zeitpunkte ungeprüft in den Raum zu stellen“. Er befürchtet offenbar, dass die Debatte über eine Sonderrolle für den Fußball neu entflammt werden könnte. Zuletzt hatte zum Beispiel Vorstandsmitglied Oliver Kahn von Rekordmeister Bayern München von „10.000 bis 11.000“ möglichen Zuschauern in der Allianz Arena gesprochen, sollte es zur Öffnung kommen.

          Der Fußball hat bei dem Thema die Politik an seiner Seite – sofern die Infektionszahlen konstant niedrig bleiben. „Ich habe schon die Zuversicht im Herzen, dass wir in der neuen Saison nach und nach wieder Publikum zulassen können“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer kürzlich den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

          Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen hatte für diesen Fall bereits angekündigt, „Luftsprünge machen“ zu wollen. Dass die Corona-Tracing-App in ein paar Tagen einsatzbereit ist, erhöht die Chancen, auch wenn die An- und Abreise ein sensibles Thema bleibt. Auch dürfte die Nachfrage die begrenzten Plätze deutlich übersteigen, was für Ärger sorgen könnte.

          Veränderungen werden aber kommen. In Seiferts Schreiben wird deutlich, dass beim Auftakt und Ablauf der Saison 2020/21, dem so genannten „Re-Start 2“, die umfassenden Hygienemaßnahmen mit einer Quasi-Quarantäne der Spieler und lediglich 300 Leuten im Stadion nicht neun Monate lang umgesetzt werden können.

          Einige Lockerungen dürften sich schneller umsetzen als andere. Demnach sollen Ersatzspielen und Funktionäre offenbar von der Maskenpflicht entbunden werden, sofern auf genügend Abstand geachtet wird. Außerdem soll die Anzahl der akkreditierten Journalisten (derzeit 10) und Fotografen (3) erhöht werden, auch dürfen demnächst wohl mehr Delegierte des Heim- (8) und Auswärtsklubs (4) den Spielen beiwohnen. Ausufern soll das Ganze aber nicht. In dem DFL-Schreiben wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass „der unmittelbare Personenkreis um die Mannschaft nach wie vor als hochsensibel anzusehen“ ist.

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