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Bundesliga-Countdown (11) : Mainzer Routine statt Spaßfußball Marke Klopp

Bild: FAZ.NET

Eigentlich wollte wollte Mainz 05 ein Wiedersehen mit seiner eigenen Vergangenheit feiern. Die Generalprobe gegen den ehemaligen Trainer Klopp fiel wegen der Verletzungsmisere aus. Und Trainer Jörn Andersen hat auch große Probleme. Teil 11 des Bundesliga-Countdowns.

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          Dieser Tage sorgt Mainz 05 nur mit Meldungen aus dem Lazarett für Schlagzeilen. 14 von 28 Spielern standen zu Beginn dieser letzten Trainingswoche vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal am Freitagabend in Lübeck (20.30 Uhr/ FAZ.NET-DFB-Pokal-Liveticker und Mainz 05 vor dem Pokalspiel: Kleiner Kader, große Ziele) nicht zur Verfügung. Die Malaisen reichten vom soliden Mittelfußbruch (Chadli Amri) über Nachwehen einer notwendig gewordenen Hauttransplantation am großen Zeh (Eugen Polanski) und einer zunächst übersehenen Meniskusverletzung (Filip Trojan) über vorbereitungstypische Beschwerden an Muskeln und Sehnen bis hin zur exotischsten Variante einer - mittlerweile als vergleichbar glimpflich eingestuften - Malariaerkrankung beim afrikanischen Torjäger Aristide Bancé.

          Die Liste der angeschlagenen Spieler veranlasste den Klub sogar dazu, den für den vergangenen Dienstag geplanten letzten Test gegen Borussia Dortmund abzusagen, obwohl dieses Spiel den emotionalen Kick für die bevorstehende Spielzeit liefern sollte. Jürgen Klopp wäre erstmals seit seinem tränenreichen Abschied vom Bruchweg mit seiner Dortmunder Borussia als Fußballlehrer nach Mainz zurückgekehrt, der Bundesligaaufsteiger wollte mit diesem Spiel nicht nur schnellverdiente rund 300.000 Euro in die eigene Kasse spülen, sondern vor allem auch die Brücke aus der Vergangenheit in die Zukunft schlagen.

          Härte, die vielleicht weh tut

          Dieser Versuch ist misslungen und er könnte in ein paar Wochen womöglich als Symbol für den Beginn einer misslungenen Rückkehr in die Bundesliga stehen: Denn wo Strahlemann Klopp meist alles Glück der Welt für sich vereinnahmt hatte, hat Nachfolger Andersen auch ein Jahr nach dem Abschied Klopps noch immer mit dem Image seines Vorgängers zu kämpfen. Weniger, weil der Verein es seinem seit Jahren mit deutschem Pass ausgestatteten norwegischen Trainer besonders schwer machen würde, aus dem Schatten seines großen Vorgängers zu treten, der Mainz 05 in elf Jahren als Spieler und vor allem in den sieben Jahren als Trainer so stark prägte. Mittlerweile gewinnt der Beobachter eher den Eindruck, dass sich Andersen selbst im Weg steht.

          Hoffnungsträger Andreas Ivanschitz

          In der Saisonvorbereitung wiederholte er immer wieder sein Credo, dass er mit seinen Kickern die härteste Vorbereitung aller Zeiten absolvieren wolle. Schnell kursierten im Umfeld die Vergleiche, dass Andersen „den Magath macht“. Tatsächlich packte der Bundesligatorschützenkönig von 1990 in der Vorbereitung die Medizinbälle aus, zudem wohnten die Mainzer während ihres Trainingslagers im österreichischen Flachau - angeblich aus purem Zufall - im selben Hotel wie Magaths spätere Meister vor der vergangenen Spielzeit. Doch möglicherweise hat der Meistertrainer-Nachahmer etwas überdreht und übersehen, dass der „Quälix“ auch schon lange nicht mehr seine Spieler kaputt trainiert. Rund um das Aufstiegsteam kursieren Gerüchte, dass Andersen bewusst trotz Warnungen aus der wegen besorgniserregender Blutwerte alarmierten medizinischen Abteilung hart trainiert habe, um die Willensstärke seiner Spieler zu testen. Das Ergebnis könnte nun die auffällige Häufung an Muskel- und Sehnenverletzungen sein, die den Klub in die Nähe eines Personalnotstands bringen.

          Zweideutige Äußerungen über Klopp

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