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FSV Mainz 05 : Ein Corona-Fall und seine Folgen

  • -Aktualisiert am

„Es ist auch gut und wichtig, dass wir so engmaschig getestet werden, weil wir dadurch sofort reagieren können“: Sportvorstand Rouven Schröder Bild: dpa

Bei Mainz 05 gab es zuletzt einen positiven Corona-Test. Ein Vorbereitungsspiel fiel deswegen aus. Nicht einfacher wurde der Fall dadurch, dass die Fußball-Profis nicht alle in Mainz wohnen.

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          Erschrocken waren sie und besorgt, als sie am Dienstagabend das Ergebnis des am Vormittag vorgenommenen Corona-Tests erhielten: Zum ersten Mal war einer der Profis des FSV Mainz 05 positiv getestet worden. Um wen es sich dabei handelte, verriet der Verein nicht.

          Überraschend kam die schlechte Nachricht nicht. Zum einen, weil Bundesligafußballer ein Privatleben haben, sich in der Öffentlichkeit bewegen und damit einem gewissen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Zum anderen, weil in diesem speziellen Fall der betroffene Spieler dem Vernehmen nach schon am Vortag über Symptome geklagt hatte. Den Verantwortlichen bot das die Gelegenheit, ihn schon am ersten Tag der als Trainingslager deklarierten Woche in Mainz im Mannschaftshotel zu isolieren, bevor der Test erfolgt war. Da die 05er ihre Spieler nach wie vor in Einzelzimmern unterbringen, was über die Vorgaben des Hygienekonzepts der Deutschen Fußball-Liga hinausgeht, sei dies unproblematisch gewesen.

          „Es ist auch gut und wichtig, dass wir so engmaschig getestet werden, weil wir dadurch sofort reagieren können“, sagt Sportvorstand Rouven Schröder. Momentan ist wöchentlich eine Testung vorgeschrieben plus eine weitere am Tag vor Testspielen. Dass die Ergebnisse so rasch vorliegen wie in dieser Woche, ist allerdings nicht selbstverständlich – aufgrund der großen Zahl der zu untersuchenden Reiserückkehrer ist auch das Labor, mit dem die 05er zusammenarbeiten, an der Kapazitätsgrenze angelangt.

          Auch wenn die Ergebnisse aller anderen kontrollierten Spieler negativ waren: Das für den vergangenen Mittwoch anberaumte Vorbereitungsspiel gegen den VfB Stuttgart sagten die Verantwortlichen sicherheitshalber ab. Die Frage, welche Auswirkungen ein solcher Fall auf ein Bundesligaspiel hätte, kann Rouven Schröder nicht mit Gewissheit beantworten. „Das müssten die Gesundheitsbehörden entscheiden“, sagt der Manager: „Es gibt kein standardisiertes Vorgehen.“

          Nicht einfacher wird das Ganze dadurch, dass die 05-Profis nicht alle in Mainz, sondern auch in umliegenden Gemeinden, auf der anderen Rheinseite oder sogar in Frankfurt wohnen. Mit mehr als einem halben Dutzend Gesundheitsämtern steht der Verein deshalb in Kontakt – doch wie diese sich im Einzelfall verhielten, lässt sich nicht vorhersagen. Auf eines aber muss sich die Bundesliga wohl einstellen: Solange die Mannschaften sich nicht, wie vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Mai, in Quarantäne befinden, ist es ungewiss, ob wirklich alle Spieltage wie geplant stattfinden werden.

          Ein weiterer Spieler wurde inzwischen als Kontaktperson ersten Grades des positiv getesteten Spielers eingeschätzt und begab sich ebenso in Quarantäne. Das teilten die Mainzer am Samstag mit. Kurz zuvor hatte der Klub in einem Testspiel gegen Sandhausen 0:1 verloren.

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