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Dortmunder Absturz? : Die turbulente Achterbahnfahrt des BVB

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Wieder nicht dabei: Marco Reus, hier beim Spiel gegen Leipzig, wird dem BVB gegen Hoffenheim fehlen. Bild: AFP

Hoffen auf drei Punkte: Ohne Marco Reus und vielleicht auch Jadon Sancho muss der BVB bei der TSG Hoffenheim antreten. Ein zuletzt eher selten zum Einsatz gekommener Profi könnte einspringen.

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          Michael Zorc wünscht sich am liebsten eine vorzeitige Bescherung. „Drei Punkte“ gegen Hoffenheim am Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und im ZDF und auf DAZN) so der BVB-Sportdirektor und die Spieler haben verdiente Weihnachtsferien. Die erste Halbserie war für den selbsternannten Titelkandidaten eine Achterbahnfahrt und sie soll nicht mit einem bösen Absturz enden. Die Aufgabe 1899 allerdings wird kein Selbstläufer, schon gar nicht, weil Kapitän Marco Reus mit einem Muskelfaserriss ausfällt. Dazu droht auch Jadon Sancho, zuletzt mit sieben Toren in sechs aufeinanderfolgenden Spielen, dazu noch vier Vorlagen, auszufallen. Er hat muskuläre Probleme.

          Bundesliga

          Doch auch ohne seine beiden zuletzt so stark auftrumpfenden Offensivkräfte muss für den Zweiten der vergangenen Saison ein Sieg her. Ansonsten droht der Rückstand auf die Tabellenspitze weiter anzuwachsen, derzeit liegt der BVB vier Punkte hinter RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach. Trotz ansteigender Form in den vergangenen Wochen würde bei einer Niederlage in Sinsheim die Weihnachtsstimmung arg getrübt werden, glaubt Zorc und warnt: „Es wird ein Kraftakt, weil wir viele Spiele in den Beinen haben.“

          Trainer Lucien Favre wird froh sein, wenn er den Stress der vergangenen Wochen und Monate nach der Partie bei der TSG für einige Tage hinter sich lassen kann. Der Schweizer sah in der Hinrunde ein Team mit zwei Gesichtern. Exemplarisch für die Halbserie mit Höhen und Tiefen war das verrückte Topspiel gegen Leipzig (3:3) am vergangenen Dienstag, als die Dortmunder die unterlegenen Gäste mit unfassbaren Fehlern wieder ins Spiel kommen ließen. „Es ist sehr schwer für alle das zu akzeptieren, aber wir müssen nach vorne schauen“, sagte Favre und forderte, „die vielen positiven Sachen“ mitzunehmen. „Wir haben sehr gut gespielt, Leipzig hatte zuvor noch nie in einer Partie so stark gelitten.“

          Einer der für den Aufschwung der vergangenen Wochen mitverantwortlich war, schwankte auch gegen Leipzig exemplarisch zwischen Genie und Wahnsinn: Julian Brandt. Erzielte der Mittelfeldspieler noch das zwischenzeitliche 2:0 (34. Minute) mit einer Drehung um den Gegner samt Torschuss, bereitete er den 2:2-Ausgleich Timo Werners mit einem missglückten Rückpass selbst vor. Was den Borussen diese Saison fehlt: Konstanz.

          Das Fehlen von Reus und der mögliche Ausfall von Sancho könnte derweil eine Chance für Mario Götze sein. Der WM-Held von 2014 kommt unter Favre nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus, die Gespräche über eine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags stocken. „Wir sind in internen Gesprächen. Es gibt aktuell nichts zu vermelden. Es gibt keinen neuen Stand“, sagte Zorc, der gleichfalls Meldungen aus Spanien dementierte, dass der Abgang Achraf Hakimis nach der Saison feststehe. „Wir haben mehrfach unser Interesse bekundet, Achraf über den Sommer hinaus zu halten“, sagte er, „es gibt keine Entscheidung. Auch keine, dass er definitiv zurückgeht.“ Der mit 36,21 Kilometern pro Stunde schnellste Spieler der Bundesliga seit der Tracking-Datenerfassung ist von Real Madrid noch bis zum Ende dieser Saison ausgeliehen.

          Die volle Konzentration gilt beim BVB aber nicht der Kaderplanung, sondern dem Gegner am Freitag. „Sie können sehr gefährlich sein“, sagte Favre über die Hoffenheimer, die ebenfalls eine äußerst wechselhafte erste Serie hinter sich haben. Trainer Alfred Schreuder forderte für die Partie „viel Mut und in der Defensive sehr viel Stabilität“. Der BVB habe „eine brutale Qualität und ein hohes Tempo“, so Schreuder.

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