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1:2 beim SC Freiburg : BVB enttäuscht auch in der Liga

  • -Aktualisiert am

Wirkte noch nicht wirklich eingebunden ins BVB-Spiel: Neuzugang Donyell Malen Bild: EPA

Borussia Dortmund hat die erste Niederlage in der noch jungen Saison kassiert. Beim Sportclub verlor das Team um Neu-Trainer Marco Rose verdient nach zum Teil schweren Defensivpatzern und offensiver Ideenlosigkeit.

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          Tiefer Zorn erfüllte Manuel Akanji nachdem der Besuch beim SC Freiburg endgültig zu einem schmerzlichen Rückschlag für die Angehörigen von Borussia Dortmund geworden war. „Das darf uns nicht passieren, wir können die Gegner nicht auf Tore einladen“, sagte der Verteidiger, nachdem sein Team mit 2:1 verloren und damit bereits am zweiten Spieltag die erste Saisonniederlage erlitten hatte. Der BVB hat mit Marco Rose einen neuen Trainer, die Ansprüche sind hoch, zumindest in Andeutungen wird vom Deutschen Meistertitel gesprochen, nun musste der Trainer einräumen: „Ich glaube, dass Freiburg sich den Sieg mit der Art und Weise, wie sie gekämpft und phasenweise auch gespielt haben, verdient hat.“ Für alle, die auf einen spannenden Wettkampf um die deutsche Meisterschaft hoffen, war das keine gute Nachricht.

          Bundesliga

          Mehr noch als die ersten drei Pflichtspiele hatte die Partie für die Dortmunder richtungsweisenden Charakter. In Pokal besiegte die Mannschaft einen Drittliga-Klub, beim 5:2 gegen Frankfurt waren alle von der Rückkehr des Publikums im heimischen Westfalenstadion euphorisiert. Duelle mit dem FC Bayern, wie im Supercupfinale unter der Woche, finden immer unter besonderen Bedingungen statt, nun stand Liga-Alltag an, und mit dieser Ausgangslage hatte der BVB abermals große Schwierigkeiten. An genau solchen Wochenenden haben die Dortmunder in den vergangenen Jahren immer wieder entscheidende Punkte verloren, das zu ändern, ist einer der Hauptvorsätze für die Zukunft, der an diesem Tag mal wieder nicht erfüllt werden konnte.

          Erstmals stand Donyell Malen in der Startelf, nachdem sich Thorgan Hazard bei seinem Einsatz gegen Eintracht Frankfurt verletzt hatte und Youssoufa Moukokos Leistung gegen den FC Bayern wenige Argumente für eine weitere Startelfnominierung lieferte. Doch der teure Niederländer ist noch nicht wirklich angekommen in der Bundesliga und blieb blass. Außerdem wird das Dortmunder Trainerteam sich weiter mit dem Thema Spielaufbau beschäftigen müssen.

          Die Freiburger pressten nicht so hoch wie die Dortmunder Gegner in den beiden zurückliegenden Partien, was ein altes Problem sichtbar machte. Gegen Teams, die die Räume in der eigenen Hälfte eng machen, haben sie zwar viel Ballbesitz, finden aber kaum Wege vors Tor. Die beste Gelegenheit der ersten Halbzeit hatte Jude Bellingham nach einer Einzelaktion, sein Schuss aus elf Metern war jedoch zu unplatziert (11. Minute).

          Vincenzo Grifo brüllt die Freude heraus: Der italienische Nationalspieler traf zum 1:0 für den Sportclub.
          Vincenzo Grifo brüllt die Freude heraus: Der italienische Nationalspieler traf zum 1:0 für den Sportclub. : Bild: EPA

          Der Engländer setzte auch noch einen Kopfball nach einer Ecke an den Pfosten (32.) und war in der ersten Halbzeit damit gefährlicher als Erling Haaland, der sich kaum einmal gegen den starken Innenverteidiger Nico Schlotterbeck durchsetzen konnte. Neben diesem Mangel an offensiver Durchschlagskraft wird Rose mit seinem Team aber auch weiter an einer Stabilisierung der Defensive arbeiten müssen. Schon die beiden Gegentreffer beim 5:2 gegen Frankfurt hatten den Trainer geärgert, gegen die Bayern waren es sogar drei, und auch an diesem heißen Sommernachmittag ließen sie eine Menge zu. 

          Das 1:0 erzielte Vincenzo Grifo mit einem tollen Freistoß, der an einer möglicherweise etwas zu klein dimensionierten Dreiermauer vorbei an den Innenpfosten und dann ins Tor sprang (6.). Wooyeong Jeong hätte nach einer halben Stunde aus kurzer Distanz einen zweiten Treffer für Freiburg schießen können, traf den Ball aber nicht richtig. In einem Spiel auf Augenhöhe waren die Freiburger die Mannschaft, die intensiver spielte und sich die klareren Möglichkeiten erarbeitete. Zum Beispiel in der 53. Minute, als sie einen Konter mit der Souveränität eines echten Spitzenteams zu Ende spielten. Roland Sallai vollendete den schönen Spielzug mit dem 2:0, wohingegen die Dortmunder vor dem Tor des SC auf Hilfe angewiesen waren: Yannik Keitel sprang ein Querpass von Felix Passlack ans Schienbein und von dort ins Tor (59.).

          Und kurz darauf erreichte endlich einmal ein präziser Vertikalball Erling Haaland, der freie Bahn zum Tor hatte, aber über die Latte schoss (68.). Es war nicht der Tag des Norwegers, und Rose monierte, dass sein Team in vielen Momenten ein „zu langsames Passtempo und zu viele Kontakte gewählt“ habe. In den letzten Minuten durfte schließlich der zuvor verletzte Mats Hummels in die Saison einsteigen, konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden, während der unter der Woche aus Bremen verpflichtete Freiburger Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein half, in den letzten Minuten den knappen Sieg ins Ziel zu retten. „Wir haben alles abgerufen, was man braucht“, sagte SC-Kapitän Christian Günter, nachdem er mit einem leidenschaftlich feiernden Publikum einen großen Fußballtag gefeiert hatte, den Dortmundern war das nicht gelungen.

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