https://www.faz.net/-gtm-95pnq

2:2 gegen Freiburg : Pfiffe für Dortmund, Bürki reagiert gereizt

  • -Aktualisiert am

Torwart Roman Bürki reagierte nach dem Spiel mit Unverständnis auf die Pfiffe der eigenen Fans. Bild: dpa

Aubameyang steht beim BVB wieder in der Startelf. Positive Wirkung hat er auf das Dortmunder Spiel nicht. Torhüter Bürki kritisiert nach dem Spiel die eigenen Fans und wird deshalb von Sportdirektor Zorc gerügt.

          Spielt er, oder spielt er nicht? Das war vor dieser Partie die große Frage. Pierre-Emerick Aubameyang durfte tatsächlich wieder mitspielen. Dieses Mal war nichts dazwischen gekommen – anders als vor den ersten beiden Begegnungen der Rückrunde, in denen der BVB auf den Torjäger verzichtet hatte. Aubameyang hatte Zweifel an seiner Einstellung zum Beruf geweckt und den Wunsch bekräftigt, den BVB zu verlassen. In den vergangenen zehn Tagen wusste er im Training jedoch zu überzeugen und qualifizierte sich so für die Startelf. Möglicherweise hat er beim 2:2 gegen den SC Freiburg aber sein letztes Spiel für Dortmund bestritten.

          Bundesliga
          ANZEIGE

          Der Poker um einen möglichen Wechsel zu Arsenal London wird wohl noch einige Tage andauern, vielleicht sogar bis zum Transferschluss am 31. Januar. Die Engländer scheinen noch nicht bereit, für die Freigabe Aubameyangs eine Ablösesumme in der Größenordnung von siebzig Millionen Euro zu zahlen, wie sie den Verantwortlichen des BVB vorschwebt. „Entweder werden unsere Forderungen erfüllt, dann wird es einen Transfer geben. Oder aber sie werden nicht erfüllt, und Auba spielt bis zum Sommer in Dortmund. So ist es übrigens auch mit der Familie Aubameyang besprochen und von ihr akzeptiert“, sagte der Dortmunder Sportdirektor Michael Zorc.

          Beim Verlesen der Aufstellung und bei seinen Ballkontakten musste der Angreifer sich von einem Teil der BVB-Fans Pfiffe anhören. Allerdings hatten die Kritiker wenig Gelegenheit dafür. Der Stürmer hatte nicht allzu viele Ballaktionen und vermochte sich nur bei einem halbwegs gefährlichen Kopfball in Szene zu setzen (29. Minute). Das lag vor allem daran, dass die Borussen kaum gefährliche Vorstöße zustande brachten. Für Aubameyangs enttäuschende Vorstellung hatte Stöger eine einfache Erklärung: „Er hatte sicher schon bessere Tage. Doch in seiner Situation war es für ihn heute nicht ganz einfach.“ Ein direkte Verbindung zwischen der schwachen Leistung und den von Aubameyang seit Tagen verursachten Störgeräuschen wollte er aber nicht herstellen: „Ich hüte mich dafür, das als Argument zu benutzen. Ich will das nicht auf diesen Nebenschauplatz reduzieren – schon gar nicht nach diesem Spiel.“ Kagawas frühes Führungstor (9.) hatte mehr versprochen, als die Dortmunder im weiteren Verlauf halten konnten. Freiburg ließ sich nicht einschüchtern und kam dank Nils Petersen zum verdienten Ausgleich (21.).

          „Das sind Leute, die keine Ahnung von Fußball haben“

          Nach dem Seitenwechsel rannten die Westfalen an, blieben aber unproduktiv. Auf der Gegenseite nutzte Petersen einen leichtfertigen Ballverlust von Nuri Sahin und überwand den zu weit vor seinem Tor stehenden Roman Bürki mit einem Heber aus mehr als dreißig Metern Entfernung (68.). Gegen ideenlose Dortmunder sahen die Freiburger schon wie der Sieger aus, aber in der Nachspielzeit bewahrte Jeremy Toljan die Borussen mit dem Ausgleichtreffer noch vor der ersten Niederlage unter ihrem neuen Trainer Peter Stöger. Die BVB-Fans pfiffen trotzdem. Zorc machte aus seinem Unmut über die Vorstellung des gesamten Teams keinen Hehl: „Diese Leistung ist für mich nicht zu erklären – einfach schwach in allen Bereichen. Wir haben alles vermissen lassen, was guten Fußball ausmacht.“

          Freiburger Torschütze vom Dienst: Freiburg-Stürmer Petersen. Bilderstrecke

          Nach dem Spiel reagierte Torhüter Bürki äußerst gereizt auf die Pfiffe der eigenen Anhänger. „Das sind Leute, die keine Ahnung von Fußball haben“, sagte er gegenüber dem TV-Sender „Sky“. „Die haben wohl nichts Besseres zu tun, als Samstag die eigene Mannschaft auszupfeifen“, fügte er an. „Die sollen lieber zu Hause bleiben. Bei einer Mannschaft, die sich ein bisschen verunsichert fühlt, ist Pfeifen genau das falsche Mittel, um ihnen irgendetwas zu zeigen.“ Mit dieser Kritik stieß der Schweizer bei Zorc jedoch auf Unverständnis „Ich finde die Aussage unpassend und inhaltlich falsch“, sagte der BVB-Sportdirektor. „Ich empfehle unseren Spielern, sich das Spiel noch mal 90 Minuten anzuschauen. Da müssen sie aufpassen, dass sie nicht selbst pfeifen. Der Zuschauer hat das Recht, seinen Unmut zu zeigen.“

          Bürki versuchte sich später auf Instagram noch einmal zu rechtfertigen. "Es ging mir nie darum, dass Fans nicht pfeifen sollen, wenn sie unzufrieden sind. Das maße ich mir überhaupt nicht an. Wenn wir nicht gut spielen, haben alle das Recht, Ihre Enttäuschung zu zeigen. Mir ging es heute um Pfiffe ganz früh im Spiel. Nach dem zweiten oder dritten Ball, der zurückgespielt wurde oder der nicht ankam. Hier würde ich mir im Sinne aller Jungs mehr Unterstützung von einigen Zuschauern wünschen!“, schrieb der Torwart.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Boris Johnson und die EU : Trotz allem – Partner

          In Brüssel hat man Boris Johnson in unangenehmer Erinnerung behalten. Dennoch sollten die „Europäer“ ihm, wo immer möglich, die Hand reichen – nur zu einem nicht.
          Laut Sebastian Kurz habe es sich bei der Datenvernichtung um einen „normalen Vorgang“ gehandelt.

          Datenträger geschreddert : Kurz und der Reißwolf

          Der damalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ließ nach dem Platzen der Koalition mit der rechten FPÖ durch einen Mitarbeiter inkognito Daten vernichten. Warum?

          Greta Thunberg in Paris : Macrons Worte sind ihr zu wenig

          Für ihre kurze Rede erhält die Klimaaktivistin in der französischen Nationalversammlung viel Applaus, besonders aus Macrons Partei – obwohl Thunberg den Präsidenten zuvor kritisiert hat.
          Aufhören, wenn’s am schönsten ist Nach dem Pokalsieg 2018 verließ Boateng die Eintracht.

          Eintracht Frankfurt : Chance und Risiko der Boateng-Rückkehr

          Nach den Abgängen von Luka Jovic und Sébastien Haller sucht Frankfurt einen neuen Stürmer. Kommt Kevin-Prince Boateng tatsächlich zurück zur Eintracht? Eine Neuauflage der alten Liebe wäre ein Wagnis.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.