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FSV Mainz 05 : Rückkehrer Stefan Bell hilft sofort

  • -Aktualisiert am

„Wurde ja auch langsam Zeit“: Nach einer langen Verletzungspause kann Stefan Bell wieder zeigen, was er kann. Bild: Picture-Alliance

Nach einer langen Verletzungspause steht Stefan Bell in Mainz vor einer ungewissen Zukunft. Doch gegen Dortmund überzeugt der Innenverteidiger mit seiner Leistung. Der nächste Einsatz dürfte schon bald kommen.

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          Auf der Liste der Ereignisse, mit denen bis Sommer nicht mehr zu rechnen ist, steht ein Ende des Corona-Lockdowns ganz oben. An zweiter Stelle stand bis vorigen Samstag die Rückkehr Stefan Bells in die Anfangself des FSV Mainz 05 – was sich mit dem Bundesligaspiel bei Borussia Dortmund erledigt hat. „Wurde ja auch langsam Zeit“, kommentierte der 29-Jährige sein Comeback.

          Bundesliga

          Für Bo Svensson gab es angesichts der Fünferkette, mit der er der BVB-Offensive begegnen wollte, zu Bell keine Alternative. Jeremiah St. Juste, unter normalen Umständen in der Innenverteidigung gesetzt, fiel verletzt aus. Neuzugang Luca Kilian war nach einem Magen-Darm-Infekt noch nicht fit genug, um mehr als einen Platz auf der Bank einzunehmen. Edimilson Fernandes, der ebenfalls schon einen von drei Innenverteidigern gegeben hatte, befand sich in Quarantäne. Dimitri Lavalée, im Sommer aus Belgien zu den Mainzern gekommen, war zuletzt ein Mann für die U 23 und wird nun bis zum Ende der laufenden Saison an den belgischen Erstligaverein VV St. Truiden ausgeliehen.

          Also durfte Stefan Bell ran. Zum ersten Mal seit dem 30. März 2019 beim 1:3 in Bremen in einem Bundesligaspiel. Danach war er noch einmal im Einsatz, am 10. August desselben Jahres im DFB-Pokalspiel beim 1. FC Kaiserslautern. Nach einem Foul musste Bell Mitte der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden, und die Verletzung erwies sich als heftiger als zunächst gedacht: Kapsel und Bänder im Sprunggelenk waren lädiert und zwangen ihn in eine schier endlos lange Zwangspause mit Operation, Reha und vielen Monaten Individualtraining. „Erst im Mai habe ich angefangen, wieder mit der Mannschaft zu trainieren“, sagt er. „Danach habe ich noch mal ein gutes halbes Jahr gebraucht, um von Handlungsschnelligkeit und Routine her wieder auf Bundesliganiveau zu kommen.“

          „Bello ist ein wichtiger Teil des Teams“

          Ob Bell, dessen erster von inzwischen 177 Bundesligaeinsätzen von Anfang Dezember 2012 datiert, noch einmal dieses Level erreichen würde, war fraglich. Nicht nur wegen der langen Auszeit, sondern auch, weil seine Leistungen in der Saison 2018/19 allenfalls durchwachsen waren. Nicht von ungefähr gab der damalige Sportvorstand Rouven Schröder ihm im vorigen Sommer lediglich einen Einjahresvertrag zu deutlich reduzierten Bezügen, nachdem der alte Kontrakt schon drei Wochen abgelaufen war. Das mutete nach einem Abschied auf Raten an, auch wenn der Manager versicherte, er habe den Innenverteidiger nicht loswerden wollen. „Bello ist ein wichtiger Teil des Teams und eines der Gesichter von Mainz 05“, sagte Schröder.

          Seit dem 16. Spieltag der laufenden Saison gehört Bell auch wieder zu den Beinen des Klubs. „Ich war überzeugt, dass er die Aufgabe gut lösen würde“, sagt Svensson, der den 29-Jährigen als mittleren der drei Innenverteidiger zwischen Moussa Niakhaté und Alexander Hack aufbot. In seiner Einschätzung sah er sich nach dem Schlusspfiff bestätigt. „Wenn ich sehe, wie er die Sache da hinten organisiert hat, das war sehr wertvoll“, lobt der Trainer den Rückkehrer. „Nach so vielen Monaten eine solche Leistung zu bringen...“

          „Er kennt Mainz 05 in- und auswendig“

          Bell, der seit der Jugend am Mainzer Bruchweg spielt und 2009 unter Thomas Tuchel mit den A-Junioren deutscher Meister wurde, bringe ein Herz für den Verein („Er kennt Mainz 05 in- und auswendig“), Intelligenz und viel Erfahrung mit. „Er kann seine Nebenleute besser machen, und er wird nicht unruhig“, sagt Svensson über seinen früheren Mannschaftskameraden. „Dieses Paket, spielerisch und mental, war am Samstag wichtig für die Gruppe und wird auch dann wichtig bleiben, wenn er mal nicht spielt.“

          Der Spieler selbst sprach nach dem 1:1 im Westfalenstadion davon, „den Job solide erledigt“ zu haben. Bange war ihm vor der Aufgabe offenbar nicht. „Ich habe mich seit November, Dezember sehr gut gefühlt und keine Trainingseinheit verpasst.“ Dass der Ballbesitz überwiegend auf Dortmunder Seite war und die Mainzer Hintermannschaft meist tief stand, dürfte ihm entgegengekommen sein. Laufduelle blieben ihm auf diese Weise erspart; die waren in der vorvergangenen Saison sein großes Manko gewesen.

          Dass Jeremiah St. Juste auch an diesem Dienstagabend gegen den VfL Wolfsburg (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) fehlen wird, erhöht Stefan Bells Chancen auf den nächsten Einsatz. In jedem Fall aber kann Bo Svensson davon ausgehen, einen vollwertigen Innenverteidiger mehr im Kader zu haben.

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